Ōta Shizuko
japanische Dichterin und Schriftstellerin
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Ōta Shizuko (japanisch 太田 静子; geboren 18. August 1913 in Echigawa (heute: Aishō), Präfektur Shiga; gestorben 24. November 1982) war eine japanische Dichterin und Schriftstellerin. Sie war die Geliebte von Dazai Osamu, in dessen Werk „Shayō“ (斜陽, „Die sinkende Sonne“) sie als fiktive Person und mit ihrem eigenen Tagebuch Eingang fand. Aus der Verbindung mit Osamu ging ihre Tochter, die Schriftstellerin Haruko Ōta (* 1947) hervor.[1]

Leben und Wirken
Shizuko wurde 1913 als vierte Tochter des Arztes Mori Ōta und dessen Frau Kisa in Echigawa in eine begüterte Familie geboren. Aus der Familie kamen über Generationen die Leibärzte des Daimyō von Kyūshū. Shizukos Onkel Owada Teiji, der jüngere Bruder ihrer Mutter, war Vizeminister des Ministeriums für Verkehr und Postwesen (逓信省, Teishin-shō). Nach seinem Ausscheiden aus dem Ministerium war Teiji Direktor des Chemieunternehmens Nippon Sōda und Vorsitzender der „Nippon Telegraph and Telephone Public Corporation“ (日本電信電話公社).
Shizuko besuchte die Mädchenoberschule Aichi (heute: Mädchenoberschule der Präfektur Shiga). Danach schloss sie die Jissen-Frauenuniversität Tokio im Fach Hauswirtschaftslehre ab.[2] Sie begann sogenannte Kōgo-Tanka (口語短歌), das sind Gedichte in moderner, gesprochener Umgangssprache, zu schreiben und veröffentlichte sie in der Zeitschrift „Tanka to hōhō“ (短歌と方法, etwa: Tanka und Methode) und 1934 in der Gedichtanthologie Ishō no fuyu (衣裳の冬, etwa: Winterkleid).[2]
Als ihr Vater im Mai 1938 starb, heiratete Shizuko im November auf Betreiben der Familie einen Arbeitskollegen und Freund ihres jüngeren Bruders. Shizuko brachte im November 1939 eine Tochter, Mariko zur Welt, die jedoch nach weniger als einem Monat verstarb. Daraufhin wurde die Ehe im Februar 1940 einvernehmlich geschieden.[1]
Begegnung mit Dazai Osamu
Nach diesem Schicksalsschlag empfahl Shizukos jüngerer Bruder, ein Literaturkenner, Dazais Werk „Kyokō no hōkō“ (虚構の彷徨) zu lesen. Zu diesem Zeitpunkt war Dazai in sein Elternhaus nach Senzoku zurückgekehrt und hatte sich gerade in der Literaturwelt etabliert. Als Shizuko ihm 1941 ein tagebuchartiges Bekenntnis über den Tod ihrer Tochter zusandte, erhielt sie unerwartet eine Einladung von Dazai Osamu. Zusammen mit einer befreundeten Studentin besuchte sie Osamu und verliebte sich in ihn. Dazai hatte 1939 Tsushima Michiko (eigentlich Michiko Ishihara) geheiratet und war Mitte 1941 Vater geworden. Seine Frau Michiko bemerkte die sich vertiefende Beziehung zwischen Shizuko und Dazai, sodass Dazai seinen Freund, den Literaturkritiker Tsutsumi Shigehisa (1917–1999) um Hilfe bat, um sich mit Shizuko zu treffen. Shizuko hingegen lehnte den Umgang mit einem Mann, der nicht daran dachte sie zu heiraten, zunächst ab. Im Herbst 1943 wurde Shizuko infolge des Zweiten Weltkriegs in das Ferienhaus Daiyūzan, das einem Freund ihres Onkels Teiji gehörte und das in Shimosoga (heute: Odawara) in der Präfektur Kanagawa lag, evakuiert. Shizuko sah Dazai im Januar 1944 in eben jenem Ferienhaus wieder. Dazai hatte zusammen mit einem befreundeten Dramaturgen drei Tage lang in einem Hotel an einer Filmbearbeitung von Kajitsu (佳日, etwa: Ein glücklicher Tag) gearbeitet und nutzte die Gelegenheit Shizuko im Ferienhaus zu besuchen.
Nachkriegszeit
Nach dem Krieg besuchte Shizuko Dazai im Januar 1947 in seinem Arbeitszimmer in Mitaka. Als Dazai Shizuko bat, ihm ihr Tagebuch als Material für einen Roman zu überlassen, antwortete sie ihm, dass sie es überlegen wolle, wenn er sie in Shimosaga besuchte. Dazai fuhr daraufhin im Februar 1947 nach Shimosaga, erhielt wie versprochen Shizukos Tagebuch und verwendete es für die Figur der Kazuko in seinem Roman „Shayō“. Während Dazai im folgenden März mit seiner Ehefrau Michiko erneut Vater wurde, war Shizuko zugleich schwanger geworden. Shizuko reiste daraufhin zusammen mit ihrem jüngeren Bruder zu Dazai nach Mitaka. Dazai empfing sie frostig und wich ihr aus, sodass sie enttäuscht nach Shimosaga zurückkehrte. Während ihres Besuchs bei Dazai begegnete sie auch Yamazaki Tomie, einer weiteren Geliebten Dazais, mit der er ein Jahr später Selbstmord beging. Es war das letzte Mal, dass Shizuko Dazai lebend sah.
Am 12. November wurde Shizukos Tochter Haruko geboren. Wiederum reiste Shizukos jüngerer Bruder zu Dazai und erlangte ein Anerkennungsschreiben für Shizukos Tochter Haruko. Am 15. Dezember dann erschien Dazais Roman „Shayō“ bei Shinchōsha. Nach seinem Selbstmord sollte auch Shizuko Tantiemen aus dem Verkauf des Romans „Shayō“ erhalten. Die Familie Tsushima zahlte hingegen nicht, sodass Shizuko ihr Tagebuch selbst unter dem Titel „Shayō Nikki“ (斜陽日記) veröffentlichte.[3]
Ihren Lebensabend bestritt Shizuko als Köchin und Hausmutter.[1] 1950 veröffentlichte sie ihr Werk Ahare waga uta (あはれわが歌). Shizuko erkrankte an Leberkrebs, an dem sie 1982 im Alter von 69 Jahren starb.
Werke
- 1948 Shayō Nikki (斜陽日記)
- 1948 Shōsetsu Dazai Osamu (小説太宰治, etwa: Dazai Osamu Roman)
- 1950 Ahare waga uta (あはれわが歌, etwa: Mein trauriger Gesang)
Verfilmungen
- 1967 Shayō no omokage (斜陽のおもかげ), erste Regiearbeit von Kōsei Saitō für Nikkatsu, mit Sayuri Yoshinaga in der Hauptrolle. Die Verfilmung basiert auf dem Werk Shuki (手記, etwa: Aufzeichnungen) von Shizukos Tochter Haruko.
- 2019 Ningen shikkaku Dazai Osamu to sannin no onnatachi (人間失格 太宰治と3人の女たち, etwa: Gezeichnet - Dazai Osamu und (seine) drei Frauen) unter der Regie von Mika Ninagawa, mit Shun Oguri in der Hauptrolle.
Literatur
- 太宰治 新潮社日本文学のアルバム. Shinchōsha, Tokio 1983, ISBN 978-4-10-620619-1, S. 90–91.
Weblinks
- 太宰治と太田静子と「斜陽」. Abgerufen am 24. Januar 2026 (japanisch).