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Strohgäubahn

Nebenbahnstrecke mit Personenverkehr in Baden-Württemberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Strohgäubahn ist eine 22,2 Kilometer lange, eingleisige und normalspurige Nebenbahn im Strohgäu, die als Stichbahn Korntal mit Weissach verbindet und von der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (WEG) im Auftrag des Zweckverbands Strohgäubahn betrieben wird. Die Bahnstrecke ist nicht elektrifiziert und wird zwischen Korntal und Heimerdingen ausschließlich im Personenverkehr von der WEG befahren. Seit 2015 ist das Teilstück zwischen Heimerdingen und Weissach ohne regulären Verkehr. Die Strecke wird von der Regionalbahnlinie RB 47 befahren, vor der landesweiten Einführung der Liniennummern im Dezember 2019 wurde sie im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart als Linie R 61 geführt.

Weitere Informationen Korntal–Weissach ...
Korntal–Weissach
Streckenverlauf
Streckennummer (DB):9486
Kursbuchstrecke (DB):790.61
Kursbuchstrecke:327a (1946)
Streckenlänge:22,2 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:CE (Korntal–Heimerdingen)
C2 (Heimerdingen–Weissach)
Maximale Neigung: 24 ‰
Minimaler Radius:160 m
Streckengeschwindigkeit:80 km/h
Zugbeeinflussung:PZB
Strecke
von Stuttgart-Zuffenhausen
Abzweig geradeaus und von rechts
von Kornwestheim Rbf
Bahnhof
0,0 Korntal 306 m
Abzweig geradeaus und nach links
nach Calw
Haltepunkt / Haltestelle
1,3 Korntal Gymnasium
Haltepunkt / Haltestelle
4,4 Münchingen-Rührberg (seit 2001)
Bahnhof
5,2 Münchingen 300 m
Bahnhof
7,9 Schwieberdingen 261 m
Brücke über Wasserlauf
8,1 Glems
Bahnhof
11,4 Hemmingen 319 m
Bahnhof
16,3 Heimerdingen 386 m
ehemalige Blockstelle
19,7 Awanst Bonlanden (bis 1989)
Kopfbahnhof Streckenende
22,2 Weissach 351 m
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Streckenverlauf

Strohgäubahn zwischen Münchingen und Schwieberdingen

Die Strohgäubahn verbindet Korntal im Landkreis Ludwigsburg mit Weissach im Landkreis Böblingen. Die Strecke führt durch eine für den Bahnbau topographisch anspruchsvolle Landschaft. Der Trassenverlauf ist von starken Steigungen und Gefällen geprägt. Der tiefste Punkt der Strecke befindet sich im Bahnhof Schwieberdingen, der höchste am Bahnübergang Rutesheimer Straße in Heimerdingen. Die Strohgäubahn verläuft ab Korntal in vielen Kurven und Kehren hauptsächlich durch die Felderlandschaft des Strohgäu, ab Schwieberdingen steigt sie am Talhang der Glems, ab Hemmingen führt sie durch bewaldetes Gebiet und vor Weissach folgt ein starkes Gefälle ins Heckengäu.

Die steilsten Abschnitte der Strecke sind ein Gefälle von 1:59 von Münchingen nach Schwieberdingen, von 1:68 von Heimerdingen nach Hemmingen und von 1:62 von Heimerdingen nach Weissach.

