Stasis (Science-Fiction)
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Stasis (auch Stase, Stasisfeld, Zeitblase) bezeichnet in der Science-Fiction eine Technologie oder ein Phänomen, bei dem ein Objekt, ein Bereich oder eine Person von der normalen Zeitlinie abgekoppelt wird. Innerhalb der Stasis bleibt die Zeit stehen oder läuft extrem verlangsamt ab, sodass Vorgänge wie Alterung, biologische Prozesse oder äußere Einflüsse vollständig unterbrochen werden. Die Stasis dient in vielen SF-Romanen als Möglichkeit, Personen über lange Zeiträume zu konservieren, Gefahren auszusetzen oder Raum- und Zeitreisen zu ermöglichen.
Grundprinzip
Das zentrale Element einer Stasis ist die Isolation des Objekts vom Zeitfluss. Während die äußere Zeit normal vergeht, bleibt im Inneren des Stasisfeldes die Zeit stehen – oder sie läuft so langsam ab, dass praktisch keine Veränderung stattfindet.
Die Technik hinter der Stasis wird selten physikalisch exakt erklärt. Häufig genannte Konzepte sind:
- Zeitverlangsamung relativ zur Außenwelt (durch Gravitation oder Antigravitation).
- Aufhebung der Zeit im Inneren des Feldes (Zeitstillstand).
- Entkopplung vom Raum-Zeit-Kontinuum.
- Kryonik-artige Kältekonservierung, die jedoch technisch keine Zeitstasis, sondern biologische Konservierung ist. In vielen Werken werden beide Konzepte vermischt.
Beispiele in Film und Literatur
- 2001: Odyssee im Weltraum (1968): Die Besatzung der Discovery One verbringt den Großteil der Reise in Stasiskammern; HAL 9000 überwacht sie.
- Alien (1979): Die Crew der Nostromo erwacht aus Hyperschlafkammern – eine Mischung aus Kryostase und Stasis.
- Raumschiff Enterprise (ab 1966): Die Stasis Unit in der Krankenstation dient zur Konservierung von Patienten.
- Doctor Who (ab 1963): Der Doktor verwendet Zeitblasen und Stasisfelder wiederholt, etwa um Gefährten vor dem Tod zu bewahren.
- Star Wars Episode V (1980) – Das Imperium schlägt zurück: Han Solo wird in Karbonit eingefroren – eine visuell ikonische Form der Stasis.
- Interstellar (2014): Die Endurance besitzt Kryokapseln; hier wird Stasis als Überbrückung langer Reisezeiten eingesetzt.
Kulturelle und philosophische Aspekte
Die Stasis in der Science-Fiction spiegelt tiefsitzende menschliche Wünsche wider: den Tod zu überwinden, Gefahren auszusitzen oder die Zeit zu kontrollieren. Sie ermöglicht es, Figuren über Jahrhunderte zu „transportieren“, ohne dass sie altern, und stellt damit narrative Brücken zwischen fernen Epochen her. Gleichzeitig thematisiert Stasis ethische Fragen: Ist es moralisch vertretbar, Menschen jahrzehntelang in Stasis zu halten? Wer entscheidet über das „Auftauen“? Und was geschieht mit der Identität einer Person, die aus einer vergangenen Zeit in eine völlig fremde Zukunft versetzt wird?
Siehe auch
Literatur
- Brian Stableford: Science Fact and Science Fiction. An Encyclopedia. Routledge, New York 2006, ISBN 0-415-97460-7.
- David Seed: A Companion to Science Fiction. Blackwell Publishing, Malden 2005, ISBN 1-4051-1218-2.
- Peter Nicholls, John Clute (Hrsg.): The Encyclopedia of Science Fiction. Orbit, London 1993, ISBN 1-85723-124-4 (Stichwort Stasis).