Séguin de Badefol
Anführer einer Grande Compagnie im Hundertjährigen Krieg
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Séguin de Badefol (* 1330 in Badefols-sur-Dordogne, † unsicher 1365 in Pamplona), mit dem Spitznamen Chopin, war ein Anführer der Grandes Compagnies während des Hundertjährigen Krieges in Frankreich.

Name und Herkunft

Séguin II. de Badefol war der älteste Sohn des Séguin I. Gontaut de Badefol (* 1300; † 8. September 1371), Seigneur von Badefols-sur-Dordogne (Region Nouvelle-Aquitaine), aus dessen am 15. Juni 1329 geschlossener Ehe mit Marguerite de Bérail (* 1305). Er hatte drei Brüder, Jean, Pierre, Gaston und eine Schwester, Dauphine, die Pierre de Cugnac heiratete. Er hatte väterlicherseits zudem zwei uneheliche Halbbrüder und drei uneheliche Halbschwestern.
Séguin de Badefol bekam den Beinamen Chopin in der Bedeutung von hinken, was auf einen körperlichen Defekt hindeutet.
Leben
Die Heimat Séguins de Badefol war Aquitanien, das damals dem König von England gehörte. Zu Beginn diente er dem König von Frankreich, Philippe VI. de Valois, um 1350 schlug er sich jedoch auf die Seite der Godons[1] (Schimpfwort für die Engländer) und zog in den Krieg gegen die Franzosen.
Als Anführer von rund 2000 Kämpfern zog er mit Edward of Woodstock, dem Schwarzen Prinzen, in die Schlacht von Poitiers, die am 19. September 1356 stattfand. Als Lieutenant konnte er große Schätze erbeuten. Nach dem Vertrag von Brétigny vom 8. Mai 1360 entließen die Kriegsparteien ihre Truppen, die dadurch arbeits- und erwerbslos wurden.
Séguin wurde Oberhaupt einer der Grandes Compagnies – zu Ehren seiner Mutter nannte er seine Einheit la Margot – und schwadronierte gemeinsam mit Bertucat d’Albret mit seinen Leuten im Languedoc, Roussillon, Toulousain und Rouergue. Schließlich zogen die Routiers gegen das französische Kronland, um den ehemaligen Feind zu quälen.
Gemeinsam nahmen sie 1362 Montbrun ein, plünderten Saint-Flour. Sie vereinigten sich mit Perin de Sasine, genannt Petit-Meschin (der kleine Knecht) und den Tard-Venus und gemeinsam schlugen sie die Schlacht bei Brignais am 6. April 1362 gegen Jacques I. de Bourbon, comte de La Marche.
1363 exkommunizierte der Papst Urban V. alle Anführer der Routiers, was jedoch Séguin de Badefol nicht groß zu stören schien.
In der Folge kehrte Séguin mit Petit-Meschin, Louis Rabaut, Arnaud de Solis und Espiote ins Languedoc zurück, um zu plündern. Am 13. September 1363 nahmen sie Brioude ein. Diese Burg befestigte Séguin derart, «dass er keinen Gegner zu fürchten hatte» (Jean Froissart, Chronique de France). Séguins Truppen plünderten Le Puy-en-Velay, La Chaise-Dieu, Clermont, Chilhac und Riom und verwüsteten die Auvergne. In der Folge wütete er mit seinen Männern in Lyon und in den Gemeinden der Bresse.
1364 zog Séguin zusammen mit Karl II., genannt der Böse, in Richtung Normandie, durchquerte La Charité-sur-Loire und begab sich anschließend in die Region zwischen Lyon und Mâcon um diese zu verwüsten. Am 21. Mai 1364 wurde in Clermont-Ferrand ein Vertrag geschlossen, wonach Séguin de Badefol Brioude zu räumen hatte. Er zog sich jedoch nicht sofort in die Gascogne zurück, sondern brachte die Flüsse Saône und Rhone unter seine Kontrolle, eroberte etwa 60 Burgen, darunter Anse, das den Kanonikern der Kathedrale Saint-Jean gehörte. Fortan zierte er sich mit dem Titel Hauptmann von Anse (capitaine d’Anse).
Nachdem er Brioude über ein Jahr besetzt gehalten hatte, räumte er die Stadt gegen Bezahlung und zog sich endlich in die Gascogne zurück.
Tod von Séguin
Séguin de Badefol hielt es nicht lange untätig aus, er zog nach Navarra um von Karl dem Bösen den ausstehenden Sold einzufordern. Diesem fiel es jedoch leichter, Séguin zu vergiften, als ihn zu bezahlen. Karl der Böse ließ Séguin am Dezember 1365 in Pamplona mit Feigen vergiften.
Nach einer anderen Version starb Séguin erst im Februar 1366 in Falces, vergiftet durch Quitten und Birnen.
Weblinks
- Der Hunderjährige Krieg und wir. Séguin de Badefol. In: la-guerre-de-cent-ans-et-nous.com. Abgerufen am 17. Januar 2026.
- Christian Bourrier: Seguin de Badefol, l’enfant terrible d’une fratrie. In: espritdepays.com. Abgerufen am 17. Januar 2026 (französisch).
- Seguin de Badefol. (PDF) In: amis-allegre.org. Les Amis d’Allègre, Association historique et culturelle, abgerufen am 17. Januar 2026 (französisch).