Geschichte

Planung und Bau

1906: Bahnhof Schwieberdingen und Brücke über die Glems im Jahr der Eröffnung

1898 war die Strohgäubahn zunächst als Meterspurbahn von Zuffenhausen nach Pforzheim über die Gemeinden Münchingen, Schwieberdingen, Hemmingen, Heimerdingen, Weissach, Eberdingen, Nußdorf, Iptingen, Mönsheim, Wurmberg und Wiernsheim mit einer Gesamtlänge von 50,5 Kilometern geplant. Auf der Strecke sollten Personen und Güter befördert und somit die Perspektive der im Schatten der Industrialisierung stehenden landwirtschaftlich geprägten Dörfer verbessert werden. Da die von den Gemeinden am 31. Januar 1898 den Württembergischen Landständen vorgelegte Petition mit der Bitte um einen Staatsbeitrag im August 1898 abgelehnt wurde und auch eine weitere Petition vom 1. November 1898 für eine Stichstrecke Zuffenhausen – Weissach auf die lange Bank geschoben wurde, erklärte sich die Westdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft bereit, die Bahn auch ohne Staatsbeitrag zu bauen und zu betreiben. Aufgrund wirtschaftlicher Erwägungen und Schwierigkeiten beim Grunderwerb wurde die Streckenführung angepasst, neue Endpunkte der Normalspurbahn sollten nun der Korntaler Bahnhof und Weissach sein.[1] Die staatliche Konzession für die Bahn von Korntal nach Weissach wurde am 4. Mai 1901 erteilt. Da sich der Bau aus verschiedenen Gründen verzögerte, konnte die Bahn erst am 13. August 1906 eröffnet werden. Sie wurde von den Württembergischen Nebenbahnen AG, einer Tochtergesellschaft der Westdeutschen Eisenbahngesellschaft, betrieben, die 1905 aus der Filderbahn-Gesellschaft hervorging und auch die Bahnstrecken auf den Fildern betrieb.

Am 14. August 1906 begann der planmäßige Verkehr mit zunächst werktags vier Zugpaaren, von denen drei bis Zuffenhausen durchgebunden wurden. Bis 1914 konnte das Angebot auf werktags fünf Zugpaare erweitert werden. Dem Betrieb standen zunächst zwei Dampflokomotiven, vier vierachsige und ein zweiachsiger Personenwagen, zwei Gepäckwagen mit Postabteil, zwei geschlossene und zwei offenen Güterwagen sowie zwei Bahndienstfahrzeuge zur Verfügung.[1.1]

Betrieb bis 1980

Personenverkehr

Der Personenverkehr war in den Anfangsjahren der Strohgäubahn von großer Bedeutung, da er es ermöglichte, schnell zwischen Stuttgart und den Strohgäugemeinden zu pendeln. Mit dem zunehmenden Busverkehr und der Einrichtung der Regionalbuslinie von Hemmingen nach Feuerbach (jetzt Linie 501) geriet der Personenverkehr aber zusehends in eine Krise. Nach einem schweren Zugunglück zwischen Schwieberdingen und Münchingen am 24. Juni 1969 mit einem Toten und über 40 Verletzten wurden Vorwürfe wegen der unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen und Forderungen nach einer vollständigen Einstellung des Personenverkehrs laut.[2] Der Betrieb wurde jedoch aufrechterhalten. Im Dezember 1978 wurde der Verkehr auf vier Personenzugfahrten täglich reduziert.

Güterverkehr

Im Güterverkehr spielten Holz (vom ehemaligen Holzverladegleis Bonlanden zwischen Heimerdingen und Weissach), Güter von und für die WLZ-Raiffeisen-Filialen entlang der Strecke, Stückgut und zur Erntezeit Rübentransporte die Hauptrolle.[3] Viele Transporte wurden infolge der Stilllegungsgerüchte auf die Straße verlegt.

Modernisierung ab 1980

Mit der beschlossenen Modernisierung der Bahnlinie ab 1980 kam die Wende. Zum 1. Juni 1982 wurde die Bahn in den Zeitkartentarif des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) aufgenommen. Gleichzeitig wurden zwei NE-81-Garnituren beschafft, die auch als Schlepptriebwagen dienten, und der Fahrplan wurde gestrafft. 1984 fusionierten die Württembergischen Nebenbahnen mit der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (WEG) zur neuen WEG, welche seither die Strecke betreibt. 1993 wurde eine weitere Serie NE 81 bestellt. Münchingen wurde zum Kreuzungsbahnhof umgebaut und mit einem zweiten Bahnsteig versehen. Damit die Züge ohne großen Aufwand kreuzen können, wurden Rückfallweichen eingebaut.

