Simon & Schuster

amerikanischer Buchverlag From Wikipedia, the free encyclopedia

Simon & Schuster ist eine in New York ansässige amerikanische Dachgesellschaft und Verlagsgruppe für Buchverlage und -Imprints. Simon & Schuster ist zudem der Name eines der Imprints der Verlagsgruppe.

Schnelle Fakten
Simon & Schuster Inc.
Logo
Rechtsform Tochterfirma
Gründung 1924
Sitz New York City
Branche Verlagswesen
Website www.simonandschuster.com
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Seit Oktober 2023 gehört die Gesellschaft zu KKR & Co., die sie von der damaligen Paramount Global kaufte.[1]

Geschichte und Programm

Der Verlag wurde am 2. Januar 1924 von Richard L. Simon (1899–1960), Vater der Sängerin und Songschreiberin Carly Simon, und des Österreich-Ungarischen Auswanderers Max Lincoln Schuster (1897–1970) gegründet. Ihre erste Veröffentlichung, welche am 10. April desselben Jahres ausgeliefert wurde, war ein Kreuzworträtselbuch, das mit einem Bleistift versehen war. Mit solchen Rätselbüchern hatten die Verleger anfangs großen Erfolg, wandelten sich aber mit der Zeit zu einem renommierten Buchverlag mit einem breitgefächerten Sortiment.

Die aggressive Werbung und neue Marketingstrategien schlugen sich auch im kommerziellen Erfolg nieder. So war S&S das erste Verlagshaus, das Buchhändlern auch die unverkauften Remittenden vergütete. 1939 war er der erste amerikanische Verlag, der Taschenbücher auf den Markt brachte. Eigens zu diesem Zweck wurde die Tochtergesellschaft Pocket Books ins Leben gerufen. Die Neuerung löste eine Revolution im Buchhandel aus.

1944 erwarb der Kaufhausmagnat Marshall Field den Verlag, doch nach dessen Tod 1957 kauften die Gründer Simon und Schuster mit den Investoren Leon Shimkin und James M. Jacobson das Unternehmen wieder zurück. 1958 begann der junge Michael Korda seine Tätigkeit beim Verlag. Er stieg in den Folgejahren bis zum Cheflektor auf und behielt diese Position bis zum Jahr 2006.

1975 wurde es an den Mischkonzern Gulf and Western Industries verkauft und expandierte stetig durch den Zukauf zahlreicher Kleinverlage. 1994 wurde das nunmehr als Paramount Communications firmierende Konglomerat vom Medienkonzern Viacom gekauft, der per 1. Januar 2006 in die beiden neuen Konzerne CBS Corporation (der rechtliche Nachfolger der alten Viacom) und Viacom (einem neuen Unternehmen, welches den alten Namen weiterverwendet) aufgeteilt wurde. Ab der Aufteilung gehörte Simon & Schuster zur CBS Corporation, ab deren Wiedervereinigung mit Viacom im Jahr 2019 zu ViacomCBS, die 2022 den Namen Paramount Global annahm.

Eine versuchte Übernahme durch die Verlagsgruppe Penguin Random House, die zu Bertelsmann gehört, für knapp 2,2 Mrd. US-Dollar kam nicht zustande. Im November 2020 wurde das Kaufangebot bekanntgegeben,[2][3][4] das US-Justizministerium reichte dagegen Klage ein,[5] das Bundesbezirksgericht des District of Columbia untersagte die Transaktion im Oktober 2022,[6] Bertelsmann wollte erst in Berufung gehen, aber entschied sich nach Gesprächen mit Paramount Global dagegen und hatte nach Verstreichen der Übernahmefrist eine Vertragsstrafe an Paramount zu zahlen.[7][8] Die Antitrust-Abteilung des Justizministeriums argumentierte, dass die Übernahme zu einer Verringerung der Autorenvergütung hätte führen können.

Mit dem im Oktober 2023 vollzogenen Kauf durch KKR & Co. für 1,62 Milliarden US-Dollar ist Simon & Schuster zum ersten Mal seit 1975 nicht mehr Teil eines börsennotierten Medienkonzerns. Als privat gehaltenes Unternehmen muss es seine Finanzkennzahlen nicht mehr regelmäßig öffentlich machen.[1]

Laut Eigendarstellung aus dem Jahr 2010 gaben der Verlag und seine Ableger rund 2000 Buchtitel jährlich heraus.[9]

Im Jahr 2000 machte Simon & Schuster von sich reden, als es Stephen Kings Riding the Bullet ausschließlich als E-Text herausgab. 2022 machte Simon & Schuster von sich reden, als eine limitierte Luxusausgabe des Buchs The Philosophy of Modern Song von Bob Dylan zugesicherte Eigenschaften nicht erfüllte: Die 900 Exemplare waren als von Dylan handsigniert beworben; es lag ein Schreiben von CEO Jonathan Karp bei, das vorgab, die Echtheit der Unterschrift zu bestätigen. Die Bücher gingen zu einem Preis von knapp 600 US-Dollar in den Handel. Kurz nach der Veröffentlichung stellten Käufer fest, dass die Bücher von einer Signiermaschine unterschrieben worden waren, was Dylan und der Verlag in der Folge zugaben.[10][11]

Verlage und Imprints

Simon & Schuster besteht aus den vier Verlagen bzw. Verlagsgruppen Simon & Schuster Adult Publishing, Simon & Schuster Children’s Publishing, Simon & Schuster Audio und Simon & Schuster International, die ihrerseits aus Imprints und/oder Verlagsgruppen bestehen.

Simon & Schuster Adult Publishing

Diese Verlagsgruppe besteht aus Imprints, in denen Bücher für Erwachsene erscheinen.

  • Atria
  • Folger Shakespeare Library
  • Free Press
  • Gallery Books
    • Jeter Publishing
    • Pocket Books
    • Pocket Star – Speziell für E-Books
    • Scout Press
  • Howard
  • North Star Way
  • Scribner
  • Simon & Schuster
  • Summit Books (-2019)
  • Treshold Editions
  • Touchstone

Simon & Schuster Children’s Publishing

Diese Verlagsgruppe besteht aus Imprints, in denen Bücher für Kinder erscheinen.

  • Aladdin
  • Atheneum
  • Simon & Schuster Books for Young Readers
  • Beach Lane Books
  • Little Simon
  • Margaret K. McElderry
  • Paula Wiseman Books
  • Saga Press
  • Simon Pulse
  • Simon Spotlight

Simon & Schuster Audio

Diese Verlagsgruppe besteht aus Imprints, in denen Hörbücher erscheinen.

Simon & Schuster International

Diese Verlagsgruppe besteht aus Imprints speziell für Australien, Kanada und das Vereinigte Königreich.

  • Simon & Schuster Australia
  • Simon & Schuster Canada
  • Simon & Schuster UK
    • Simon & Schuster
    • Simon & Schuster Illustrated
    • Simon & Schuster Children’s Books

Einzelnachweise

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