Wiesen-Kuhschelle
Art der Gattung Kuhschellen (Pulsatilla)
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Die Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis), auch Wiesen-Küchenschelle und Schwarz-Küchenschelle genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kuhschellen (Pulsatilla) innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).
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Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Pulsatilla pratensis | ||||||||||||
| (L.) Mill. |
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Wiesen-Kuhschelle ist eine mehrjährige, krautige Pflanze. Die oberirdischen Pflanzenteile sich dicht mit relativ langen, seidig weißen Trichomen besetzt.
Die quirlständigen, hochblattartigen Stängelblätter sind stark zerteilt.
Generative Merkmale
Die Blütezeit liegt im zeitigen Frühjahr zwischen April und Mai. Die Wiesen-Kuhschelle bildet große, nickende Blüten aus. Die zwittrige Blüte ist bei einem Durchmesser von bis zu 5 Zentimetern radiärsymmetrisch. Die schwarz-violetten Perigonblätter sind länger als die gelb bis gelblichweiß gefärbten Staubblätter.
Die Chromosomenzahl beträgt für beide mitteleuropäischen Unterarten 2n = 16.[1] Selten kommt aber auch die Chromosomenzahl 2n = 32 vor.[2]

Vorkommen und Gefährdung
Die Wiesen-Kuhschelle hat ursprüngliche Vorkommen in Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Österreich, Tschechien, Slowakei, Polen, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Rumänien, Moldau, Ukraine, Belarus, Litauen, Lettland, Estland, Russland und Kasachstan.[3]
Die Wiesen-Kuhschelle besiedelt Sand- oder Silikattrockenrasen und lichte Kiefern- oder Eichenwälder mit kalkreichem Untergrund. Diese Pflanzenart ist eine Kennart der Sandtrockenrasen (Festuco-Sedetalia) und wächst dort zusammen mit der Sand-Grasnelke (Armeria maritima subsp. elongata) und Schwingel-Arten (Festuca).
Die Wiesen-Küchenschelle gilt in Mitteleuropa als „gefährdet“.
Die Wiesen-Küchenschelle kommt in Deutschland nur etwa nordöstlich der Mittelgebirge vor. In den meisten Bundesländern Deutschlands steht sie auf den Roten Listen und ist nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt.
In Österreich tritt die Schwarz-Küchenschelle im pannonischen Gebiet zerstreut auf, sonst sehr selten. Die Vorkommen erstrecken sich auf die Bundesländer Wien, Niederösterreich, das Burgenland, die Steiermark und Unterkärnten. Die Wiesen-Küchenschelle gilt als „gefährdet“, im Alpengebiet und im nördlichen und südöstlichen Alpenvorland sogar als „stark gefährdet“. In mindestens einem Bundesland steht sie unter vollständigem gesetzlichen Naturschutz.[4]
Systematik
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen Anemone pratensis durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 539. Die Neukombination zu Pulsatila pratensis (L.) Mill. wurde 1768 durch Philip Miller in Gardeners Dictionary, 8. Auflage unter Pulsatilla Nr. 2 veröffentlicht. Ein Synonym für Pulsatila pratensis (L.) Mill. ist Pulsatilla zimmermannii Soó.
Je nach Autor gibt es in Mitteleuropa mehrere Unterarten,[1][5] andere Autoren halten diese Sippen statt Unterarten eher für Varietäten dieser Art.[2]:
- Pulsatilla pratensis subsp. hungarica (Soó) Soó: Sie kommt von Mitteleuropa bis Rumänien vor.
- Pulsatilla pratensis (L.) Mill. subsp. pratensis: Blätter seidig glänzend behaart. Sie kommt auf kalkarmen Sandböden vor. Sie kommt in Mitteleuropa in Dänemark und in Mecklenburg-Vorpommern vor.
- Pulsatilla pratensis subsp. nigricans (Stoerck) Zämelis: Blätter nicht glänzend behaart. Sie kommt auf kalkreichen Sandböden vor. Sie kommt in Mitteleuropa in Deutschland in Berlin-Brandenburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen vor, in Österreich in Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland, Kärnten sowie Steiermark und in Tschechien und Polen vor.[5]
Trivialnamen
Für die Wiesen-Kuhschelle sind oder waren, zum Teil nur regional, auch die Bezeichnungen Bitzblume (Sachsen), Bitzwurz, Glockrose (Mark Brandenburg), Osterglöckchen (für die var. montana in Tirol bei Brixen) und kleiner Ziegenbart gebräuchlich.[6]
Verwendung in der Frauenheilkunde
Bereits die Kelten und Germanen sollen Pulsatilla pratensis als vor allem von Frauen benutzte Heilpflanze gekannt haben.[7] Auch in der Antike soll sie eine solche Verwendung gefunden haben.[8] Im Mittelalter wurde ihre Anwendung von Leonhart Fuchs in seinem New Kreüterbuch aus dem Jahr 1543 beschrieben.[9] Die moderne Phytotherapie lässt neue Anknüpfungen in diese Richtung erkennen.[10]