Güterverkehr auf der Strohgäubahn mit NE 81, 1983

Als in den 1990er Jahren der Rübentransport auf der Strecke vollständig eingestellt wurde, erreichte der Güterverkehr seinen vorläufigen Tiefpunkt, nur noch die Filialen der WLZ wurden in unregelmäßigen Intervallen bedient. Einige Jahre später begann der Klärschlammtransport für die Firma Awilog von Heimerdingen nach Korntal. Die Güterzüge verkehrten durchschnittlich dreimal pro Woche mit durchschnittlich einem bis drei Niederbordwagen, bis der Dienst 2001 eingestellt wurde. Kurze Zeit später wurde auch der WLZ-Verkehr endgültig – zuerst nach Münchingen und dann auch nach Heimerdingen – eingestellt. Die Anschluss- und Verladegleise von WLZ wurden zum größten Teil unterbrochen oder zurückgebaut. Erwähnenswert ist der für die Dauer von zwei Jahren durch den Orkan Lothar im Jahre 1999 verursachte Bruchholztransport aus dem Schwarzwald. Hierfür wurden zwischen Weissach und Korntal lange Holzzüge eingesetzt, teilweise sogar mehrere am Tag. Da die WEG-NE-81-Triebwagen (auch in Doppeltraktion) für diese Aufgabe auf Dauer ungeeignet waren, wurde die Diesellok V 122 der WEG der Strecke Gaildorf West–Untergröningen entliehen, später eine Diesellok der DB aus Stendal.

1995 und 1996 wurde auf der Strohgäubahn der Streckenblock eingerichtet. Hierfür erhielten alle Bahnhöfe Ausfahrsignale des Typs Siemens Sicas, ein mit einer sicheren Speicherprogrammierbaren Steuerung realisiertes Elektronisches Stellwerk. Die Leitstelle wurde von Weissach nach Hemmingen verlegt, wo der Zugleiter im Stellwerk arbeitete. Es wurden entlang der gesamten Strecke seitlich der Gleise Kabelkanäle verlegt. Der Bahnhof Schwieberdingen wurde 1996 zum Kreuzungsbahnhof mit Rückfallweichen und Mittelbahnsteig umgebaut, dabei wurde der Bahnsteig um 100 m nach Westen verlegt. Ebenfalls im Jahre 1996 wurden drei Regio-Shuttle-RS 1-Triebwagen beschafft.

Entwicklung zwischen 2000 und 2009

Y-Stahlschwellen

Nachdem mehrfach über eine Stilllegung der Strecke diskutiert wurde, wurde sie ab 2004 hauptsächlich während der Schulferien abschnittsweise saniert. Im Jahr 2004 wurde die 98 Jahre alte Glemsbrücke durch einen Neubau aus Stahlbeton ersetzt. Der gesamte Streckenabschnitt zwischen Schwieberdingen und Hemmingen wurde komplett grunderneuert, da verschlämmter Schotter zu Problemen führte. In vielen Abschnitten wurden auf Y-Stahlschwellen neue Schienen eingebaut. Nach und nach wurden alle Bahnübergänge und Feldwegkreuzungen zwischen Korntal und Heimerdingen entweder durch eine Lichtzeichenanlage gesichert oder aufgehoben. Somit war das einst charakteristische Pfeifen an Überwegen nur noch zwischen Heimerdingen und Weissach zu hören.

