Sekundärwald
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Als Sekundärwald wird die Baumgesellschaft bezeichnet, die sich nach Zerstörung des Primär- oder Urwaldes durch die natürliche Sukzession bildet. Im Gegensatz hierzu steht der angepflanzte Nutzwald, dessen Baumartenzusammensetzung nicht auf natürlichem Wege zustande kommt.
In tropischen Gebieten gibt es durch den dort traditionellen Wanderfeldbau einen großen Anteil an Sekundärwald. Bei unveränderten Umweltbedingungen wird sich Sekundärwald wieder zum ursprünglichen Schlussbestand entwickeln, sofern die Fläche an Urwald grenzt und die Klimaxbaumarten sich von dort aus wieder ansiedeln können. Die Dauer dieses Prozesses ist unter anderem von der Größe der entwaldeten abgegangenen Fläche abhängig.
Untersuchungen zur Sekundärsukzession in tropischen Trockenwäldern zeigen eine Differenzierung zwischen der taxonomischen und der funktionellen Bestandsentwicklung. Während die konkrete Artenzusammensetzung häufig stochastischen Prozessen unterliegt, folgt die Ausbildung funktioneller Merkmale deterministischen Pfaden. Demnach konvergieren die ökologischen Rollen innerhalb des Ökosystems im Zeitverlauf gegen einen vorhersagbaren Zustand, selbst wenn die taxonomische Identität der beteiligten Baumarten variiert. Für die Praxis der Waldrestaurierung bedeutet dies eine Schwerpunktverlagerung von der Wiederansiedlung fester Artenlisten hin zur Wiederherstellung der ökologischen Funktionalität.[1]
In tropischen Regenwäldern unterscheidet sich der Sekundär- vom Primärwald augenfällig durch fehlende Übersteher,[2] ein niedrigeres Kronendach[3] und einen dichteren Unterwuchs. Seine biologische Vielfalt ist deutlich geringer.
Literatur
- Reinhold Erlbeck: Das Kosmos Wald- und Forstlexikon. Kosmos, Stuttgart 1998, ISBN 3-440-07511-7.
- Urania Pflanzenreich: Vegetation. Urania, Leipzig – Jena – Berlin 1995