Senatus consultum de Aphrodisiendibus
Senatsbeschluss
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Das Senatus consultum de Aphrodisiensibus war ein am 2. Oktober 39 v. Chr. in Rom erlassener Senatsbeschluss zur Verwaltung des Reichs. Er verlieh der antiken kleinasiatischen Stadt Aphrodisias in Karien den Status einer civitas libera, einer freien Gemeinde. Mit dem Beschluss wurden Wohlwollen und Freundschaft zugesichert, was dem Bündnis zu Rom Auffrischung verlieh. Ebenso wurde mit der Stadt Plarasa verfahren. Die Bevölkerung wurde von öffentlichen Abgaben befreit, auch wurde die Steuerpflicht aufgehoben, dokumentiert durch die Streichung aus dem Steuerregister. Römische Bürger sollten ihre Streitigkeiten außerdem vor eigenen Gerichtshöfen austragen dürfen. Letztlich brauchten sie bei Finanzierungsbedarf keine Bürgschaftsrechtlichen Sicherheiten mehr auf Kredite leisten.
Neben den rechtlichen Aspekten geht der Beschluss detailliert auf historische Ereignisse der Gemeinde Aphrodisias in der Zeit des zweiten Triumvirats ein. Dabei wird schließlich ihr Status als civitas libera et foederata („freie und verbündete Gemeinde“) bestätigt. Mit außenpolitischer Wirkung erlangte Aphrodisias Schutzstatus die Zusicherung vor Gefahren und Verfolgung. Dieses Versprechen steht im Zusammenhang mit den kultischen Feierlichkeiten, die im zentralen Aphrodite-Tempel praktiziert wurden. Letztlich informiert das Konsult noch über die allgemeine Verwaltungsarbeit des Senats zum Ende der Zeit der Republik.
Eine griechische Übersetzung des Textes ist zumindest zur Hälfte in Form einer fragmentarisch erhaltenen Inschrift überliefert. In der epigraphischen Wissenschaft gilt diese trotz der unvollständigen Erhaltung als einer der längsten bekannten Rechtstexte.
Literatur
- José Luis Alonso, Ulrike Babusiaux: Papyrologische und epigraphische Quellen. In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): Handbuch des Römischen Privatrechts. Band 1 §§ 1–58. Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-152359-5, S. 222–317, hier S. 291 (Rn. 152).
- Helmut Freis: Historische Inschriften zur römischen Kaiserzeit von Augustus bis Konstantin (= Texte zur Forschung. Band 49). 2., durchgesehene Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1994, ISBN 3-534-08586-8, S. 31–35, Nummer 21 (deutsche Übersetzung der Inschrift).
- Paul Frédéric Girard, Félix Senn, Vincenzo Giuffré (Hrsg.): Les lois des Romains (= Neuauflage von Band 2 des Werkes von Paul Frédéric Girard u. a. (Hrsg.): Textes de droit romain), Camerino 1977. S. 304–308.
- Andrea Raggi, Pierangelo Buongiorno (Hrsg.): Il „senatus consultum de Plarasensibus et Aphrodisiensibus“ del 39 a. C. (Ausgabe, Übersetzung und Kommentar) (= Acta senatus. Reihe B, Band B. 7). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-515-12637-3.
Weblinks
- Inscriptions of Aphrodisias (IAph): Senatus consultum de Aphrodisiensibus, abgerufen am 3. August 2026