St. Ignatius (Südviertel)

Kirchengebäude in Essen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Kirche St. Ignatius war zwischen 1961 und 2025 ein römisch-katholisches Kirchengebäude im Essener Stadtteil Südviertel.

St.-Ignatius-Kirche (2008)
Inneraum (2012)

Geschichte

Vorgängerkirche ab 1924

Im Sommer 1923 wurde der Grundstein für das katholische Jugendhaus an der damaligen Freiligrathstraße (seit 1946: An St. Ignatius) gelegt. Das Gesamtprojekt bestand aus drei Bauabschnitten: dem Jugendheim, einer Residenz des Jesuitenpatres und der Ignatiuskirche am Beiseweg. Diese drei miteinander verbundenen Gebäude im Stil des Spätbarock wurden nach Plänen des Architekten Adam Weinhag 1924 fertiggestellt.[1][2] Der gesamte Gebäudekomplex wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Kirchengebäude von 1961 bis 2025

Die neue Kirche wurde als zur Pfarrgemeinde St. Gertrud gehörige Gemeindekirche und als letztes Projekt des Essener Architekten Emil Jung in den Jahren 1958 bis 1961 erbaut.

St. Ignatius war Kirche des ehemaligen Jesuitenklosters in Holsterhausen. Der Orden verließ im Frühjahr 2012 nach rund 400 Jahren die Stadt Essen.[3]

Die geometrischen Fensterkompositionen aus Betonglas im Altarraum, in den Seitenschiffen und im Eingang stammen aus dem Entstehungsjahr der Kirche und wurden vom Glasbildner Wilhelm Buschulte entworfen. Die vier Fenster in der Kapelle aus Antikglas mit Blei und Schwarzlot entwarfen 1959 die Glasmaler Wilhelm de Graaff und Nikolaus Bette. Sie zeigen Maria mit Kind, Ignatius von Loyola, eine Szene Auf dem Meer sowie den Kreuzweg Christi.[4]

Im November 2013 wurde der marode, freistehende Kirchturm niedergelegt. Zuvor war das Geläut bereits länger außer Betrieb, aus Angst, die Schwingungen könnten am baufälligen Turm Steinschlag auslösen. Das Kirchengebäude war zuletzt im Besitz der italienischen Gemeinde. Das Gemeinde- und Klosterhaus wurde für Gemeindeteile von St. Gertrud mit Kosten von rund einer Million Euro saniert.[3]

Die Kirchenorgel war bereits 2019 verkauft worden.[5] Per Dekret von Bischof Franz-Josef Overbeck vom 2. Februar 2025 wurde die Kirche mit Wirkung zum Besitzübergang am 3. Februar 2025 profaniert.[6] Am 2. Februar fand auch die letzte heilige Messe mit Bischof Overbeck statt, seitdem fanden die Messen zunächst im Gemeindesaal statt, bis die frühere Hauskapelle der Jesuiten umgestaltet wurde.[7] Anstelle der im März 2026 abgerissenen Kirche begannen die Bauarbeiten zur Errichtung einer Kindertagesstätte.[8]

Literatur

  • Karl-Josef Gierlichs/Ludger Kruthoff/Claudia Rademacher-Gottwald: Pfarrkirche St. Ignatius, Essen-Holsterhausen. Fink Verlag, Lindenberg 2003, ISBN 978-3-89870-097-9.

Einzelnachweise

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