TALQ-Protokoll

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Das TALQ-Protokoll ist ein Schnittstellen-Standard für Smart City Geräte-Netzwerke, der die Interoperabilität zwischen Central Management Software (CMS) und Outdoor-Gerätenetzwerken (Outdoor Device Network, ODN) verschiedener Hersteller ermöglicht.

Schnelle Fakten
TALQ-Protokoll
Dateiendung: keine
Entwickelt von: TALQ Consortium
Erstveröffentlichung: 2012
talq-consortium.org


Smart City, IoT

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TALQ-Protokoll

Das TALQ Smart City Protokoll (TALQ Protokoll/TALQ Spezifikation) ist ein Kommunikationsprotokoll, welches die Anbindung verschiedener, unterschiedlicher Outdoor-Gerätenetzwerke (ODN) mit einem zentralen Verwaltungs- und Steuerungssystem (Central Management Software, CMS) erlaubt. Das Protokoll ist auf Basis der OpenAPI definiert, folgt einem RESTful Ansatz mit JSON Datenbefehlen und basiert auf TCP/IP-Referenzmodell und HTTPS.[1]

Ursprünglich wurde es als Softwareprotokoll für intelligente Außenbeleuchtung entwickelt, nach einigen Jahren jedoch für andere Smart-City-Anwendungen erweitert.[2] Das Protokoll gilt als globaler Standard für Smart City/IoT[1][3] und die Autorität des TALQ Standards wurde international bestätigt.[4]

Historie

TALQ wurde im Jahr 2012 gegründet, um Herausforderungen im Straßenbeleuchtungs-Sektor zu lösen. Die unterschiedlichen ‘Sprachen’ und Protokolle, die zwischen physischen Geräten verschiedener Hersteller (z. B. Straßenleuchten, Leuchten-Controllern) und dem CMS innerhalb von Beleuchtungsnetzwerken (Outdoor Lighting Network, OLN) im Einsatz waren, sollten vereinheitlicht werden.[2][4][5] TALQ führte die TALQ Bridge (später genannt Gateway) ein, die ein OLN identifizieren kann und die Informationen für das CMS übersetzt[6]

Im Jahr 2017 wurde der Zweck des Konsortiums ausgeweitet, um andere Smart-City-Anwendungen miteinzuschließen.[2][4][5] Seit 2021 ist das TALQ Protokoll öffentlich auf GitHub verfügbar.[7]

Entwicklung und Funktionsprinzip

Das TALQ Gateway repräsentiert die ODN-Daten und übersetzt diese Informationen in Nachrichten, die vom CMS verstanden werden können. Diese Nachrichten werden auf Basis des TALQ Datenmodells erstellt und in JSON formuliert.[6]

TALQ arbeitet Netzwerktechnologie-agnostisch innerhalb des ODN und stellt eine gemeinsame Schnittstelle dar, die das Gateway und das CMS abbildet. Die Funktionalität eines physischen Geräts, wie ein Leuchten-Controller für eine Straßenleuchte, wird durch eine Kombination von Funktionen mit zugehörigen Attributen und ‘Events’ dargestellt. Eine beispielhafte Funktion eines Leuchten-Controllers ist die LampActuator Funktion, in der alle zugehörigen Befehle und Attribute enthalten sind. Das TALQ-Protokoll bietet zahlreiche solcher Funktionen. Wenn ein neues Gerät abgebildet wird, können diese Funktionen eingesetzt oder neue Funktionen durch Erweiterung der bestehenden erstellt werden.[5][6]

Diese herstellerspezifischen Funktionen ermöglichen eine Differenzierung zwischen unterschiedlichen Anbietern.[4]

Features

Dieses Protokoll ist nicht auf Beleuchtung beschränkt, sondern kann auch für andere Smart-City-Anwendungen wie beispielsweise[2] Abfall- und Parkraum-Management, Verkehrsüberwachung, Energiemanagement oder Umweltdatenerfassung genutzt werden.[8] Zu den unterstützten Funktionen gehören u. a. Zeitplanung, sensorgestützte Steuerung, Konfiguration, Überwachung, Anlagenverwaltung, Ereignisbehandlung, Energieeinsparung, Ausfallmeldungen und Wartungsoptimierung.[1]

Bei der Einrichtung von Smart-City-Anwendungen wie Verkehrsüberwachung, Abfallmanagement oder intelligenter Straßenbeleuchtung ermöglicht der TALQ-Standard Städten und Versorgungsunternehmen die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern zu vermeiden, da sie die Wahl zwischen verschiedenen kompatiblen Systemen haben.[9]

TALQ-Konsortium

Das TALQ-Konsortium wurde 2012 von sechs Unternehmen der Beleuchtungsbranche gegründet: Philips (inzwischen umbenannt in Signify N.V.), Zumtobel, Schréder,[10] Harvard Engineering, Streetlight Vision (inzwischen übernommen von Itron) und Kingsun.[5][4][11] In den folgenden Jahren traten weitere Firmen dem Konsortium bei.[6][12] Im Jahr 2021 hatte das Konsortium 50 Mitglieder.[12] Das Ziel des Konsortiums war den Außenbeleuchtungsmarkt mithilfe eines standardisierten Kommunikationsprotokolls voranzubringen.[1][6]

Die Hauptaufgabenbereiche des Konsortiums sind das Management und die Weiterentwicklung des TALQ-Smart-City-Protokolls. Dies umfasst die Bereitstellung und Verwaltung der Schnittstellenspezifikation sowie dessen weitere Verbreitung und die Überprüfung der korrekten Einbindung durch ein Zertifizierungsverfahren.[4]

Im Rahmen des Zertifizierungsprozesses bewertet das Konsortium die Einhaltung des TALQ-Schnittstellenstandards durch die Hersteller auf Vollständigkeit und Korrektheit. Das Online-TALQ-Zertifizierungstool (TCT) dient dazu eine robuste Implementierung sicherzustellen.[13] Um das TCT nutzen zu können und sich zertifizieren zu lassen, müssen Anbieter Mitglied des Konsortiums werden.[8] Hersteller von Produkten, die den TALQ-Standard erfolgreich integriert haben, wurden seit 2017 vom Konsortium offiziell zertifiziert.[13]

Das Konsortium ist Teil des Mitgliedsprogramms der IEEE Industry Standards and Technology Organization (IEEE-ISTO), eine Non-Profit-Organisation für die Entwicklung von Technologiestandards durch Industriekonsortien, Verbände und ähnliche Einrichtungen.[14]

Einzelnachweise

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