St. Stephan (Waldmünchen)

dreischiffige Basilika mit Querhaus, eingezogenem Chor und Flankenturm mit Zwiebelhaube, im Kern mittelalterlich, um Mitte 14. Jahrhundert, nach den Stadtbränden von 1658 und 1708 unter Einbeziehung des 1553-58 errichteten Stadtturms erneuert From Wikipedia, the free encyclopedia

Die römisch-katholische, denkmalgeschützte Pfarrkirche St. Stephan steht in Waldmünchen, einer Stadt im Landkreis Cham in der Oberpfalz. Die Kirche gehört zum Bistum Regensburg. Das Bauwerk ist unter der Denkmalnummer D-3-72-171-18 als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.

St. Stephan (Waldmünchen)
Innenansicht

Beschreibung

Der Baubeginn der im Kern mittelalterlichen Saalkirche war in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Nach den Stadtbränden von 1658 und 1708 wurde sie unter Einbeziehung des 1553–58 errichteten Kirchturms, der auch als Wachturm diente, erneuert und vergrößert. 1708/09 wurde das Mittelschiff erhöht und die beiden Seitenschiffe hinzugefügt. 1872/73 wurde die Basilika um das Querschiff, den apsidial geschlossenen neuromanischen Chor im Osten des Mittelschiffs und den beiden gleichartig schließenden Sakristeien im Osten der Seitenschiffe erweitert. Der im südwestlichen Winkel von Seitenschiff und Querschiff stehende Kirchturm wurde 1783 um ein achteckiges Geschoss aufgestockt, das die Turmuhr und den Glockenstuhl beherbergt, und mit einer Zwiebelhaube bedeckt, auf der eine Laterne sitzt.

Die Innenräume des Mittelschiffs und der Querarme sind mit Stichkappengewölben überspannt, die der Vierung und der Seitenschiffe mit Kreuzgratgewölben. Die Orgel (26/III/P) wurde 1977 von Reinhard Weise gebaut. Eine seltene Besonderheit ist die Horizontaltrompete 4′ im Rückpositiv.[1]

Figuren

Ölberggruppe

Betritt man die Kirche, so befindet sich an der Rückwand rechts eine fast lebensgroße Ölberggruppe mit einem betenden Jesus und den schlafenden Jüngern und dem Engel, der ihm den Leidenskelch bringt. Diese ist gleichzeitig der Beginn des Kreuzweges, der sich gegen den Uhrzeigersinn in der Kirche fortsetzt.

König David

Fast zu übersehen ist die Figur, die den Aufgang zur Empore anführt. Mit Harfe und Krone ist eindeutig König David gemeint.

Marienaltar

Rechts, noch vor der mittleren Treppe, befindet sich der so genannte Marienaltar. Hinter einem Schutzgitter, über dem Tabernakel, ist ein Bild der Madonna mit dem Jesuskind zu sehen, links und rechts neben dem Bild stehen Statuen ihrer Eltern, Joachim und Anna.

Bild von Anna und Maria

Folgt man der rechten Wand gelangt man zu einem Querarm. Auf der rechten Seite dieses Querarms befindet sich einige Meter über dem Boden ein Bild der Heiligen Anna und der noch jungen Maria, die sie im Lesen, der Tora und dem Glauben unterweist.

Gegeißelter Heiland

Ebenfalls in diesem Querarm befindet sich, hinter einem Schutzgitter, der leidende Heiland als Schmerzensmann mit einer beeindruckenden Wunde an der linken Schulter. Das Gitter zeigt die Folterwerkzeuge der Passion, etwa die Heilige Lanze, eine Beißzange, ein Kreuz, ein Hammer und die Dornenkrone.

St. Wolfgang und St. Isidor

Beim Heiligen mit einer Kirche in der Hand, der rechts oberhalb des Altars zu sehen ist, dürfte es sich um den heiligen Wolfgang von Regensburg handeln, in dessen Bistum sich die Kirche befindet. Gegenüber, links oberhalb des Altars, steht der heilige Isidor mit Dreschflegel in der Hand, der als "Bauernheiliger" in der ländlich geprägten Gegend um Waldmünchen mit Sicherheit sehr verehrt wurde.

Figuren am Altarbereich

Am Altarbereich sieht man den Heiligen Josef mit dem Christuskind, eine Herz-Jesu-Statue, die Darstellung Marias als Himmelskönigin mit Christuskind, Krone und Szepter sowie eine Pietà.

St. Stephan

Anders als in vielen Kirchen wird der Kirchenheilige, St. Stephan, nicht als Gemäde dargestellt, sondern in einem Fenster überhalb des Hochaltars. Außerdem ist auf der linken Seite eine Statue des Heiligen zu sehen, gekennzeichnet mit einem Buch sowie einem Stein auf seinem Haupt.

Im linken Seitengang befindet sich außerdem eine Dreiergruppe von Heiligen im Mönchsgewand. Hier sollte es sich um den Heiligen Dominikus (mit einfachem Kreuz in der Hand), dem Bruder Konrad (mit einem Kruzifix in der Hand) und dem Heiligen Antonius von Padua (mit dem Christuskind in der Hand) handeln.

Literatur

Commons: St. Stephan – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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