Madeira-Natternkopf
Art der Gattung Natternköpfe (Echium)
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Der Madeira-Natternkopf (Echium candicans), auch Stolz von Madeira genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Natternköpfe (Echium) innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Sie kommt endemisch nur auf Madeira vor.[1][2]
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Madeira-Natternkopf (Echium candicans) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Echium candicans | ||||||||||||
| L.f. |
Beschreibung


Echium candicans kann von den beiden anderen strauchförmigen, auf Madeira endemischen Natternkopf-Arten, Echium nervosum und Echium porto-sanctensis unterschieden werden an den längeren und dichteren Blütenständen, der langen, abstehenden (nicht anliegenden) Behaarung und den am Ende zugespitzten Blättern.[3]
Vegetative Merkmale
Der Madeira-Natternkopf wächst als Strauch, mit Wuchshöhen von 1 bis 2 Metern und meist mit Kandelaber-artigem Wuchsform. Die Borke ist weißlich und löst sich papierartig von den Ästen.[3][4]
Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in kurzen Blattstiel und -spreite angeordent. Die einfache Blattspreite ist bei einer maximalen Länge von etwa 25 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 4 Zentimetern lanzettlich bis eiförmig-lanzettlich mit zugespitztem oberen Ende. Die unteren Blätter sind mehr als fünfmal so lang wie die oberen. Die adaxiale (dem Spross zugewandte) Seite der Blattspreite ist dunkel grün, die abaxiale etwas heller grün gefärbt mit prominent vortretenden Blattadern, alle Teile sind abstehend dicht und weich, relativ lang, samtartig behaart.[3][4]
Generative Merkmale
Die Blütenstände sitzen nicht am Hauptast, sondern endständig an Seitenästen.[3][4] Viele sitzende Blüten und Tragblätter befinden sich in einem dichten, schmal langgestreckten Blütenstand[5], dieser erreicht 10 bis 25, maximal 47 Zentimeter Länge.
Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle und im Gegensatz zu den Blüten der meisten anderen Gattungen der Boraginaceae schwach zygomorph. Sie sind blau oder violett gefärbt. Der Kelch ist 4 bis 5 Millimeter lang, grün gefärbt ohne dunklere Aderung und behaart, mit fünf lanzettlichen, zugespitzten Kelchzipfeln. Die Blütenkrone ist blau bis violett, oft mit einem weißen Streifen auf jedem Kronlappen, die Blütenröhre ist 9 bis 11 Millimeter lang und die Kronlappen am Ende gerundet oder gestutzt. Die Staubfäden sind rosafarben und die Staubbeutel sind weißlich.[3][4]
Verbreitung, Ökologie und Standort

Echium candicans kommt autochthon ausschließlich auf Madeira vor und fehlt den anderen Inseln der Inselgruppe. Sie wächst hier relativ häufig in einer Höhelage von 800 bis 1200 Metern im zentralen Teil der Insel, am oberen Ende der Höhenverbreitung des Lorbeerwalds und in offener, heideartiger Vegetation.[3][6] Im Gebiet des Pico do Arieiro reichen die Standorte bis auf 1700 Meter hinauf.[7]
Heute ist der Madeira-Natternkopf in anderen Regionen mit ähnlichem Klima weltweit aus der Kultur verwildert und wird teilweise als „invasiver“ Neophyt betrachtet[8], zum Beispiel in Kalifornien[9].
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung von Echium candicans erfolgte 1782 durch Carl von Linné dem Jüngeren in Supplementum Plantarum, Seite 131. Ein Homonym ist Echium candicans Lam., veröffentlicht 1792.[1] Synonyme für Echium candicans L. f. sind: Argyrexias candicans Raf., Echium brachyanthum Hornem., Echium cynoglossoides Desf., Echium densiflorum DC., Echium macrophyllum Lehm., Echium maderense Steud., Echium marianum Boiss., Echium pallidum Salisb., Echium pavonianum Boiss., Echium truncatum auct.[10]
Innerhalb der Gattung gehört die Art Echium candicans in die Sektion Virescentia[4], die strauchförmig wachsende Arten Makaronesiens umfasst. Nach phylogenomischen Daten (Untersuchung der Verwandtschaft anhand des Vergleichs homologer DNA-Sequenzen)[11][12] ist die Art Echium candicans nahe verwandt mit den anderen strauchartigen Echium-Arten der makaronesischen Inseln, die gemeinsam eine Klade bilden. Über das Schwestergruppenverhältnis gibt es widersprüchliche Angaben, insbesondere ist unklar, ob die Art Echium candicans mit dem ebenfalls auf Madeira wachsenden Echium nervosum näher verwandt ist als mit einigen der kanarischen Arten.
Nutzung
Der Madeira-Natternkopf wird in Gebieten mit mediterranen Klima als Zierpflanze in Parks und Gärten verwendet.[2][5]