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Tod Falor Stuessy

US-amerikanischer Botaniker (* 1943) From Wikipedia, the free encyclopedia

Tod Falor Stuessy (* 18. November 1943 in Pittsburgh, Pennsylvania) ist ein US-amerikanischer Botaniker und Hochschulprofessor. Sein Forschungsschwerpunkt gilt der Familie der Korbblütler (Compositae). Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Stuessy“.

Leben

Stuessy arbeitete im Jahr 1962 als Assistent im Herbarium des Field Museum of Natural History in Chicago. Ab 1963 war er Laborassistent für Allgemeine Botanik an der DePauw University, wo er 1965 seinen Bachelorabschluss mit Auszeichnung in Botanik und Geologie erlangte. Von 1965 bis 1966 war er Lehrassistent für Allgemeine Biologie an der University of Texas at Austin. Ab 1966 hatter ein Stipendium für Umwelt- und Systematische Biologie der National Science Foundation für ein Doktoratsstudium University of Texas at Austin, wo er im Mai 1968 unter der Betreuung von Billie Lee Turner[1] mit der Dissertation A systematic study of the genus Melampodium (Compositae-Heliantheae) zum Ph.D. promoviert wurde. Im darauf folgenden Monat heiratete er Carol Sue Liebe, mit der einen Sohn und eine Tochter hat. Die Ehe wurde 1981 geschieden. Von 1968 bis 1974 war er Assistant Professor an der Ohio State University. Von 1971 bis 1972 forschte er mit einem Postdoktorandenstipendium der Maria Moors Cabot Foundation for Botanical Research an der Harvard University im Bereich Pflanzensystematik. Von 1974 bis 1979 war er außerordentlicher Professor an der Ohio State University. Vonn 1977 bis 1978 war er stellvertretender Direktor des Programms für Systematische Biologie der National Science Foundation. Von 1979 bis 1995 war er Professor an der Ohio State University. Von 1980 bis 1995 war er Direktor des Herbariums der Ohio State University. Im Januar 1988 heiratete er Patricia Antonietta Ghivarello, mit der er zwei Söhne hat. Von 1988 bis 1989 war er Leiter des Botanischen Instituts der Ohio State University. Von 1991 bis 1994 war er Direktor des Museum of Biological Diversity der Ohio State University. Seit 1995 ist er emeritierter Professor der Ohio State University. Von 1995 bis 1997 war er stellvertretender Direktor für Forschung und Sammlungen am Natural History Museum of Los Angeles County. Von 1996 bis 1997 war er außerordentlicher Professor an der University of Southern California. Von 1997 bis 2012 war er ordentlicher Professor und Leiter des Instituts für Systematische und Evolutionsbotanik an der Universität Wien. Von 1997 bis 2006 war er Direktor des Botanischen Gartens der Universität Wien. Seit 2012 ist er emeritierter Professor an der Universität Wien.

Stuessy betrieb botanische Feldarbeit in Nord-, Mittel- und Südamerika, Europa, Asien und Afrika, darunter Kanada, Mexiko, Chile, Ecuador, Peru, Japan, Korea, Spanien und Marokko.

Stuessys Forschung umfasst zahlreiche Bereiche der Systematik, Evolution und Biogeographie von Blütenpflanzen. Dazu gehören unter anderem monographische Arbeiten, phylogenetische und biogeographische Analysen sowie populationsgenetische Untersuchungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung genetischer Differenzierung und Artbildung innerhalb verschiedener Gattungen der Korbblütler (Compositae), insbesondere der Gattungen Hypochaeris aus der Tribus Lactuceae und Melampodium aus der Tribus Heliantheae.

Ein weiterer Forschungsbereich betrifft die Inselbiologie, wo er vor allem die Evolution endemischer Arten auf den Juan-Fernández-Inseln vor der Küste Chiles untersuchte. Für diese Forschungen arbeiete er mehrere Jahrzehnte mit Wissenschaftlern der Universidad de Concepción in Chile zusammen. Von besonderem Interesse war das Verständnis der genetischen Folgen anagenetischer (transformationeller) gegenüber kladogenetischer Artbildung. Zudem befasste sich Stuessy mit Konzepten und Methoden der biologischen Klassifikation.

Mitgliedschaften

Stuessy ist Mitglied der American Association for the Advancement of Science, der Botanical Society of America, der International Association for Plant Taxonomy, der Linnean Society of London, der Society for the Study of Evolution und seit 1999 korrespondierendes Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse im Ausland der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Zudem übernahm er zahlreiche Leitungs- und Herausgeberfunktionen in internationalen Fachgesellschaften und wissenschaftlichen Zeitschriften.

Auszeichnungen und Dedikationsnamen

1968 erhielt Stuessy den Wilks Award für eine der besten studentischen wissenschaftlichen Arbeiten, 1990 den Gleason Award für das Buch Plant Taxonomy, 1994 den Outstanding Faculty Award der Ohio State University, 1999 den Asa Gray Award der American Society of Plant Taxonomists sowie den Merit Award der Botanical Society of America. 2006 erhielt er den Centennial Award der Botanical Society of America, 2009 die Stebbins-Medaille der International Association for Plant Taxonomy und 2011 die Engler-Medaille in Gold der International Association for Plant Taxonomy.

Nach Stuessy sind die Gattung Stuessya B.L.Turner & F.G.Davies[2] sowie die Arten Fulcaldea stuessyi V.A.Funk & Roque,[3] Aeonium stuessyi H.Y.Liu[4] und Carex stuessyi G.A.Wheeler[5] benannt.

Literatur

Einzelnachweise

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