Kojima Torajirō

japanischer Maler From Wikipedia, the free encyclopedia

Kojima Torajirō (japanisch 児島 虎次郎; * 3. April 1881 in Shimohara, Kawakami, Präfektur Okayama; † 8. März 1929 in Japan) war ein japanischer Maler des frühen 20. Jahrhunderts, der zu den führenden Impressionisten seines Landes zählt.[1]

Torajirō Kojima: Selbstporträt. Museum voor Schone Kunsten, Gent

Leben

Torajirō Kojima stammte aus dem Dorf Shimohara in der Präfektur Okayama, welches heute zur Stadt Takahashi gehört. 1885 sah der Maler Matsubara Sangorō einige Zeichnungen und ermutigte Kojima, Maler zu werden.[2.1] Seine Familie empfand das als Beleidigung. Zwei Jahre später verstarb sein Vater an Cholera.[2.1] Im Jahr 1901, im Alter von 20 Jahren, zog er nach Tokio, um Malerei zu studieren. 1902 begann er ein Studium an der Kunstschule, aus der später die Tokyo National University of Fine Arts and Music (heute: Tokyo University of the Arts) hervorging. In einer Zeit, in der die japanische Malerei in die Richtungen „westlich“ (yōga) und „traditionell“ (nihonga) unterteilt war, entschied sich Kojima für die westliche Malweise. Sein Studium wurde durch ein Stipendium der Familie Ōhara aus Kurashiki finanziert, wodurch eine enge und lebenslange Verbindung zwischen Künstler und Mäzen entstand. Nach seinem Abschluss im Jahr 1904 widmete sich Kojima zunächst der Weiterentwicklung seiner Maltechnik. Seine frühen Werke wie Wassermühle im Dorf (里の水車, 1906) zeigen einen realistischen Stil, der noch nicht vom Impressionismus beeinflusst ist. Dieses und weitere Werke stellte er bei der Tokio Industrieausstellung 1907 aus und gewann dafür den ersten Preis in der Kategorie yōga.[2.2] Magosaburō Ōhara war darüber sehr erfreut und ermutigte Kojima zu einer Reise nach Europa, um seine Studien fortzusetzen. Er hielt sich zunächst in Frankreich auf und studierte ab 1909 an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Gent (Belgien), wo er mit Emile Claus in Kontakt kam.[2.2] Im April 1911 bereiste er Österreich und Deutschland, im Jahr darauf auch die Schweiz.[2.3] Kurz darauf stellte er erstmals im Salon der Société nationale des beaux-arts in Frankreich aus.[3] Er schloss seine Ausbildung 1912 mit Auszeichnung ab. Nach seiner Rückkehr nach Japan unternahm er Reisen nach China und Korea. In den folgenden Jahren begann Ōhara auf Empfehlung Kojimas, westliche Kunstwerke zu erwerben. Auf einer weiteren Reise nach Europa tätigte Kojima Kunstankäufe, die später den Grundstock der westlichen Sammlung des Ōhara-Kunstmuseums bildeten.[4] 1913 heiratete er die älteste Tochter von Juji Ishii,[2.3] der mehrere Waisenhäuser eröffnet hatte und von der Familie Ohara ebenfalls unterstützt wurde.[5] Anschließend zog das Paar in den Kurashikier Stadtteil Sakazu.

KojimaTorajirō: Wasserrad im Dorf (1906). Ohara Museum of Art

1919 wurde ihm in Tokio erstmals eine Einzelausstellung mit etwa 100 Werken gewidmet.[2.4] Im Jahr 1924 hielt sich Torajirō Kojima in Ostchina auf und malte dort das Werk Turm in Suzhou (蘇州の塔). Im selben Jahr erhielt er den Auftrag für ein großformatiges Wandgemälde für den Kaiser. Während der Arbeit daran erkrankte er jedoch schwer und konnte das Werk nicht vollenden. Er starb im Jahr 1929 und sein Freund Yoshida Bract vollendete das Wandgemälde im Jahr 1934. Es befindet sich heute in einem Museum beim Meiji-Schrein (Meiji Jingū) im Tokioter Stadtteil Shibuya. Das 1930 – ein Jahr nach Kojimas Tod – eröffnete Ōhara-Kunstmuseum ist somit sowohl ein öffentliches Kunstmuseum als auch ein Denkmal der Freundschaft zwischen Magosaburō Ōhara und Torajirō Kojima. Neben einer internationalen Kunstsammlung beherbergt es eine Gedenkhalle für Torajirō Kojima, in der seine Werke dauerhaft ausgestellt sind.[4]

Werk

Torajirō Kojima: Lesende Frau (um 1921). Museum voor Schone Kunsten, Gent

Torajirō Kojima Werk ist vom Impressionismus und Luminismus geprägt. Er experimentierte jedoch auch mit Elementen des Fauvismus. In seinen zahlreichen Gemälden, darunter Porträts, Landschaften und Interieurs, spiegeln sich europäische Einflüsse wider, zugleich ist aber auch eine japanische Sensibilität erkennbar.[6] Bedeutende Werke wie Girl with a Black Hat (1908)[7] befinden sich heute im Museum für Schöne Künste in Gent. Mit seinen Motiven und neuen Ansätzen in der Malerei wurde Kojima zum Vorbild für zahlreiche japanische Künstler des frühen 20. Jahrhunderts, die den Westen besuchten.

Literatur

  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 7: Herring – Koornstra. Paris, 2006.
  • Robert Hoozee, Johan De Smet, Bruno Fornari, Ruth Monteyne: Museum voor Schone Kunsten Gent. Catalogus schilderkunst. Deel II: 19de–20ste eeuw. Museum voor Schone Kunsten Gent, Gent, 2007.
  • Ⅲ 児島虎次郎. Ohara Kunstmuseum, 4. Auflage. Kurashiki 2024.

Einzelnachweise

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