TeamLab (Künstlerkollektiv)

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TeamLab (Eigenschreibweise teamLab) ist ein internationales, 2001 in Japan gegründetes Künstlerkollektiv, das immersive digitale Kunstwerke und interaktive Lichtinstallationen erschafft, die Kunst, Technologie, Wissenschaft und Natur miteinander verbinden.

Geschichte

teamLab ist eine im Jahr 2001 von Toshiyuki Inoki gegründete, interdisziplinäre Künstlervereinigung, die aus über einhundert Künstlern, Programmierern, Ingenieuren, 3D-Animatoren, Mathematikern und Architekten besteht und die ihre Mitglieder als Ultratechnologen bezeichnet. Das Künstlerkollektiv kreiert dreidimensionale Kunstwerke mit digitaler Technologie. Ihren Durchbruch hatte teamLab 2011, als der Künstler Takashi Murakami sie einlud, in der Kaikai Kiki Gallery in Taipeh einige ihrer Installationen vorzustellen.[1]

Im Jahr 2018 eröffnete teamLab mit dem teamLab Borderless in Tokio das erste japanisches Museum für digitale Kunst. Es folgten in und außerhalb Japans weitere Ausstellungen. Nebst temporären Produktionen zeigt teamLab Werke in folgenden permanenten Ausstellungen/Museen:

Japan:

  • Fukuoka: teamLab Forest
  • Izura: Hidden Traces of Rice Terraces  
  • Kyoto: teamLab BioVortex
  • Osaka: teamLab Botanical Garden
  • Okinawa: teamLab Future Park
  • Tokio: teamLab Borderless
  • Tokio: teamLab Planets

Außerhalb Japan:

  • Abu Dhabi: teamLab Phenomena
  • Hamburg: teamLab Borderless: Digital Museum (Eröffnung 2026 geplant)
  • Jeddah: teamLab Borderles
  • Macao: teamLab SuperNature Maca
  • Singapur: teamLab Future World

teamLab Borderless, Tokio

Das teamLab Borderless (auch Mori Building Digital Art Museum: teamLab Borderless) ist ein japanisches Museum für digitale Kunst in Tokio im Süden des Stadtzentrums im Bezirk Minato (港区) im Stadtteil Azabudai.

Das Digital Art Museum teamLab Borderless eröffnete am 21. Juni 2018 auf Odaiba in der zweiten Etage des Einkaufszentrums Palette Towns. Odaiba – eine künstlichen Insel – entstand durch Landgewinnung in der Tokio-Bucht. Das Museum wird gemeinsam von der Mori Building Group und der Künstlervereinigung teamLab (チームラボ) betrieben.[2]

Im Jahr 2018 zeigte sich bereits, dass das Digital Art Museum bei Besucherinnen und Besuchern aller Altersgruppen große Beliebtheit genießt und rund ein Drittel des Publikums aus dem Ausland stammt. Bereits fünf Monate nach der Eröffnung konnte die millionste Besucherin begrüßt werden.[3] Innerhalb des ersten Jahres nach Eröffnung verzeichnete das Museum insgesamt mehr als 2,3 Millionen Gäste.[4]

Bis August 2022 befand sich das teamLab Borderless im Stadtteil Odaiba (お台場). Am 9. Februar 2024 wurde das Museum im Stadtteil Azabudai, der zum Bezirk Minato gehört, an neuem Standort eröffnet. Das Museum ist Teil des modernen Gebäudekomplexes Azabudai Hills und befindet sich in der Nähe des Tokyo Towers.[5]

teamlab Installation Forest of Lamps

Standort Odaiba (bis 2022) – damalige Beschreibung

Im teamLab Borderless wird auf 10 000 Quadratmetern mithilfe von 520 Computern und 470 Projektoren eine Welt kreiert, die alle fünf Sinne stimulieren soll. Es werden 50 digitale Kunstwerke gezeigt.

