Stefan Hock
österreichischer Literaturhistoriker und Dramaturg
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Leben
Stefan Hock war ein Sohn des Augenarztes Jakob Hock und der Therese Zitter, ein Onkel war der Literat Ludwig August Frankl. Er besuchte das Piaristengymnasium, studierte deutsche und romanische Philologie an der Universität Wien und wurde 1900 promoviert. Er habilitierte sich 1905 in Wien für Neuere deutsche Literaturgeschichte und arbeitete als Kulturjournalist. Er heiratete 1911 Marie Lattermann, die in ihrem Schreibbüro Typoskripte unter anderem für Arthur Schnitzler erstellt hatte. Sie hatten zwei Kinder. Ab 1919 arbeitete er als Dramaturg am Burgtheater Wien. Ab 1921 war er bei Max Reinhardt Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und ging 1924 mit Reinhardt nach Wien, wo er am Josefstädter Theater wirkte. 1934/35 war er am Raimundtheater Theatermanager bei Paul Barnay. Hock lebte seit 1935 in Großbritannien und emigrierte nach dem Anschluss Österreichs 1938 endgültig.
Hock veröffentlichte unter anderem Werke von Leopold Kompert (1906) und Anastasius Grün (1907) und war 1911 Herausgeber und Kommentator von Grillparzers Werken. Im Jahr 1919 editierte er die Antologie „Lyrik aus Deutschösterreich vom Mittelalter bis zur Gegenwart“. Er übersetzte Dramen aus dem Englischen, Französischen, Italienischen und Russischen ins Deutsche.
Schriften (Auswahl)
- Die Vampyrsagen und ihre Verwertung in der deutschen Literatur. Berlin, 1900 (1977)
- Der Traum, ein Leben : eine literarhistorische Untersuchung. Stuttgart: Cotta, 1904
- (Hrsg.): Eduard von Bauernfelds gesammelte Aufsätze. Wien: Literarischer Verein, 1905
- Von Raymund bis Anzengruber. 1905
- Adalbert Stifter. 1905
- (Hrsg.): Anton Auersperg. Politische Reden und Schriften. 1906
- (Hrsg.): Leopold Kompert: Sämtliche Werke. 10 Bände, 1906
- (Hrsg.): Grillparzers Werke : in sechzehn Teilen. Hrsg., mit Einleitungen und Anmerkungen versehen von Stefan Hock. Berlin: Bong, 1910ff.
- (Hrsg.): Ludwig A. Frankl: Erinnerungen. Mit 3 Bildnissen, einer Abb. und 1 Facs. Prag: Calve, 1910
- Tristan Bernard: Der gefällige Thierry : Lustspiel in 3 Akten. Übersetzung Stefan Hock. Wien: Pfeffer, 1926 (Un Perdreau de l'Année)
- Edouard Bordet: Die Gefangene : Schauspiel in 3 Akten. Übersetzung Stefan Hock. Berlin: Drei Masken, 1930
Literatur
- Hock, Stefan, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,1. München: Saur, 1983, S. 523
- Hock, Stefan, in: Renate Heuer (Hrsg.): Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Band 12, München: Saur 2008, S. 131–139
- Hock, Stefan, in: Handbuch des deutschsprachigen Exiltheaters 1933–1945, Band 2, 1999, S. 425
Weblinks
- Literatur von und über Stefan Hock im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Stefan Hock im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hock, Stefan |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Literaturhistoriker und Dramaturg |
| GEBURTSDATUM | 9. Januar 1877 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 19. Mai 1947 |
| STERBEORT | London |