tk accelis
deutsches Unternehmen
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Die tk accelis GmbH, bis 10. Juni 2026 thyssenkrupp Materials Services GmbH (kurz: tkMX), ist die Führungsgesellschaft des Segments Materials Services/tk accelis des diversifizierten deutschen Industriekonzerns thyssenkrupp AG. Materials Services ist im weltweiten Handel mit Werk- und Rohstoffen tätig[2] sowie technischer und infrastruktureller Dienstleister im B2B-Bereich[3]. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2024/2025 betrug 11,432 Mrd. Euro.[4]
| tk accelis GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1999 |
| Sitz | Essen |
| Leitung | Ilse Henne (Vorsitzende)[1], Daniel Wodera |
| Mitarbeiterzahl | 15.500 (16.06.2026) |
| Umsatz | 11,432 Mrd. Euro (Gj. 2024/2025) |
| Website | www.tkaccelis.com |
Geschichte
Das Unternehmen thyssenkrupp Materials Services entstand 1999 im Rahmen der Fusion von Thyssen und Krupp, indem die Handelssparten beider Unternehmen, die Thyssen Handelsunion AG und die Krupp Hoesch International GmbH, zusammengeführt wurden. Zum Start umfasste das neue Segment rund 25 Milliarden DM Umsatz und 28.000 Beschäftigte. Ebenfalls 1999 übernahm Thyssen das Handelsgeschäft von Mannesmanns mit damals circa 800 Mitarbeitern und 2,6 Milliarden DM Jahresumsatz. Es wurde anschließend als Thyssen Mannesmann Handel GmbH unter dem Dach der Thyssen-Handelsunion weitergeführt.[5]
In den folgenden Jahren erweiterte das Unternehmen sein internationales Netzwerk und erschloss sich insbesondere neue Märkte in Nordamerika durch gezielte Akquisitionen und den Ausbau von Servicezentren vor Ort.[6][7][8]
Ab Mitte der 2010er Jahre setzte das Unternehmen verstärkt auch auf digitale Service-Angebote.[9] So wurde 2016 der B2C Online-Shop „materials4me“ in Spanien, Großbritannien, Deutschland und der Schweiz eingeführt.[10][11] Im Jahr 2017 stellte Materials Services ein eigenentwickeltes System für das industrielle Internet der Dinge (IoT) vor, welches die Anlagen verschiedener Hersteller einbinden können soll. Das toii genannte System soll vor allem die Automatisierung in der Produktion vorantreiben und Abläufe effizienter gestalten.[12][13]
2019 folgte die Einführung der Strategie Materials as a Service, mit der das Unternehmen seine Dienstleistungen außerhalb seines Kerngeschäfts erweitern will. Im Zentrum stehen dabei die Vernetzung von Anlagen und die digitale Integration von Standorten.[14] Das Fachmagazin Logistik Heute berichtete 2021 über die Einführung der KI-basierten Software Pacemaker, die in Lieferketten Materialfluss und Ressourcenverbrauch verbessern solle und somit vom Unternehmen als Weiterentwicklung seiner Strategie Materials as a Service gesehen werde.[15] 2022 wurde der Online-Marktplatz SteelBuy gestartet.[16] Im Januar 2025 kündigte thyssenkrupp den Kauf des luxemburgischen Unternehmens Waves an, mit dem Pacemaker im Nachhaltigkeitsbereich gestärkt werden solle. Das Handelsblatt berichtete, dass man sich damit einen Markt von bis zu 50.000 Unternehmen erschließen könne.[17]
Im Mai 2025 kündigte thyssenkrupp an, dass man Vorbereitungen treffe, um unter anderem das Segment Materials Services in den kommenden Jahren als eigenständiges Unternehmen aufzustellen.[18]
Am 10. Juni 2026 wurde die thyssenkrupp Materials Services GmbH zu tk accelis GmbH umbenannt.[19]
Unternehmensstruktur und Kennzahlen
tk accelis gliedert sich in die drei Bereiche Materials, Processing und Solutions.[20] In mehr als 30 Ländern und in 380 Niederlassungen beschäftigt Materials Services circa 15.500 Mitarbeiter.[21]
Das Unternehmen vertreibt unter anderem Walzstahl, Edelstahl, Nichteisenmetalle sowie Kunststoffe, Rohre und andere Materialien. Laut der Frankfurter Allgemeine Zeitung sei das Unternehmen „mehr als ein reiner Händler, eher ein Werkstoff-Logistiker“. Das Unternehmen böte neben der Weiterverarbeitung der Ware etwa auch an, für seine Kunden ganze Lieferketten zu planen und zu managen.[22]
Die meisten Umsätze erwirtschaftete tk accelis im Geschäftsjahr 2024/2025 in Deutschland (29 Prozent), Europa ohne Deutschland (31 Prozent) und Nordamerika (38 Prozent). Zu den größten Kundengruppen gehörten die metallverarbeitende Industrie, die Luft- und Raumfahrt, Händler, der Maschinenbau sowie die Bau- und Automobilindustrie.[23]
