Flammen-Adonisröschen
Art der Gattung Adonisröschen (Adonis)
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Das Flammen-Adonisröschen[1] (Adonis flammea), auch als Scharlach-Adonis, Brennendes Teufelsauge oder Brennendes Adonisröschen bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Adonisröschen (Adonis) innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).
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Flammen-Adonisröschen (Adonis flammea) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Adonis flammea | ||||||||||||
| Jacq. |
Beschreibung
Das Flammen-Adonisröschen (Adonis flammea) kann mit dem sehr ähnlichen Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) verwechselt werden, ist allerdings wesentlich seltener.



Vegetative Merkmale
Adonis flammea wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis, meist 20 bis 50 Zentimetern.[1] Die aufrechten einfachen oder im unteren Drittel verzweigten Stängel sind, besonders am Grund, leicht weich behaart, oben zerstreut behaart bis kahl[1] (beim Sommer-Adonisröschen hingegen meist kahl).
Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind drei- bis vierfach fiederteilig.[1]
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni.[1] Die endständigen Blüten stehen einzeln. Die zwittrigen[1] Blüten sind bei einem Durchmesser von 1,5 bis 3,5 Zentimetern radiärsymmetrisch.[1] Die Kelchblätter sind an íhrer Basis zerstreut lang behaart und verkahlen später.[1] Die Kelchblätter weisen – anders als beim Sommer-Adonisröschen – ein anliegendes Indument auf. Die drei bis acht Kronblätter sind scharlach- bis blut-rot, selten gelb und besitzen an ihrer Basis gelegentlich einen dunklen Fleck.[1] Die acht Staubblätter sind dunkel-violett.[1]
In einer Sammelfrucht stehen locker verteilt Nüsschen mit am oberen Ende rundem Höcker, der den schwarzen Schnabel (beim Sommer-Adonisröschen ist der Schnabel grün) zur Seite drückt.[1]
Die Chromosomenzahl beträgt x = 8; es liegt Tetraploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 32 vor.[2][1]
Ökologie
Blütenökologisch handelt es sich um Pollenblumen, die keinen Nektar, aber reichlich Pollen als Belohnung für Bestäuber enthalten. Bestäuber sind kurzrüsselige Bienen, Syrphiden, Käfer sowie Fliegen.[1]
Als Diasporen (Ausbreitungseinheit) fungieren die Früchtchen. Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durch Autochorie.[1]
Vorkommen und Gefährdung
Das Verbreitungsgebiet des Flammen-Adonisröschens erstreckt sich zwischen Südeuropa und Westasien. Seine Nordgrenze liegt etwa beim 51. Breitengrad, im Westen erreicht es Frankreich sowie das nördliche Spanien, im Süden Sizilien, Ägypten sowie Kleinasien, und im Osten den Kaukasusraum sowie den nördlichen Iran.
Das Flammen-Adonisröschen ist wärmeliebend und ein Kalkzeiger. Das Flammen-Adonisröschen gedeiht am besten auf kalkreichen, flachgründig-steinigen, sommerwarmen Lehm-, Löss- oder Tonböden. Es besiedelt in Mitteleuropa Getreidefelder, seltener Hackfruchtfelder oder Ödland. Es ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Caucalido-Scandicetum aus dem Verband Caucalidion.[2]
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).[3]
Durch chemische Unkrautbekämpfung ist es in Mitteleuropa selten geworden; es tritt dort nur noch vereinzelt und unbeständig in den Kalkgebieten der Mittelgebirge auf.[4] Die Zahl der Fundorte, an denen das Flammen-Adonisröschen nach dem Zweiten Weltkrieg noch vorkam, ist drastisch zurückgegangen.[4]
Das Flammen-Adonisröschen ist wahrscheinlich während der Jungsteinzeit nach Deutschland gelangt (Archäophyt) und war früher häufig. Infolge intensivierter Anbaumethoden ist es seit Jahrzehnten in Deutschland nur mehr sehr zerstreut zu finden. Adonis flammea ist wie schon 1996 nach Korneck et al. in der Roten Liste der Pflanzenarten Deutschlands auch 2018 nach Metzing et al. mit der Kategorie 1 = „vom Aussterben bedroht“ bewertet.[1]
In Österreich tritt das Scharlach-Adonis sehr selten besonders im pannonischen Gebiet auf. Die Vorkommen beschränken sich auf die Bundesländer Wien, Niederösterreich, Burgenland und Tirol. Es gilt in Österreich als „stark gefährdet“ und im alpinen Bereich und im nördlichen und südöstlichen Alpenvorland als „vom Aussterben bedroht“.
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung von Adonis flammea erfolgte 1776 durch Nicolaus Joseph von Jacquin in Florae Austriacae, sive plantarum selectarum in Austriae archiducatu sponte crescentium, icones, Band 4 Seite 29, Tafel 355.
Inhaltsstoffe
Wie auch die übrigen Arten der Gattung Adonis ist Adonis flammea giftig, insbesondere durch seinen Gehalt an herzwirksamen Glykosiden (Cardenolide), wobei Adonitoxin und Cymarin die Hauptglykoside darstellen.