Studie zur Anbindung an das Streckennetz der SSB

2005 wurden beim Sanieren des Abschnitts Korntal – Münchingen an der Unterführung unter der Bundesautobahn 81 die Gleise abgesenkt, um für eine eventuelle Elektrifizierung vorbereitet zu sein, da gleichzeitig in einer durch den Verband Region Stuttgart beauftragten Studie untersucht wurde, ob eine Aufnahme der Strohgäubahn ins Streckennetz der Stuttgarter Straßenbahnen AG mit Durchbindung auf die alte Filderbahn bis nach Neuhausen auf den Fildern wirtschaftlich sinnvoll ist. In diesem Fall wären auf dem Typ DT8 basierende Zweisystem-Triebwagen angeschafft worden, welche auch auf den Strecken der Deutschen Bahn hätten verkehren können. Dabei hätte es sich aber um eine Neuentwicklung des Fahrzeuges gehandelt, da es kein vergleichbares Fahrzeug gibt, welches für Stuttgarter Verhältnisse geeignet ist. Ein weiteres Problem würde die geringe Fahrzeugbreite von 2,65 Metern des DT 8 darstellen, welche zu einem zu großen Spalt bei den Bahnsteigen der S-Bahn geführt hätte. Zudem kann der DT 8 nur an Hochbahnsteigen halten, welche auf der Strohgäubahn an sämtlichen Halten hätten errichtet werden müssen. Auch hier wäre die zu große Bahnsteigspalte bei den Hochbahnsteigen nach EBO problematisch gewesen. Die neu zu bauende Übergangsstelle zur Stadtbahn wäre am Bahnhof Feuerbach gewesen. Die gesamten Gleisanlagen der Strohgäubahn hätten elektrifiziert werden müssen.

Im September 2006 wurde das Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsstudie vorgestellt: Ein Zweisystem-Stadtbahn-Ausbau der Strohgäu- und Filderbahnen sei nicht sinnvoll, da die Stuttgarter Region bereits über zwei Schnellbahnsysteme und damit bereits über eine ausreichende Schienenanbindung verfügt.[4]

Studie "Optimierter Dieselbetrieb"

Im Frühjahr 2007 wurde ein weiteres Gutachten „Weiterentwicklung Strohgäubahn, Optimierter Dieselbetrieb“, beauftragt durch den Landkreis Ludwigsburg, veröffentlicht. Hier wurde für den weiteren Dieselbetrieb der Betrieb auf unterschiedlichen Teilstrecken gegenübergestellt. Dieses Gutachten sollte die Grundlage liefern für weitgehende Investitionen in die Strecke und in neue Fahrzeuge und für den Abschluss eines langjährigen Betreibervertrags mit dem derzeitigen Betreiber Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft.

Es wurden drei Varianten mit unterschiedlichen Endpunkten im Strohgäu entwickelt und bewertet:

  • Min-Variante: Hemmingen – Korntal – Feuerbach
  • Basisvariante: Heimerdingen – Korntal – Feuerbach
  • Max-Variante: Weissach – Korntal – Feuerbach

Die Durchbindung bis Feuerbach wies hohe Kosten auf, denen keine entsprechende Fahrgastmehrung gegenüberstand. Außerdem würden die betrieblichen Schwierigkeiten fortbestehen, die sich aus der gemeinsamen Nutzung der S-Bahn-Gleise zwischen Korntal und Feuerbach ergeben und zu Lasten der Fahrplanstabilität der Strohgäubahn gehen würden.

Daraufhin wurde die Variante Heimerdingen – Korntal untersucht, die sogenannte NE-Variante („Nebenbahn-Variante“). Für diese Variante prognostizierten die Gutachter den geringsten Fahrgastzuwachs, aber auch die geringsten Kosten und die geringsten Risiken für die Betriebsqualität der Strohgäubahn. Eine Verkürzung der NE-Variante nach Hemmingen hätte keine Einsparungen bei den Betriebskosten ergeben. Eine Verlängerung der NE-Variante nach Weissach hätte durch die Erhöhung der Umlaufzeit von 60 auf 90 Minuten und notwendige Investitionen in die Infrastruktur des Streckenabschnitts Heimerdingen – Weissach Mehrkosten verursacht, die durch den prognostizierten Fahrgastzuwachs nicht ausgeglichen worden wären. Das jährliche Gesamtdefizit der Strohgäubahn wäre um ca. 500.000 Euro gestiegen. Das Gutachten empfahl daher unter Berücksichtigung verkehrlicher, betrieblicher und wirtschaftlicher Gesichtspunkte die NE-Variante.[5]

