Tris(1,3-dichlorisopropyl)phosphat

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Tris(1,3-dichlorisopropyl)phosphat (TDCPP[5]) ist eine chemische Verbindung aus der Stoffgruppe der Phosphorsäureester.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Tris(1,3-dichlorisopropyl)phosphat
Allgemeines
Name Tris(1,3-dichlorisopropyl)phosphat
Andere Namen
  • TDCPP
  • TDCP
  • Tris(1,3-dichlor-2-propyl)phosphat
Summenformel C9H15Cl6O4P
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 13674-87-8
EG-Nummer 237-159-2
ECHA-InfoCard 100.033.767
PubChem 26177
ChemSpider 24388
Wikidata Q2454085
Eigenschaften
Molare Masse 430,91 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,514 g·cm−3 (25 °C)[1]

Schmelzpunkt

< −20 °C[1]

Siedepunkt

326 °C[1]

Dampfdruck

9 hPa (65 °C)[1]

Löslichkeit

sehr schlecht in Wasser (18,1 mg·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[2] ggf. erweitert[3]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 351410
P: 202273280308+313391[3]
Toxikologische Daten

1850 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[4]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Eigenschaften

TDCPP ist eine farblose, geruchslose und viskose Flüssigkeit. Sie ist in Wasser schwer, jedoch in Alkoholen, Ketonen (wie z. B. Aceton) und chlorierten Kohlenwasserstoffen löslich.[6] Bei Temperaturen ab etwa 250 °C zersetzt sich die Verbindung, wobei Phosphor- und Kohlenoxide sowie Chlorverbindungen freiwerden.[7]

Verwendung

TDCPP wird als Flammschutzmittel (z. B. für Polyurethanschäume, Polyisocyanuratschäume und Styrol-Butadien-Gummimischungen) verwendet.[6] Sie wird dafür in einer Größenordnung von etwa 10.000 t pro Jahr in der EU produziert.[8]

Sicherheitshinweise/Toxikologie

Bei TDCPP wird beim Menschen eine Krebs erzeugende Wirkung vermutet, da sich diese im Tierversuch gezeigt hat.[6] TDCPP ist z. B. in Teppichböden und Autositzen nachweisbar.[9][10]

Tris(1,3-dichlorisopropyl)phosphat wurde 2017 von der EU gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) im Rahmen der Stoffbewertung in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP) aufgenommen. Hierbei werden die Auswirkungen des Stoffs auf die menschliche Gesundheit bzw. die Umwelt neu bewertet und ggf. Folgemaßnahmen eingeleitet. Ursächlich für die Aufnahme von Tris(1,3-dichlorisopropyl)phosphat waren die Besorgnisse bezüglich der Eigenschaften als potentieller endokriner Disruptor. Die Neubewertung soll ab 2020 von Deutschland durchgeführt werden.[11]

Siehe auch

Einzelnachweise

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