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Studio Berlin

Atelierbetriebs- und Fernsehproduktionsgesellschaft am Standort Berlin-Adlershof From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Studio Berlin GmbH ist eine Atelierbetriebs- und Fernsehproduktionsgesellschaft am Standort Berlin-Adlershof. Studio Berlin ist eine Tochtergesellschaft von Studio Hamburg.

Schnelle Fakten
Studio Berlin GmbH
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Gründung 1998
Sitz Berlin, Deutschland Deutschland
Leitung Mike Krüger, Nick Zimmermann
Mitarbeiterzahl ca. 153
Branche Film und Fernsehen
Website www.studio-berlin.de
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Geschichte des Standortes

1950–1991

Nach Gründung der DDR suchte man ein geeignetes Gelände als Standort für ein zu gründendes Fernsehen. Die Wahl fiel auf ein ungenutztes Gelände in der Nähe des damaligen Flugplatzes Berlin-Johannisthal. Am 11. Juni 1950 erfolgte der erste Spatenstich für das Fernsehzentrum (FZ) Berlin, das nach Plänen von Wolfgang Wunsch errichtet wurde. Am 20. Dezember 1951 begannen die ersten Sende- und Empfangsversuche. Gut ein Jahr später, am 21. Dezember 1952, nahm das Fernsehzentrum mit einem offiziellen Versuchsprogramm den regelmäßigen Programmbetrieb auf.[1.1] Am 2. Januar 1956 wurde dieses Versuchsprogramm beendet und ab 3. Januar 1956 begann die Ausstrahlung eines regulären Programms unter der Bezeichnung Deutscher Fernsehfunk.[1.2]

In den Folgejahren wurde das Sendezentrum schrittweise ausgebaut und die wöchentliche Sendedauer erweitert. Am 3. Oktober 1969 begann die Ausstrahlung eines 2. Fernsehprogramms. Am gleichen Tag wurde das Farbfernsehen im System (SECAM) in der DDR eingeführt. 1972 wurde der DFF in Fernsehen der DDR umbenannt. Das Sendezentrum in Berlin-Adlershof war damit Hauptstandort für die Produktion und Sendung von zwei Fernsehvollprogrammen. Adresse des Senders war Rudower Chaussee 3, 1199 Berlin.[1.3]

Im Zuge der Wende wurde das Fernsehen der DDR am 12. März 1990 wieder in Deutscher Fernsehfunk rückbenannt. Am 31. Dezember 1991 stellte der DFF gemäß Artikel 36 des Einigungsvertrag seinen Sendebetrieb in Adlershof ein.[2]

Gründung Studio Berlin 1992–2006

Auf Grundlage des Einigungsvertrages gingen das Gelände, die Gebäude und die technischen Einrichtungen in das gemeinsame Eigentum der fünf neuen Bundesländer und des Landes Berlin über. Diese Länder versuchten nun, das Gelände gemeinschaftlich zu vermarkten, der Standort wurde vorerst treuhänderisch verwaltet. Nach dem Ende des DFF siedelte sich auf dem Areal eine Reihe privatwirtschaftlicher Unternehmen an, die sich meist mittelbar oder unmittelbar als Zulieferer für Fernsehprogramme betätigen. In einigen Fällen wurden auch Abteilungen und Redaktionen des DFF in Firmen umgewandelt, die zunächst in Adlershof ihren Sitz haben.[3] So zum Beispiel das Fernsehballett, Elf 99 oder das Synchron-Studio des DFF.

Medienstadt (rot) am Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof

Am 1. Januar 1992 übernahm das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) treuhänderisch die Verwaltung der Rundfunkarchive Ost, der ehemaligen Archive von Rundfunk und Fernsehen der DDR.[4] Am 1. Januar 1994 wurden die Rundfunkarchive Ost als Standort Berlin Teil des DRA. Im gleichen Jahr werden die Bestände vom Rundfunk der DDR (bisher im Funkhaus Nalepastraße) und Fernsehen der DDR (bereits in Adlershof) am Standort Berlin-Adlershof zusammengeführt.[5] Im Juni 1998 teilte der SFB mit, dass er die Gebäude des DRA in Adlershof nicht kaufen wird. Daraufhin entscheidet sich das DRA für einen Umzug in einen Neubau auf dem ORB-Gelände in Potsdam. 2000 erfolgte der Umzug in das neue Gebäude.[6]

Von 1993 an nutzte das NDR-Tochterunternehmen Studio Hamburg drei der sechs Studios in Adlershof als Mieter.[7] Zum Betrieb und zur Abwicklung dieses Engagements wurde Ende 1993 die Tochterfirma Hauptstadtstudio Berlin Studio Hamburg Atelier GmbH gegründet.[8] Der Kauf eines rund 50.000 m² großen Grundstücks, einschließlich sechs Studios und weiterer Nebengebäude erfolgte Mitte 1998. Verkäuferin war die Entwicklungsträgergesellschaft Berlin Adlershof Aufbaugesellschaft.[9] Ende 1998 wurde die die Studio Berlin Atelier (SBA) GmbH als Betreibergesellschaft[10] und Anfang 1999 die Hauptstadtstudio Berlin Studio Hamburg Atelier GmbH in Berlin-Brandenburg Media GmbH umfirmiert sowie deren Zweck zur Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft geändert.[8] Im Jahr 2000 kam die Gründung der Studio Berlin Mobil (SBM) GmbH als Tochter der SBA hinzu[10] und es erfolgt die Inbetriebnahme des Studiohauses Studio „G“ (2.400 m²).[11]

2002 wurde die SBM mit der Muttergesellschaft SBA verschmolzen.[12] Die Umbenennung des Studio Berlin Atelier in „Studio Berlin Adlershof“ erfolgt 2003.[12] Neben der Fertigstellung der Leichtbauhalle „L“ (1.400 m²) für Außendreh und Dekorationsbau[13] erfolgte 2004 der Kauf des Studiobetriebs im Fernsehzentrum Babelsberg von Vivendi.[14]

Seit 2006

Im Jahr 2006 erfolgten die Inbetriebnahme des HDTV-Übertragungswagen „Ü6“ und die Fertigstellung des Studio „K“ (1.800 m²). Im September 2009 erfolgte die Fertigstellung des Studios „H“ (2.400 m²) in Adlershof. 2011 baute die SBA am Berliner Gasometer eine High-Definition-Fernsehregie für die wöchentliche Übertragung der Talkshow Günther Jauch.

2016 verhängte das Bundeskartellamt gegen Studio Berlin sowie den Mitbewerber Bavaria Studios & Production Services GmbH wegen illegaler Absprachen ein Bußgeld in Höhe von 3,1 Millionen Euro.[15] Hintergrund war eine Beteiligung an einem kartellrechtlich unzulässigen Informationsaustausch. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch die ebenfalls am unzulässigen Informationsaustausch beteiligte MMC Studios Köln GmbH. Im Detail ermittelte das Kartellamt gegen die drei beteiligten Studiobetreiber auf Grund von regelmäßigen Zusammenkünften der verantwortlichen Unternehmensvertreter im Zeitraum zwischen September 2011 und Dezember 2014. Konkret sollen hierbei Informationen über Preise, Angebotsverhalten sowie Angebotsinhalte ausgetauscht worden seien.

Eingang zu Studiogebäude S1

Produktionen

Produktionshaus 1

Siehe auch

Commons: Studio Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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