Kathedrale von Chennai
Kathedrale in Indien
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Die Kathedrale von Chennai (auch St Thomas Basilica, San Thomé Basilica, Santhome Basilica, Tamil: சாந்தோம் பசிலிக்கா) ist die Bischofskirche des römisch-katholischen Erzbistums Madras-Mylapore im Südosten des Indischen Subkontinents. Die Kathedrale befindet sich an der Stelle der angeblichen Grabstätte des Apostels Thomas; im Jahr 1956 wurde sie von Papst Pius XII. in den Rang einer Basilica minor erhoben.



Lage
Die Kathedrale (St Thomas Basilica) befindet sich in Mylapore, einem Stadtteil von Chennai (ehemals Madras), der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Tamil Nadu nahe dem Stadtstrand Marina Beach im Südosten der Stadt. Das umliegende Stadtviertel trägt nach der Basilika den Namen Santhome.
Geschichte
Gemäß der christlichen Überlieferung soll der Apostel Thomas nach dem Tod Jesu nach Indien gezogen sein. Nachdem er an der Malabarküste die Thomaschristen missioniert habe, soll er nach Mylapore gekommen sein, das bereits lange vor der Gründung Chennais eine wichtige Hafenstadt war. Der Heilige Thomas habe im Jahr 72 auf dem nahegelegenen St. Thomas Mount den Märtyrertod erlitten und sei danach an der Stelle der heutigen Basilika begraben worden. Der größte Teil seiner Reliquien soll später nach Edessa überführt worden und von dort ins italienische Ortona gelangt sein, seine ursprüngliche Grabstätte wurde in Indien aber weiter verehrt. In Mylapore war eine Kolonie von nestorianischen Christen ansässig, die eine Kirche an der Stelle des Grabes errichteten. Im frühen 16. Jahrhundert scheint die Kolonie sich aber bereits aufgelöst und die Kirche in Trümmern gelegen zu haben.[1]
Anfang des 16. Jahrhunderts gründeten die Portugiesen eine Kolonie in Mylapore, die sie nach dem Heiligen Thomas São Tomé de Meliapore nannten. In den Jahren 1522–23 erbauten sie eine kleine Kirche über dem Apostelgrab. Im Jahr 1749 kam Mylapore in den Besitz der Britischen Ostindien-Kompanie. Während der britischen Kolonialzeit wurde die aus der portugiesischen Zeit stammende Kirche abgerissen und in den Jahren 1893–1896 durch den heutigen Bau ersetzt.
Architektur
Der leuchtend weiß getünchte Kirchenbau hat die Form eines lateinischen Kreuzes und ist im Stil der Neugotik erbaut. Das triumphbogenartig gestaltete Westportal wird von einem imposanten 47 m hohen Kirchturm flankiert, der an die rechte Außenseite der Kirche anschließt. Das ca. 64 m lange und 16 m breite Hauptschiff ist – ebenso wie das deutlich niedrigere Querschiff – mit Holzgewölben bedeckt. Der Chor ist gegenüber dem Langhaus um ca. 1 m erhöht. In der Krypta unter der Kirche befindet sich eine separate Kapelle an der Stelle des ehemaligen Apostelgrabes.
Ausstattung
Eine im linken Seitenaltar befindliche betende und zugleich auf einem Thron sitzende Marienfigur wurde möglicherweise bereits im Jahr 1543 aus Portugal hierher gebracht; sie wird als Our Lady of Mylapore oder Mylai Madha verehrt.
Literatur
- Lucas Ball: Chennai – City of India. Travel Information. Blurb 2024, ISBN 978-1715758875
Weblinks
- Kathedrale von Chennai, Website – Fotos + Infos (englisch)
- Kathedrale von Chennai – Fotos + Infos (englisch)