Der Kreistag Ludwigsburg sowie die Gemeinderäte der Anliegergemeinden beschlossen daraufhin in jeweils eigenen Sitzungen im Sommer, dass die NE-Variante umgesetzt werden soll. Die Bürgermeister unterschrieben am 16. Dezember 2009 einen Investitionsvertrag.[6] Am 14. Dezember 2009 gründeten die Gemeinden Ditzingen, Korntal-Münchingen, Hemmingen und Schwieberdingen den Zweckverband Strohgäubahn. Er ist als SPNV-Aufgabenträger für die Strecke zuständig. Er kaufte der WEG die Strecke zwischen Korntal und Heimerdingen für 320.000 Euro ab, dafür erhielt die WEG die Betriebsführung ab Dezember 2012 für zwölf Jahre.[7]

Maßnahmen und Entwicklungen seit 2010

Im Jahr 2010 wurde der Streckenabschnitt zwischen Schwieberdingen und der Hagmühle modernisiert. In den Sommerferien 2011 wurden die Modernisierungsarbeiten im Abschnitt zwischen Münchingen und Schwieberdingen fortgesetzt. Für den Umbau des Bahnhofs Schwieberdingen wurden die Sommerferien 2013 genutzt.[8] Für die Errichtung der beiden Außenbahnsteige wurde der 1996 erbaute Mittelbahnsteig abgerissen.

Bis Dezember 2012 fuhren die Züge in den Hauptverkehrszeiten über Korntal hinaus bis zum Bahnhof Stuttgart-Feuerbach. Dort endeten die WEG-Züge auf dem eigens für diesen Zweck errichteten Stumpfgleis 1a. Mit Einführung der S62 Weil der Stadt – Feuerbach ist eine Weiterführung der Strohgäubahn nach Feuerbach aufgrund fehlender Trassen- und Bahnsteigkapazitäten nicht mehr möglich.[9]

2012 wurde der Personenverkehr zwischen Hemmingen und Weissach bis auf eine tägliche Überführungsfahrt aus der Weissacher Werkstatt zu Betriebsbeginn am frühen Morgen und der Rückfahrt bei Betriebsschluss aufgegeben.[10] Die Gemeinde Weissach erwarb den Streckenabschnitt zwischen Heimerdingen und Weissach, um die Bahninfrastruktur zu sichern.[11]

Neue Betriebswerkstatt

Am westlichen Ende des Bahnhofs Korntal auf dem Gelände der ehemaligen Lokstation der Württembergischen Nebenbahnen begannen im April 2014 die Bauarbeiten für eine neue Betriebswerkstatt. Sie wurde am 15. April 2015 eröffnet[12] und ersetzte die Betriebswerkstatt in Weissach, die mittlerweile von der Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen genutzt wird, die hier den denkmalgeschützten Hohenzollernzug wartet und einsetzt.[13]

Vom 10. Juni bis zum 14. September 2014 erfolgte ein Komplettumbau der Stationen Hemmingen, Münchingen, Münchingen-Rührberg und Korntal Gymnasium. Dazu wurde der Verkehr auf der gesamten Strohgäubahn eingestellt und ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.[14] Unter anderem wurde die Bahnsteighöhe auf 60 Zentimeter angepasst, um einen barrierefreien Einstieg in die neuen RS1-Fahrzeuge zu ermöglichen.

