Halbgänse
Unterfamilie aus der Ordnung der Gänsevögel
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Halbgänse (Tadornini) sind eine Tribus der Entenvögel in der Unterfamilie Anatinae. Ihren Namen haben sie, da viele typische Vertreter gestaltlich zwischen Gänsen und „echten“ Enten vermitteln.
| Halbgänse | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Brandgans (Tadorna tadorna) | ||||||||||
| Systematik | ||||||||||
| ||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||
| Tadornini | ||||||||||
| Reichenbach, 1850 |
Verbreitung
Halbgänse sind nahezu weltweit verbreitet, die meisten Arten kommen jedoch in subtropischen oder gemäßigten Klimazonen der südlichen Erdhalbkugel vor. Sie fehlen vollständig in Nordamerika. Die meisten Halbgänse kommen nur in geringen Höhenlagen vor. Eine Ausnahme stellen die Spiegelgänse und die Blauflügelgans dar, die in Hochgebirgen der Tropen vorkommen. Abgesehen von der Kelpgans leben sie an Süß- oder Brackgewässern und nutzen in Küstengebieten nur geschützte Meeresbuchten.[1]


Merkmale
Halbgänse sind mittelgroße Entenvögel, die äußerlich zwischen Gänsen und Enten vermitteln und in den meisten Fällen recht auffällig gefärbt sind.[2]
Lebensweise
Die meisten Halbgänse sind nach Art der Gänse Pflanzenfresser, die auf dem Land Gräser und Kräuter verzehren oder gründelnd an Wasserpflanzen gelangen.[3] Von zwei Arten ist bekannt, dass sie hauptsächlich kleine wirbellose Tiere fressen – die Brandgans ist eine von diesen. Viele Arten sind Bewohner von Brackwasserzonen oder Salzseen. Alle Halbgänse sind monogam. Die Nester werden versteckt zwischen der Vegetation oder in Erd- oder Baumhöhlen angelegt.[2]
Gattungen und Arten
Zu den Halbgänsen gehören die folgenden Gattungen und Arten:[3]
- Gattung Cyanochen
- Blauflügelgans, Cyanochen cyanopterus
- Gattung Alopochen
- Nilgans, Alopochen aegyptiacus
- Réunion-Gans, Alopochen kervazoi †
- Mauritius-Gans, Alopochen mauritianus †
- Madagaskar-Gans, Alopochen sirabensis †
- Gattung Oressochen
- Andengans, Oressochen melanopterus
- Orinokogans, Oressochen jubatus
- Gattung Spiegelgänse, Chloephaga
- Magellangans, Chloephaga picta
- Kelpgans, Chloephaga hybrida
- Graukopfgans, Chloephaga poliocephala
- Rotkopfgans, Chloephaga rubidiceps
- Gattung Radjah
- Radjahgans, Radjah radjah
- Gattung Kasarkas, Tadorna
- Rostgans, Tadorna ferruginea
- Paradiesgans, Tadorna variegata
- Brandgans, Tadorna tadorna
- Kapgans, Tadorna cana
- Halsbandgans, Tadorna tadornoides
- Schopfgans, Tadorna cristata
Systematik
Die Halbgänse wurden 1850 durch den deutschen Biologen Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach als Taxon der Entenvögel eingeführt. Zwischen 1876 und 1937 wurden sie von verschiedenen Taxonomen den Gänsen zugerechnet. Die Ähnlichkeit mit den Echten Gänsen ist jedoch nur oberflächlich.[2] Danach hatten sie über einen längeren Zeitraum den Rang einer eigenständigen Unterfamilie innerhalb der Entenvögel (Anatidae) und umfassten mehr Gattungen und Arten, auch von Vögeln, die ein mehr entenartiges Erscheinungsbild haben.[4] DNA-Vergleiche zeigten, dass diese Gattungen und Arten eine andere Position im phylogenetischen Baum der Entenvögel hatten.[5] Gattungen und Arten die zeitweise zu den Halbgänsen gehörten, sind die Sporngans (Plectropterus gambensis), die Glanzente (Sarkidiornis melanotos), die Saumschnabelente (Hymenolaimus malacorhynchus), die Sturzbachente (Merganetta armata) und die Gattung der Dampfschiffenten (Tachyeres), die heute 5 Arten umfasst.[4]
Literatur
- Janet Kear (Hrsg.): Ducks, Geese and Swans. Oxford University Press, 2005, ISBN 0-19-854645-9.
- Josep del Hoyo et al.: Handbook of the Birds of the World. Band 1: Ostrich to Ducks. Lynx Edicions, 1992, ISBN 84-87334-10-5.