Thorsten Boer

deutscher Fußballspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Thorsten Boer (* 12. August 1968) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. In der höchsten Spielklasse des DDR-Fußballs, der Oberliga, spielte er für den BFC Dynamo beziehungsweise FC Berlin.

Schnelle Fakten Personalia, Junioren ...
Thorsten Boer
Thorsten Boer (vordere Reihe, Fünfter von links)
im Kader des FC Berlin (1990)
Personalia
Geburtstag 12. August 1968
Größe 178 cm
Position Stürmer / Mittelfeldspieler
Junioren
Jahre Station
SG Dynamo Halle-Neustadt
0000–1981 SG Dynamo Eisleben
1981–1987 BFC Dynamo
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1986–1989 BFC Dynamo II 61 0(5)
1989–1990 SG Dynamo Fürstenwalde 17 0(3)
1989–1991 BFC Dynamo / FC Berlin 30 0(6)
1991–1993 Chemnitzer FC 72 (17)
1993 Tennis Borussia Berlin 13 0(0)
1994–1999 1. FC Union Berlin 102 (32)
1999–2000 BFC Dynamo 30 0(4)
2000–2001 1. FC Union Berlin
2001–2003 Köpenicker SC 37 (14)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Schließen

Sportliche Laufbahn

Thorsten Boer stammt aus dem Nachwuchsbereich der SG Dynamo Halle-Neustadt. Von der SG Dynamo Eisleben kam das Talent Anfang der 1980er-Jahre zum BFC Dynamo.

Dort zählte er 1985/86 und 1986/87 zum Kader der Juniorenoberligamannschaft, mit der Boer 1987 den ostdeutschen U-18-Titel gewann. Er kam bereits als Juniorenspieler im Spieljahr 1986/87 schon zu ersten Einsätzen in der 2. BFC-Männermannschaft in der zweitklassigen Liga.

Im Sommer 1989 vermeldete Dynamo Fürstenwalde neben Frank Albrecht Boer als zweiten Neuzugang vom BFC. So begann er die Ligawendesaison 1989/90 mit Einsätzen für Fürstenwalde, die sich bis in den April 1990 fortsetzten. Aufgrund der in jener Oberligaspielzeit vorhandenen Möglichkeit zwischen Clubs und Gemeinschaften aus 1. und 2. Spielklasse mittels einer Gastspielgenehmigung kontinuierlich pendeln zu können, debütierte Boer parallel dazu im November 1989 für den BFC im ostdeutschen Oberhaus.

Die erfolgreichen Zeiten des zehnfachen DDR-Meisters waren zum Zeitpunkt seines Sprungs in die Erstligaelf der Ostberliner schon passé. Boer spielte auch in der letzten eigenständigen Saison des ostdeutschen Erstligafußballs für den seit Februar 1990 als FC Berlin firmierenden Oberligarekordchampion. Nachdem die Weinroten die direkte Qualifikation für die 2. Fußball-Bundesliga verpasst hatte, wechselte Boer im Jahr 1991 zum Chemnitzer FC. Bei den Himmelblauen agierte der offensive Mittelfeldspieler über zwei Jahre erfolgreich. Als Konsequenz realisierte er im Sommer 1993 einen Wechsel zum damals zahlungskräftigeren Aufsteiger Tennis Borussia Berlin.

Bis November 1993 absolvierte Boer 13 Zweitligapartien der Saison 1993/94 für die Veilchen, spielte in dieser Spielzeit ebenfalls für die Eisernen in der damals drittklassigen NOFV-Amateur-Oberliga, nachdem er innerhalb Berlins zum Jahreswechsel 1993/94 zum 1. FC Union Berlin gewechselt war. Dem Club in Köpenick blieb er bis 1999 treu. Diese Phase bei Union war geprägt von Chaos, das fast im Bankrott endete. 1999 heuerte Boer noch einmal beim kurz zuvor wieder umbenannten BFC Dynamo an. Dies war ein Wechsel den nicht viele Profis ohne Anfeindungen überstanden hätten. Boer ist einer der wenigen Spieler, der bei beiden Fangruppen akzeptiert und beliebt war.

2000/01 spielte er im Amateurbereich wieder beim FCU, bevor er zum Köpenicker SC wechselte. Dort half Boer 2001/02 mit 13 Treffern in 26 Spielen beim Aufstieg aus der Berliner Verbandsliga in die viertklassige Oberliga Nordost maßgeblich mit. In dieser Spielklasse lief der Routinier 2002/03 noch einmal auf. Nach dem sofort Abstieg gelang ihm 2003/04 in der Fünftklassigkeit als Spielertrainer in zehn Spielen ein Treffer.

Statistik

  • Oberliga: 30 Spiele (sechs Tore)
  • 2. Bundesliga: 85 Spiele (17 Tore)

Trainerlaufbahn

Seit Mitte April 2003 agierte Boer in Nachfolge von Joachim Sigusch beim KSC als Coach, zunächst teilweise noch als Spielertrainer. Höhepunkt war im Jahr 2007 das Erreichen des Finales im Berliner Landespokal. Nachdem er sich mit Köpenick im Halbfinale gegen den BFC durchsetzen konnte, unterlag er im Finale gegen Union Berlin mit 0:7.

Literatur

  • Christian Karn, Reinhard Rehberg: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Spielerlexikon 1963–1994. AGON Sportverlag, Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-214-4, Seite 62.
  • Hanns Leske: Die DDR-Oberligaspieler. Ein Lexikon. AGON Sportverlag, Kassel 2014, ISBN 978-3-89784-392-9, Seite 44.

Related Articles

Wikiwand AI