The Blizzard of Aahhh’s

US-amerikanischer Skifilm von Greg Stump aus dem Jahr 1988 From Wikipedia, the free encyclopedia

The Blizzard of Aahhh’s (stilisiert als The Blizzard of AAHHH’s, Tagline: A True Story) ist ein US-amerikanischer Skifilm von Greg Stump aus dem Jahr 1988. Der Film wurde an verschiedenen Orten in den Westalpen und den USA gedreht und gilt als einer der einflussreichsten seines Genres. Hauptdarsteller der „Rockumentary“ sind Scot Schmidt, Mike Hattrup und Glen Plake.

TitelThe Blizzard of AAHHH’s
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1988
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel The Blizzard of AAHHH’s
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1988
Länge 75 Minuten
Stab
Regie Greg Stump
Drehbuch Greg Stump
Produktion Greg Stump
Musik diverse
Kamera Greg Stump, Bruce Benedict
Schnitt Greg Stump
Besetzung
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Inhalt

Typisch für das Genre des Skifilms, verfügt The Blizzard of Aahhh’s über keine klassische Handlung, bedient sich aber einiger narrativer Tricks. Die Titelsequenz beginnt mit zwei Inlineskatern, die in Kalifornien eine Straße hinunterfahren, sowie Glen Plake, der in Les Arcs als Vorläufer eines Speedski-Rennens in Erscheinung tritt. Es folgen einleitende Statements der drei Hauptdarsteller, ehe Greg Stumps Erzählung einsetzt. Der Regisseur kritisiert den Zustand der US-amerikanischen Skiindustrie:

“The American ski industry, afraid of huge law suits and burdened by insurance rates that are criminal, doesn’t promote believable ski heroes, because believable ski heroes – at least in my opinion – are the ones that ski the extreme.”

Die nachfolgenden Skiaufnahmen und Kurzinterviews aus verschiedenen US-Wintersportgebieten leiten über zu einem „Shootout“ in Squaw Valley zwischen Plake und den beiden Warren-Miller-Veteranen Tom Day und Mike Slattery. Der unangepasste Plake setzt sich mit seiner draufgängerischen Linie gegen die beiden Konkurrenten durch und ergattert den letzten Platz für den Dreh in Europa. Stump begründet die Entscheidung, den Schauplatz seines Films in die französischen Alpen zu verlagern, mit der besonderen US-Rechtslage und den daraus resultierenden Schadensersatzklagen bei Skiunfällen:

“Liability laws had driven us from the United States, land of the lawyer, home of the insurance company, to France where the individual’s right to access and challenge the mountains was most protected. Here, the concept of recovering money for ski injuries is laughed at.”

In einer der bekanntesten Szene des Films befährt die Crew das Couloir des Poubelles (rechts) an der Aiguille du Midi.
Von der Bergstation an der Aiguille des Grands Montets erfolgt eine weitere Abfahrt.

Kurz nach Ankunft in Chamonix ist die Crew aufgrund anhaltenden Schneefalls erst einmal zum Abwarten verdammt. Nach neun Tagen Schlechtwetter und mehr als drei Metern Neuschnee fahren Stump, Hattrup, Plake und Schmidt endlich auf die Aiguille du Midi, wo sie sich mit dem Bergführer Murray Ball kurzschließen. Hintereinander befahren sie das Couloir des Poubelles („Mülleimer“), eine 47–50 Grad steile ostexponierte Felsrinne nahe der Bergstation. In einer anderen Szene kommen sowohl Plake als auch Schmidt in einem Couloir im Bereich der Grands Montets zu Fall und können nur knapp einen Sturz in den Bergschrund vermeiden.

Mehrmals wird die Story der drei Protagonisten unter dem Motto „Wheel of Destruction“ durch Kompilationsfilme von Stürzen und anderen Skipannen unterbrochen. Gegen Ende des Films widmet sich ein kurzer Abschnitt dem Snowboardsport.