Ende 2015 erhielt Thales den Zuschlag, die Leit- und Sicherungstechnik zwischen Korntal und Heimerdingen zu modernisieren.[15] 36 Signale, elf Weichen und 50 Achszähler wurden für die Modernisierung verwendet.[16] Die neue Leit- und Sicherungstechnik ging am 10. September 2018 in Betrieb, damit ging auch eine Taktverdichtung einher.[17]

Bau der Unterführung am Stangenweg Hemmingen September 2019

Seit 3. September 2018 wird der Abschnitt Hemmingen – Heimerdingen nach einer Sanierung wieder regelmäßig im Personenverkehr bedient.[18][19] Im September 2019 wurde am Stangenweg in Hemmingen eine zusätzliche Unterführung gebaut.

In den Sommerferien 2025 wurde der Heimerdinger Bahnhof modernisiert, die Bahnsteige verlängert und barrierefrei ausgebaut.[20]

Zukunft

Die Reaktivierung des Teilstücks zwischen Heimerdingen und Weissach war mehrfach Diskussionsgegenstand – sowohl im Weissacher Gemeinderat[21] als auch in der Regionalversammlung.[22] Das Land Baden-Württemberg förderte eine Machbarkeitsstudie, die die Wirtschaftlichkeit der Sanierung des Streckenabschnitts prüfte.[23] Aufgrund erwarteter geringer Fahrgastzahlen und hoher Betriebskosten wird die Reaktivierung vorerst nicht weiterverfolgt.[24][25]

Aufgrund gestiegener Kosten für den laufenden Betrieb der Strohgäubahn überlegen die Mitglieder des Zweckverbands seit September 2022, die Aufgabenträgerschaft für die Strohgäubahn an das Land Baden-Württemberg zu übergeben.[9]

Integration in das Stuttgarter S-Bahn-Netz

Ein im März 2023 durch das Land Baden-Württemberg vorgelegtes Konzept zur Entwicklung des Eisenbahnknotens Stuttgart bis 2040 sieht vor, Züge der Strohgäubahn über die Bahnstrecke Stuttgart–Horb bis Vaihingen zu verlängern und evtl. zur Schönbuchbahn durchzubinden.[26]

Am 31. März 2026 wurde eine Rahmenvereinbarung getroffen, welche neben der abschnittsweisen Sanierung der Strecke Stuttgart–Horb auch den Ausbau und die Elektrifizierung der Strohgäubahn für den S-Bahn-Betrieb, neue Haltepunkte im Stadtbereich Stuttgart sowie einen besseren Anschluss in Richtung Feuerbach vorsieht. Zukünftig soll eine durchgehende S-Bahn-Linie von Heimerdingen nach Stuttgart-Vaihingen verkehren.[27][28]

Fahrzeugeinsatz

Bereits 1935 wurde der erste Verbrennungstriebwagen in Dienst gestellt. Doch die Humboldt-Lokomotiven aus der Eröffnungszeit hielten sich bis zu ihrem endgültigen Aus zum Ende der 1950er Jahre. Ab 1952 übernahmen Esslinger- und Fuchs-Triebwagen den Dienst. Ab 1965 wurden diese durch MAN-Schienenbusse ergänzt. Ab 1979 kamen zeitweise Diesellokomotiven auf die Strecke. Die letzten älteren Fahrzeuge, eine Schienenbusgarnitur (Triebwagen, Mittelwagen und Steuerwagen), waren bis 2001 in Weissach als Betriebsreserve stationiert.

Im Jahr 1981 wurde der speziell für die Württembergische Nebenbahnen AG, die SWEG und die Kahlgrund-Eisenbahn AG entwickelte Dieseltriebwagentyp NE 81 in Betrieb genommen.

1989 wurde für den Zuckerrüben- und Stückguttransport eine ehemalige Vorserien-Diesellokomotive V 160 der Deutschen Bundesbahn („Lollo“) von der Hersfelder Kreisbahn beschafft.

