Tore von Gəncə

handwerklich aufwändig gearbeitete und teilweise erhaltene Torflügel einer Burg aus dem 10./11. Jahrhundert (ursprünglich sechs Tore) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Tore von Gəncə (aserbaidschanisch Gəncə qala qapıları) sind ein Meisterwerk der aserbaidschanischen Handwerkskunst aus dem 11. Jahrhundert.

Tore von Gəncə in Gelati

Geschichte und Besonderheiten

Im Jahr 1063 beschloss Schawur I., Herrscher der Schaddadiden-Dynastie, eine Festung um Gəncə errichten zu lassen. Zu diesem Zweck wurden an sechs Stadteingängen in verschiedenen Himmelsrichtungen große Tore angelegt. Die Tore wurden auf Befehl Schawurs vom aserbaidschanischen Baumeister Ibrahim ibn Osman angefertigt. Sie bestanden aus Gusseisen und waren auf der Außenseite mit geprägten Ornamenten und Mustern im Treib- bzw. Prägeverfahren kunstvoll verziert.[1]

Die Verzierungen enthielten den Namen des Meisters in kufischer Schrift sowie das Fertigstellungsdatum des Tores. Die auf dem erhaltenen Türflügel befindlichen kufisch-arabischen Inschriften lauten: „Im Namen Allahs, des Barmherzigen und Gnädigen. Seine Exzellenz Sayyid Schawur ibn al-Fadl ordnete den Bau dieser Tür mit Unterstützung von Abul Faraj Muhammad ibn Abdulla an, möge Allah ihm ebenfalls Erfolg gewähren. Das Werk des Schmieds Ibrahim ibn Osman. (1063)“.[2]

Im Jahr 1139 wurde Gəncə von einem folgenschweren Erdbeben erschüttert, das die Stadt nahezu vollständig zerstörte. Das Beben war so gewaltig, dass sich der Gipfel des südwestlich der Stadt gelegenen Kapaz-Gebirge löste, in den Fluss Ağsu (Aghsu) stürzte und zur Entstehung des Göygöl-See sowie weiterer kleiner Seen führte. Der georgische König Demetre I. nutzte die durch das Erdbeben unübersichtliche Lage, um Gəncə anzugreifen und zu plündern. Dabei erbeutete er auch die Tore als Trophäe. Die überlebenden Einwohner von Gəncə wurden versklavt und mussten die tonnenschweren Tore auf ihren Schultern tragen. Demetre I. ließ die Tore in der Klosteranlage Gelati in Kutaissi aufstellen.[3]

Heutzutage ist nur noch ein Flügel des Tores erhalten. Er ist in die Wand des Gelati-Klosters, gegenüber dem Grab von Dawit IV. von Georgien, eingemauert. Aus offiziellen Kreisen Aserbaidschans heißt es, man führe seit 2021 Gespräche mit der georgischen Seite über die Rückgabe des historischen Artefakts an Aserbaidschan.[4]

Einzelnachweise

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