Besetzung

Neben Mike Hattrup, Glen Plake und Scot Schmidt sind Robert Aguirre, Murray Ball, „Cookie the Swede“, Tom Day, Scott Kennett, Sheila McGlynn, Scott Rawes, Mike Slattery, Geoff Stump und Lynn Wieland als Skifahrer zu sehen. Als Gesprächs- oder Interviewpartner treten außerdem Dick Bass (Unternehmer und Geschäftsführer des Wintersportgebiets Snowbird), Josh Bennett (Pistenretter, Lawinenkontrolleur und Freestyle-Skier), John Faulkner (Skifilm-Darsteller), Mike Jacoby (Snowboarder), Tim „The Cook“ Holman (selbsternannter Koch), Jim Olzulsky (Speed-Skier), Mark Shapiro (Skifilmer) und „Rasta“ Stevie (Mitglied des City Councils von Telluride) auf.

Produktion und Hintergrund

Zwei Jahre nach dem Erfolg von Maltese Flamingo verfügte Greg Stump bei seinem fünften selbstgedrehten Skifilm The Blizzard of Aahhh’s mit 100.000 US-Dollar[1] erstmals über ein Produktionsbudget jenseits des Low-Budget-Segments. Zu den Sponsoren gehörten neben dem Skigebiet Les Grands Montets Swatch sowie die Sportartikelhersteller K2, Salomon und Uvex. Der Titel des als Rockumentary konzipierten Films ist von Ozzy Osbournes Debütalbum Blizzard of Ozz entlehnt, welches wiederum auf das Kinderbuch The Wizard of Oz anspielt. Der Deppenapostroph wurde laut Stump bewusst gebraucht.[2][3] Dreharbeiten fanden in Chamonix (Aiguille du Midi, Brévent, Grands Montets), Les Arcs, La Clusaz und Verbier sowie Kirkwood, Los Angeles, Maui, Snowbird, Squaw Valley und Telluride statt. Stump übernahm wie bei fast allen seiner Filme nicht nur die Regie, sondern auch die Kamera und den Schnitt.

Während Mike Hattrup bereits mehrfach mit Stump zusammengearbeitet hatte und Warren-Miller-Darsteller Scot Schmidt sich mit der Aussicht auf einen Dreh in Europa locken ließ, kam Glen Plake eher unverhofft zu seinem Engagement. Die ursprünglich als dritte Hauptdarstellerin vorgesehene Lynn Wieland, die unter anderem an Hot Dog – Der Typ mit dem heißen Ski mitgewirkt hatte, zog sich am ersten Drehtag im Gebiet der Grands Montets eine Rückenverletzung zu und musste ins Krankenhaus nach Genf geflogen werden. Aufgrund der fehlenden Unfallversicherung verklagte sie Stump auf Schadensersatz und bekam in einem außergerichtlichen Vergleich 15.000 Dollar zugesprochen. Erst nach Überzeugungsarbeit durch Hattrup engagierte der Regisseur als Ersatz Plake, der zu Beginn der Dreharbeiten wegen eines Drogendelikts vor Gericht stand. Im Film als „renowned bad boy, expatriate/fugitive“ vorgestellt, nutzte der 23-Jährige die Gelegenheit, um einer Verurteilung zu entgehen, und blieb etwa ein Jahr lang in der Mont-Blanc-Region. Jene Szenen in Squaw Valley, welche das angebliche „Shootout“ zwischen Plake, Tom Day und Mike Slattery zeigen, waren bereits einige Wochen vor dem Dreh in den Alpen aufgenommen worden. Erst nachdem Stump 5000 Dollar seines eigenen Geldes in einen Anwalt für Plake investiert hatte, kehrte dieser in die USA zurück.[1][3]

Um im Tiefschnee Sprünge aus großer Höhe mit viel Rücklage abfedern zu können, fuhren Hattrup, Plake und Schmidt Skimodelle mit Längen zwischen 220 und 225 Zentimeter. In jener Szene an den Grands Montets, bei der Plake und Schmidt zu Sturz kommen, benutzten sie ausnahmsweise 200 Zentimeter lange Buckelpisten-Ski.[4]

Musik

Der frühere Radio-DJ Greg Stump arbeitete zu Beginn seiner Laufbahn als Filmemacher so, dass er zunächst Musikstücke sammelte, ehe er die dazu passenden Skiszenen fand. Erst bei seinem fünften Film The Blizzard of Aahhh’s rückte er langsam davon ab.[1] Die Bedeutung des Soundtracks für seine Filme erklärte er folgendermaßen:

“For me, the music is critical. I look at film like a visual VU meter, matching the intensity of the action to the intensity of the music. The sound is just as important as the action. Blizzard of Aahhh’s is a visual record album.”

