Stikine Country

Region in Kanada From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Stikine Country (stɪˈkiːn), auch Stikine District oder einfach „The Stikine“ genannt, ist eine der historischen geographischen Regionen der kanadischen Provinz British Columbia. Es liegt vom Alaska Panhandle aus gesehen landeinwärts und umfasst das Einzugsgebiet des Stikine River und seiner Zuflüsse. Der Begriff Stikine–Iskut (eigenständig oder in verschiedenen Kombinationen mit „District“, „Country“, „Region“) ist durchaus auch weit verbreitet, um das Gebiet um den Iskut River zu beschreiben, des größten Zuflusses des Stikine, der auch als sein südlicher Arm angesehen werden kann.

Der Stikine River

Geographie

Das Einzugsgebiet des Stikine ist nur sehr spärlich besiedelt, hauptsächlich durch Angehörige des Volkes der Tahltan, wobei die tiefer gelegenen Gebiete das Territorium einer Gruppe der Tlingit ist, dessen Zentrum in Wrangell (Alaska) auf Etolin Island liegt, gerade vor der Mündung des Stikine. Die Region ist für ihre Rauheit und die ungewöhnliche Mischung aus vergletscherten Gebirgsketten, semi-ariden subarktischen vulkanischen Plateaus und Vulkankegeln sowie tiefen Fluss-Canyons bekannt. Zu letzteren gehört insbesondere der Grand Canyon des Stikine River, welcher durch den Naturforscher John Muir als „nördlicher Yosemite“ beschrieben wurde. Ebenfalls bemerkenswert und am Flusslauf bekannter ist der Great Glacier, welcher entlang des rechten (westlichen) Flussufers einige Meilen nördlich der Grenze zu Alaska verläuft.

Der Mount Edziza Provincial Park, der Spatsizi Plateau Wilderness Provincial Park und der Stikine River Provincial Park sind die größten Provincial Parks in der Region, welche nach wie vor stark durch Rohstofferkundung geprägt ist, seit diese erstmals durch den Stikine-Goldrausch (s. u.) in den 1860er Jahren begonnen wurde und die Schaffung des Stikine-Territoriums vorantrieb, das wiederum bald darauf in die Colony of British Columbia integriert wurde. Der Begriff „Stikine District“ wurde auch in Bezug auf das Stikine Mining District verwendet, einer administrativen Einheit mit eigener Jurisdiktion. Heutzutage bezeichnet der Begriff Stikine Region eine administrative Einheit in British Columbia, ähnlich den Regionaldistrikten, aber nicht vollständig als solche qualifiziert; die Stikine Region umfasst jedoch nicht das gesamte Stikine Country, sondern hauptsächlich das Cassiar Country und den Atlin District, welche den Norden bzw. den Nordwesten des Stikine Country repräsentieren.

Die größte Siedlung im Stikine Country ist Telegraph Creek, gelegen an einer Seitenstraße westlich des Stewart-Cassiar Highway, welcher die Region von Nord nach Süd durchquert und die südlicher gelegenen Teile von British Columbia mit dem Yukon-Territorium im Norden verbindet. Nordöstlich des Stikine Country liegt eine als Cassiar Country bekannte Region, südöstlich das Omineca Country (beide waren einst auch „Mining Districts“, also Bergbau-Bezirke, weil sie ihre eigenen Goldräusche hatten).

Geschichte

Die Region war die traditionelle Heimat der Taku und der Inland-Tlingit, die bis zum 19. Jahrhundert rund um die sich dann entwickelnde Goldrausch-Siedlung Atlin siedelten. Andere First Nations wie die Tahltan siedelten am Telegraph Creek und am Dease Lake. Die Sekani lebten am Finlay River und am Parsnip River, während die Kaska im Osten die Räume um den Liard River und den Dease River besetzten und sich schließlich am McDame Creek niederließen. Vor den 1770er Jahren gab es keinerlei Erkundungen von außen, also bevor russische Pelzhändler in die Region kamen, die aber nie über die Küstengebiete hinauskamen, sondern sich auf die Tlingit verließen, die ihnen Felle der im Inland lebenden Tiere anboten. Mit dem Bau eines Forts in Wrangell hielten die russischen Pelzhändler ein Monopol in der Region, bis in den 1830er Jahren durch die Hudson’s Bay Company die Posten Fort Taku und Fort Stikine am Stikine River errichtet wurden.

Stikine-Goldrausch

Am 12. September 1861 berichtete die in Victoria (British Columbia) erscheinende Zeitung British Colonist von einem Gerücht, dass am Stikine River Gold gefunden worden sei. Im folgenden Frühjahr brachen mehr als 200 Goldsucher nach Cassiar auf. Sechzig von ihnen reisten auf dem Heckraddampfer Flying Dutchman, der Kapitän William Moore gehörte.

Während der Goldrausch nicht zur Besiedlung des Gebietes führte, wie das beim Fraser-Canyon-Goldrausch oder dem Cariboo-Goldrausch in den jeweiligen Regionen der Fall war, zog er doch die Aufmerksamkeit des Gouverneurs von British Columbia, James Douglas, auf sich, der die britische Regierung ersuchte, das Stikine-Territorium vom Finlay und Skeena River aus, welche die nördliche Grenze der Kolonie British Columbia bildeten, nördlich des 62. Breitengrades und östlich des 125. Längengrades zu schaffen. Das Territorium entstand 1862 und wurde ein Jahr später in die Kolonie British Columbia eingegliedert.

Collins’ Telegraphenverbindung

Anfang der 1860er Jahre erreichte der Unternehmer Perry Collins die Finanzierung des Baus einer Telegraphenverbindung durch Western Union Telegraph von San Francisco durch British Columbia, Alaska und die Beringstraße nach Russland und schließlich nach Europa. Der Bau begann 1865 in New Westminster (British Columbia) und wurde bis 1866 bis zum Skeena River vorangetrieben. Das Projekt wurde jedoch aufgegeben, weil zuvor das Transatlantikkabel verlegt worden war und die Collins-Verbindung überflüssig machte. Ungeachtet der Tatsache, dass das Projekt nie vollendet wurde, hatten die Vermesser doch eine einfache Trasse von Quesnel bis zu der neu gegründeten Siedlung Telegraph Creek geschaffen, die den Bezirk für den Verkehr erschloss.

Die Region war auch vom Klondike-Goldrausch betroffen, als 1897–1898 5.000 Goldsucher nach Yukon aufbrachen. Sie nutzten die kanadische Route den Stikine River bis Telegraph Creek aufwärts und landeinwärts bis zum Teslin River.

Siehe auch

Literatur

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