St. Bartholomäus (Mistelgau)
Sandsteinquaderbau mit Walmdach, Ostturm mit Spitzhelm, Turm 15. Jahrhundert, Turmobergeschoss 1678, Langhaus 1735–37 vermutlich nach Plänen von Johann Andreas Knorr, Portalentwürfe vermutlich nach Entwürfen von Johann David Räntz; mit Kirchena
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Die denkmalgeschützte evangelische Pfarrkirche St. Bartholomäus steht in Mistelgau, einer Gemeinde im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Das Bauwerk ist unter der Denkmalnummer D-4-72-167-12 als Baudenkmal in der Bayerischen Denkmalliste eingetragen. Die Kirchengemeinde gehört zum Dekanat Bayreuth-Bad Berneck im Kirchenkreis Bayreuth der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.


Beschreibung
Das Langhaus der Saalkirche aus Quadermauerwerk mit drei Jochen wurde in den Jahren 1735 bis 1737 vermutlich nach Plänen von Johann Andreas Knorr an den Kirchturm, den Chorturm vom Vorgängerbau aus dem 15. Jahrhundert, nach Westen angebaut. Das oberste Geschoss des Kirchturms mit Turmuhr und Glockenstuhl sowie der schiefergedeckte, achtseitige Knickhelm kamen erst 1678 dazu. Die Portale im Langhaus entwarf vermutlich Johann David Räntz. Der Chor im Erdgeschoss des Chorturms ist mit einem Kreuzgratgewölbe überspannt, der Stuck stammt von Martin Grasser.
Der Innenraum des Langhauses mit doppelstöckigen Emporen ist an drei Seiten mit einem Spiegelgewölbe bedeckt. Der Stuck stammt von Johann Nicolaus Feeg. Die Deckenmalerei schuf Georg Christoph Gebhard. Es ist ein Bild der Taufe Jesu im Jordan und über dem Chorbogen eine Darstellung des Auges Gottes. Der Altar wurde 1705 und die Kanzel 1718 von Johann Caspar Fischer gebaut. Sie wurden wie das 1686 von Johann Georg Brenck gestaltete Taufbecken aus dem Vorgängerbau übernommen.

Der Altar ist im Stil des Barock gestaltet, mit ausladendem bunten floralen Schnitzwerk links und rechts. In der Mittelnische steht zwischen mit Trauben besetzten, gewendelten roten Säulen vor einem offenen goldenen Vorhang eine Kreuzigungsgruppe. Das Kruzifix wird scheinbar von kleinen Engeln umschwebt. Leicht in den Vordergrund gerückt stehen die Statuen von Maria und dem Apostel Johannes, ihre Gewänder in Gold gefasst. Auf dem Altarauszug steht in der Mitte der auferstandene Christus, links und rechts sitzen Simon Petrus und Paulus von Tarsus.
Die 55 Bilder an den Brüstungen der beiden Emporen, 1712 von Johann Schertel gemalt, stammen auch aus dem Vorgängerbau. Sie zeigen biblische Szenen, jeweils mit einer kurzen Bildunterschrift versehen und mit Hinweis auf die dazugehörige Textstelle im Evangelium. Einmal heißt es: „Das Heidnische Fräulein“. Zu sehen ist die Syrophönizierin,[Anm. 1] eine Heidin, die nach dem Markusevangelium Jesus bittet, ihre Tochter von einem Dämon zu befreien.
Literatur
- Tilmann Breuer u. a.: Franken. Die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken (= Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern I). 2., durchgesehene und ergänzte Auflage. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 1999, ISBN 3-422-03051-4, S. 628 f.
- August Gebeßler: Stadt und Landkreis Bayreuth (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 6). Deutscher Kunstverlag, München 1959, DNB 451450914, S. 126–128.
Weblinks
- Kirchengemeinde Mistelgau
- St. Bartholomäus Mistelgau auf der Website www.markgrafenkirchen.de