1996 wurden drei Regio-Shuttle-RS 1-Triebwagen beschafft. Diese Fahrzeuge wurden Anfang 2013 an die Schönbuchbahn abgegeben.

Bei Stadler Pankow wurden acht neue Fahrzeuge im neuen gelb-grünen Design vom Typ Regio-Shuttle in Niederflurtechnik mit Scharfenbergkupplungen bestellt, die zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 in Betrieb genommen wurden und alle älteren Fahrzeuge ersetzten.[29] Sie tragen die Nummern VT 361 – VT 368 und sind im Eigentum des Zweckverbandes Strohgäubahn, werden aber von der WEG gewartet und instand gesetzt. Erstmals auf dieser Strecke weisen die neuen Fahrzeuge nur noch eine Mittelpufferkupplung auf. Somit muss anfallender Güterverkehr mit anderen Fahrzeugen abgewickelt werden.

Von der Bodensee-Oberschwaben-Bahn wurden im März 2022 zwei weitere Fahrzeuge des Typs Regio-Shuttle gebraucht erworben, um Kapazitätsspitzen besser bedienen zu können. Die Fahrzeuge mussten vor ihrem Einsatz noch an das Kupplungssystem der bestehenden Fahrzeuge der Strohgäubahn angepasst werden.[9][20]

Betrieb

Bahnhof Heimerdingen

Die Strecke ist eingleisig und hat mittels Rückfallweichen Kreuzungsmöglichkeiten in den Bahnhöfen Hemmingen, Schwieberdingen und Münchingen.

Betriebswerkstatt Korntal, die Strohgäubahn zweigt nach rechts ab

In Korntal existiert ein Bahnbetriebswerk, in welchem die Fahrzeuge der Strecke gewartet und repariert werden.

Die Zugsicherung erfolgt mit einem Elektronischen Stellwerk in Korntal, welches von der Fahrdienstleitung der WEG in Waiblingen-Beinstein aus überwacht und gesteuert wird.[30]

Die Höchstgeschwindigkeit für Reisezüge beträgt zwischen Korntal und Heimerdingen 80 km/h, für Güterzüge 40 km/h. Zwischen Heimerdingen und Weissach gilt eine grundsätzliche Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 km/h. Für die Dampfsonderzüge gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.

Die Strohgäubahn unterliegt den Tarifbestimmungen des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart. Sie wird hauptsächlich von Berufspendlern Richtung Stuttgart und Schülern, die Schulen in Korntal oder Stuttgart besuchen, genutzt. Nach der Erhebung vom Dezember 2013 werden montags bis freitags jeden Tag rund 3600 Fahrgäste befördert.[31]

Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2020 wurde die nunmehr als RB47 bezeichnete Linie an Samstagen zwischen 8:00 und 23:00 Uhr vom Stunden- zum Halbstundentakt verdichtet.[32]

Museumszüge

Museumszug der Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen in Korntal

Unter dem Namen Feuriger Elias verkehren seit 1971 an Sonn- und Feiertagen in den Sommermonaten sowie in der Vorweihnachtszeit historische Fahrzeuge der Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen (GES) auf der Strecke von Korntal bis Weissach.

Literatur

  • Hermann Bürnheim: Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft. Die Geschichte einer bedeutenden Privatbahn. 1. Auflage. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1986, ISBN 3-613-01145-X.
  • Gerd Wolff, Hans-Dieter Menges: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 3: Württemberg. EK-Verlag, Freiburg 1995, ISBN 3-88255-655-2.
  • Peter Garke: Neuer Schwung im Strohgäu. In: Eisenbahn Modellbahn Magazin. Nr. 2, 2013, S. 26–28.
  • Ulrich Volkmer: Die Vorgeschichte der Strohgäubahn. In: Ludwigsburger Geschichtsblätter. Nr. 70, 2016, DNB 1273325729, S. 165–206 (d-nb.info [PDF]).
Commons: Strohgäubahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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