„Für mich ist die Musik maßgeblich. Ich betrachte Film als visuelles vu-Meter, das die Intensität der Action der Intensität der Musik angleicht. Der Sound ist genauso wichtig wie die Action. Blizzard of Aahhh’s ist ein visuelles Musikalbum.“[5]

1988 arbeitete Stump mit dem Londoner Label ZTT Records und nutzte als erster Skifilmer zeitgenössische Popmusik. Neben vier Liedern der Band Act (Absolutely Immune II, I Can’t Escape from You, Snobbery & Decay, The 3rd Planet) sind Titel von Frankie Goes to Hollywood (Warriors of the Wasteland), Nasty Rox, Inc. (Escape from New York) und Propaganda (Frozen Faces) zu hören. Andere Plattenfirmen sind mit Larry „Flash“ Allen (Time Waits for Snowman), Alpha Blondy (Jah Houphet), Mark Darnell (In the Age of Steam), Mitchel Forman (Rizzo), Ted Musgrave & The G-Men (The Blizzard of AAAhhh’s) und Schönherz & Scott (Wishing Well) vertreten.

Rezeption

The Blizzard of Aahhh’s feierte seine Uraufführung 1988 in Portland in Greg Stumps Heimatstaat Maine[6], und wurde über die Skiwelt hinaus ein Publikumserfolg. Am 9. März 1989 waren Glen Plake und Scot Schmidt als erste nichtolympische Skisportler in der Today Show bei Bryant Gumbel zu Gast und trugen damit maßgeblich zur Bekanntheit des Films in den USA bei. Plake trat dabei in einem Uncle-Sam-Kostüm in Erscheinung und betonte sein medial-öffentliches Image als „bunter Hund“.[7] Stump reichte den Film beim International Ski Film Festival in New York ein, wo er eigenen Angaben zufolge jedoch von der Jury „verschmäht“ wurde und einem Promo-Video aus Steamboat Springs unterlag.[8] James Tabor nannte das Werk im Dezember 1989 in der Zeitschrift Ski eine „augen- und ohrenbetörende Mélange aus knallharter Musik und krassem Skifahren, die in der Skiszene für viel Gesprächsstoff sorgte“.[5] Vor allem die Szenen in den Couloirs trugen zur nachhaltigen Bekanntheit des Films und seiner drei Stars bei.[9]

Der Ausdruck „extrem“, den Stump im Film an prominenter Stelle gebraucht, hielt durch die mediale Berichterstattung Einzug in den amerikanischen Ski-Mainstream. Der Freeskier und Filmemacher Mike Douglas sieht in The Blizzard of Aahhh’s gar einen der wichtigsten Auslöser für den Aufschwung der Extremsportbewegung. Hattrup, Plake und Schmidt distanzierten sich jedoch von der Einstufung ihres Skifahrens als „extrem“ und verwiesen in diesem Zusammenhang unter anderem auf die französischen Big-Mountain- und Steilwandskifahrer Jean-Marc Boivin, Pierre Tardivel und Patrick Vallençant.[3][10] Nicht zuletzt aufgrund des Erfolges von „Blizzard“ wurden sowohl der Regisseur als auch seine drei Hauptdarsteller nacheinander in die U.S. Ski and Snowboard Hall of Fame aufgenommen.

Mit seiner 2009 erschienenen Dokumentation über die Geschichte des Skifilms, Legend of Aahhh’s, nimmt Stump Bezug auf seinen bekanntesten Titel.[8]

Einzelnachweise

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