Technetium(99mTc)-Sestamibi

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Technetium(99mTc)-Sestamibi ist ein kationischer Komplex aus einem Technetium-Ion (Konkret das Kernisomer 99mTc) und sechs Molekülen Methoxyisobutylisonitril. Es wird als Radiopharmazeutikum für verschiedene Diagnoseverfahren verwendet.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von 99mTechnetium-Sestamibi
Allgemeines
Freiname Technetium(99mTc)sestamibi[1]
Summenformel C36H66N6O6Tc
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 109581-73-9
PubChem 5384
ChemSpider 396214
DrugBank DB09161
Wikidata Q2917126
Arzneistoffangaben
ATC-Code

V09GA01

Eigenschaften
Molare Masse 777 g·mol−1
Gefahren- und Sicherheitshinweise

Radioaktiv
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Synthese

Die Verbindung muss für die medizinische Verwendung frisch zubereitet werden. Dazu kommen Kits zum Einsatz, die Tetrakis(methoxyisobutylisonitril)kupfer(I)-tetrafluoroborat sowie diverse Hilfsstoffe enthalten (Natriumcitrat, Zinn(II)-chlorid, Mannitol und Cysteinhydrochlorid). Diese Mischung wird dann mit 99mTc-Kaliumpertechnetat versetzt und erhitzt.[3]

Verwendung

Technetium(99mTc)-Sestamibi wird vor allem zur Bildgebung des Herzens verwendet. Schon Anfang der 1980er-Jahre wurde die Anwendung in der Myokard-Szintigrafie untersucht[4][5] und in diesem Bereich wird es heute noch eingesetzt.[6] Jedes Jahr werden in Deutschland etwas 300.000 Myokard-Szintigrafien durchgeführt,[7] davon fast alle mit 99mTc-markierten Tracern.[8] Weltweit betrachtet ist die Myokard-Szintigrafie die häufigste bildgebende Methode, die Durchblutung des Herzens zu untersuchen.[7]

Zur Bildgebung der Nebenschilddrüse – insbesondere bei Hyperparathyreoidismus bzw. bei Adenomen – findet ebenfalls Technetium(99mTc)-Sestamibi Anwendung (siehe Nebenschilddrüsenszintigrafie). Es wird besser in die Nebenschilddrüse aufgenommen und liefert bessere Bildqualität als vorher übliche Verfahren (210Tl-Thalliumchlorid).[9] Hierfür wird es seit 1989 bis heute verwendet.[10][11]

Auch zur Abklärung von kalten Schilddrüsenknoten wird die Szintigrafie mit Technetium(99mTc)-Sestamibi eingesetzt. Diese Anwendung ist allerdings off-label, das heißt außerhalb einer Zulassung.[12]

Es dient auch zur Untersuchung bei Verdacht auf Brustkrebs, da es von Tumoren gut aufgenommen wird. Die Spezifität und Sensitivität für die Diagnose liegen jeweils bei über 80 %.[13] In dieser Anwendung wird es nach wie vor genutzt.[14] Die aktuelle deutsche Leitlinie zur Diagnostik bei Mammakarzinom sieht diese Untersuchung aber nicht vor.[15]

Einzelnachweise

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