Stoßtriebwagen
Triewagen einer Straßenbahn
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Ein Stoßtriebwagen, auch Standtriebwagen genannt, ist ein Triebwagen einer Straßenbahn, der an der Endstation einer eingleisigen Strecke ohne Wendeschleife, Gleisdreieck oder Umsetzgleis zum Einsatz kommt, um – trotz minimaler Infrastruktur – dennoch einen Beiwagenbetrieb zu ermöglichen oder den Betriebsablauf an einer Endstelle mit Umsetzgleis zu beschleunigen. Dieses Verfahren war früher insbesondere bei der Straßenbahn Wien häufig anzutreffen, wird heute aber nirgendwo mehr praktiziert.

Beschreibung
Im Gegensatz zur klassischen Umsetzendstelle mit zwei oder (bei zweigleisiger Strecke) drei Weichen reicht beim Einsatz von Stoßtriebwagen eine einzige Weiche aus. Hierbei wartet der Stoßtriebwagen im zweigleisigen Abschnitt bzw. dem Umsetzgleis das Eintreffen des nächsten Zuges ab, der dann in das Stumpfgleis fährt. Der Stoßtriebwagen fährt anschließend ebenfalls in das Stumpfgleis, um den oder die Beiwagen zu übernehmen und mit diesem oder diesen zurückzufahren. Der angekommene Triebwagen wird hingegen zum neuen Stoßtriebwagen und wartet wiederum das Eintreffen des nächsten Kurses ab.[1]
Von Nachteil ist hierbei der zusätzliche Fahrzeug- und Personalbedarf, weil für jede Linie pro Endstelle mit Stoßtriebwagen ein zusätzlicher Umlauf samt Personal eingeplant werden muss.[1] Im Gegenzug wird für das Umsetzen weniger Zeit benötigt. Nicht zuletzt muss der Beiwagen nicht gesondert gegen Wegrollen gesichert werden, weil – für wenige Sekunden – zwei Triebwagen gleichzeitig vorne und hinten an diesen gekuppelt sind.
Eine Alternative zum Stoßtriebwagen stellt der Einsatz von Nachlauftriebwagen, Zwillingstriebwagen oder Steuerwagen dar; in diesen Fällen kommt die Endstelle im Fall einer eingleisigen Strecke trotz Mehrwagenzügen sogar ganz ohne Weiche aus.