Apophthegma

situationsgebundener Sinn- oder Denkspruch From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Apophthegma (griechisch ἀπόφθεγμα, von ἀποφθέγγομαι apophthengomai, deutsch sprechen, verkünden, eine (inspirierte) Rede halten; Plural Apophthegmata, seltener Apophthegmen) ist die griechische und heutige literaturwissenschaftliche Bezeichnung für einen in Prosaform gehaltenen Denkspruch oder treffend formulierten Ausspruch, dessen ursprünglicher Anlass und dessen Sprecher mit erwähnt werden.[1] Ein Apophthegma ist also zweigeteilt; einerseits nennt es den Situationsbezug bzw. Anlass (occasio), und andererseits bringt es die in diesem Zusammenhang erfolgte Äußerung (sententia).[2]

Darunter können unter anderem Sentenzen, Aphorismen und geflügelte Worte fallen – sofern die konkrete Sprechsituation, deren Kontext sich der jeweilige Ausspruch verdankt, mit genannt wird. Vom Epigramm unterscheidet sich das Apophthegma durch seine Prosaform.[1]

Der Ursprung der Gattungs­geschichte liegt in den Apophthegmata, die in den plutarchischen Moralia enthalten sind.[1] Beispiel aus Plutarch: „Als Archelaos von einem schwatzhaften Friseur gefragt wurde, wie er ihm die Haare schneiden solle, antwortete Archelaos: ‚schweigend‘.“[2][3]

Im Deutschen ist der Begriff spätestens seit Julius Wilhelm Zincgrefs Hauptwerk Apophthegmata, der Teutschen scharpfsinnige kluge Sprüch (1626–1631) eingeführt.

Siehe auch

Literatur

  • Gisbert Ter-Nedden: Gedruckte Sprüche. Medientechnische Reflexionen über Sprichwort, Apophthegma und Aphorismus. In: Medien und Maschinen. Literatur im technischen Zeitalter. Hrsg. von Theo Elm, Hans H. Hiebel. Rombach, Freiburg 1991, S. 93–106.
  • Wilhelm Gemoll: Das Apophthegma. Literarhistorische Studien. Wien/Leipzig 1924.

Einzelnachweise

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