Das Museum ist in fünf große Sektionen geteilt: Borderless World, Athletics Forest, Future Park, Forest of Lamps und En Tea House (deutsch Grenzenlose Welt, Athletik-Wald, Zukunftspark, Wald der Lampen und En-Tee-Haus). Davon ist Borderless World die größte Sektion. Die Besucher sind in der gesamten Ausstellung aufgefordert, selbst die Richtung zu wählen, in der sie sich bewegen wollen, um die digitalen Installationen zu erleben. Auf Hinweisschilder ist deshalb bewusst verzichtet worden.

Die meisten Kunstwerke sind so angelegt, dass sie von den Besuchern berührt, unterbrochen oder verändert werden können. Einige Kunstwerke können sogar innerhalb der verschiedenen Räume bewegt werden, deshalb auch die Bezeichnung borderless (deutsch: ohne Grenzen).

Etwa beim Kunstwerk Forest of Flowers and People (Wald aus Blumen und Menschen) lassen sich Blumen zu verschiedenen Jahreszeiten beobachten und der Untergrund, auf dem sie wachsen, bewegt sich langsam. Das Blühen und Welken der Blumen kann durch die Bewegung des Betrachtenden gesteuert werden. Steht man still, scheint alles besser zu gedeihen, wenn Blumen aber berührt oder auf sie getreten wird, verwelken sie schneller.

Die Künstlervereinigung teamLab stellt ihr Konzept so dar:

„With interactive artworks the viewer’s actions and behaviour can decide the artwork at any particular moment. The border line between the artwork and the viewer has become more ambiguous. The viewer has become a part of the artwork itself. A particular moment in an artwork is determined by the presence and behaviour of the viewers, blurring the boundary between viewers and artworks.“[6]
(„Bei interaktiven Kunstwerken können die Aktivitäten und das Verhalten des Betrachters das Kunstwerk zu jedem Zeitpunkt neu definieren. Die Grenzlinie zwischen Kunstwerk und Betrachter verschwimmt. Der Betrachter wird selbst Teil des Kunstwerks. Ein konkreter Moment in einem Kunstwerk wird durch die Anwesenheit und das Verhalten des Betrachters definiert, so verwischt sich die Grenze zwischen Betrachter und Kunstwerk.“)

Standort Azabudai (ab 2024)

Für den neuen Standort wurde das grundlegende Konzept des bisherigen Museums übernommen, jedoch räumlich neu strukturiert und inhaltlich weiterentwickelt. Am neuen Standort von teamLab Borderless erwarten die Besucher 75 interaktive Kunstwerke, die sich bewegen und miteinander interagieren, inklusive neuerer Installationen wie Bubble Universe oder Sketch Ocean.

Die Gäste erkunden die immersiven Kunstwerke, die nahtlos ineinander übergehen, frei und ohne festgelegten Weg. Die Installationen reagieren auf Bewegungen und Berührungen des Besuchers. Wer beispielsweise eine Wand berührt, verändert dort die Projektion; wenn man zum Beispiel am Boden auf eine Blumen tritt, kann diese blühen oder verwelken. Eine optionale App bietet zusätzliche Möglichkeiten.[7][8]

teamLab Planets, Tokio

Neben dem teamLab Borderless gibt es in Tokio ein weiteres Museum derselben Organisation: teamLab Planets. Das im Juli 2018 eröffnete Museum befindet sich im östlich gelegenen Bezirk Kōtō, im Stadtteil Toyosu. Es bietet ein Erlebnis mit vier großflächigen begehbaren Kunsträumen und zwei Gartenbereichen, bei denen die Besucher auf einem definierten Weg gehen und teilweise barfuß durch Wasser waten.[9] Anfang 2025 wurde das Museum um den Themenbereich Forest mit weiteren Räumen erweitert.[10]

teamLab international

Die Installationen von teamLab wurden bereits in vielen Ländern ausgestellt. So gab es beispielsweise 2018 im Amos Rex Kunstmuseum in Helsinki die Ausstellung teamLab: Massless.[11] Außerdem ist laut teamLab für 2026 ein Digital Art Museum mit seinen Installationen in Hamburgs HafenCity geplant.[12]

Einzelnachweise

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