Dretyń
Dorf in Polen
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Dretyń (deutsch Treten) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es gehört zur Gmina Miastko im Powiat Bytowski.
| Dretyń | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Pommern | |
| Powiat: | Bytów | |
| Gmina: | Miastko | |
| Geographische Lage: | 54° 6′ N, 16° 59′ O | |
| Einwohner: | ||
Geographische Lage
Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 175 Kilometer östlich von Stettin (Szczecin), etwa 110 Kilometer westlich von Danzig (Gdańsk) und elf Kilometer nördlich von Miastko.
In dem Gelände des ehemaligen Gutsbezirk Treten befinden sich Torfmoore in der Größe von sechs bis 25 Hektar und insgesamt 248 Hektar, in denen früher Torf für den Eigenbedarf aber auch für den Verkauf gestochen wurde.[1]
Geschichte
In Ludwig Wilhelm Brüggemanns Beschreibung des Herzogtums Vor- und Hinterpommern (1784) ist Treten unter den adeligen Gütern des Rummelsburgschen Kreises aufgeführt. Damals gab es hier drei Vorwerke, „die um das Dorf herum liegen,“ eine Wassermühle, eine Ziegelei, einen Prediger, einen Küster, 21 Bauern, neun Kossäten, einen Krug und eine Schmiede. Ferner gehörten zu Treten ein weiteres Vorwerk, an der Grenze zur Stadt Rummelsburg gelegen, und zwei sogenannte Buschkaten, in denen Holzwärter wohnten. Insgesamt hatte Treten 49 Haushaltungen („Feuerstellen“). Die Kirche war eine Mutterkirche mit Filialkirchen in Rohr und in Brotzen.[2]
Ab dem 19. Jahrhundert bestanden in Treten ein Gutsbezirk und eine Landgemeinde. Im Jahre 1910 zählte der Gutsbezirk Treten 543 Einwohner und die Landgemeinde Treten 519 Einwohner.
Am 1. September 1924 wurden einige Wohnplätze im Süden des Tretener Gutsbezirks ausgegliedert und zur neuen Landgemeinde Julienhof zusammengefasst.[3]
Am 1. April 1927 hatte der Gutsbezirk Treten eine Flächengröße von 4085 Hektar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 580 Einwohner.[4] Am 1. Januar 1929 wurde ein Teil des Tretener Gutsbezirks ausgegliedert und in die Landgemeinde Julienhof eingegliedert, und das Restgut Treten wurde in die Landgemeinde Treten eingegliedert.[3]
Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Treten eine Flächengröße von 54,6 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen zusammen 117 bewohnte Wohnhäuser an 14 verschiedenen Wohnstätten:[5]
- Augustwalde
- Chausseehaus
- Domäne
- Forsthaus Amalienhof
- Forsthaus Friedrichshuld
- Forsthaus Lauterbach
- Forsthaus Neuhof
- Forstsekretärgehöft Treten
- Grünhof
- Mühle
- Neustadt
- Oberförstereigehöft Treten
- Treten
- Waldarbeitergehöft Eichthal
Um 1935 gab es in Treten unter anderem zwei Gasthöfe, ein Bankgeschäft, drei Gemischtwarenläden, zwei Bäckereien, zwei Metzgereien, eine Branntweinbrennerei, eine Mühle, eine Sattlerei, drei Schmieden, zwei Stellmachereien und eine Tischlerei.[6]
Bis 1945 bildete Treten eine Landgemeinde im Kreis Rummelsburg der preußischen Provinz Pommern im Deutschen Reich. Treten war Sitz des Amtsbezirks Treten.
Die Gemeinde zählte im Jahre 1925 1012 Einwohner in 213 Haushaltungen,[5] und im Jahre 1939 845 Einwohner.[7]
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Treten Anfang März 1945 von der Roten Armee eingenommen. Anschließend wurde der Ort als Dretyń de facto Teil Polens.
Kirche
Kirchspiel bis 1945
Die evangelische Dorfkirche wurde im Krieg zerstört.
Die vor 1945 anwesende Dorfbevölkerung war mit wenigen Ausnahmen evangelischer Konfession. Die evangelischen Einwohner gehörten zum Kirchspiel Treten. Der Bestand an Kirchenbüchern reichte bis 1686 zurück.[8]
Das katholische Kirchspiel war in Rummelsburg i. Pom.
Kirchspiel seit 1946
Die seit 1945 hier lebende polnische Dorfbevölkerung ist größtenteils römisch-katholisch und gehört der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.
Hier lebenden evangelische Kirchenglieder werden von der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen betreut. Das zuständige Pfarramt ist das der Kreuzkirche in Słupsk (Stolp).
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter des Ortes
- Louis von Massow (1821–1905), preußischer Generalmajor und Intendant des Gardekorps
- Otto Kuske (1886–1945), deutscher Maler
Mit dem Ort verbunden
- Johann von Massow (1761–1805), Landrat des Kreises Rummelsburg, starb auf seinem Gut Treten
- Ferdinand von Schack (1787–1846), preußischer Generalmajor und Kommandeur einer Kavallerie-Brigade, starb auf seinem Gut Treten
Literatur
- Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 809, Nr. 67 (Google Books).
- Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 138–139 (Google Books).
- Der Kreis Rummelsburg. Ein Heimatbuch. Pommerscher Buchversand, Hamburg 1979, S. 209–212.
