Tzutuhil
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Die Tzutuhil (auch Tz'utujil) sind ein indigenes Volk in Guatemala.
Sie gehören zur Großgruppe Maya und leben am Atitlán-See in den Gemeinden San Juan La Laguna, San Pablo La Laguna, San Marcos La Laguna, San Pedro La Laguna und Santiago Atitlán, sowie eine kleine Gruppe in San Lucas Tolimán, wobei ihr Siedlungsgebiet früher deutlich größer war.
Die Tzutuhil-Sprache gehört zu den Maya-Sprachen und wird von fast 100.000 Menschen in Guatemala gesprochen. SIL International unterteilt die Sprache in zwei Sprachen, Ost-Tzutuhil (50.000 Sprecher, Code tzj) und West-Tzutuhil (34.000 Sprecher, Code tzt).
Geschichte
Zu Beginn der Späten Postklassik (ca. 1200–1524) siedelten die Tzutuhil rund um den Atitlán-See in Sololá sowie im Südwesten des Sees in Suchitepéquez in der Boca Costa genannten geographischen Zone zwischen Hochland und Küste, die vor allem für den Anbau von Kakao wichtig war. Sie waren in mehrere autonom agierende Untergruppen unterteilt, von denen die mächtigste die Tz’ikinajay waren. Die größte Stadt war Chiya’/Chuitinamit am Südufer des Atitlán-Sees.[1]
Im 15. Jahrhundert expandierten die weiter nördlich lebenden Quiché sowie die zuerst mit diesen verbündeten Cakchiquel nach Süden. Die Quiché brachten den westlichen Teil des vormaligen Tzutuhil-Gebiets unter ihre Kontrolle, während das Nord- und Ostufer des Atitlán-Sees von den Cakchiquel erobert wurde.[2]
Die Tzutuhil wurden 1524 von dem spanischen Conquistador Pedro de Alvarado besiegt, wobei dieser einen Krieg der Cakchiquel gegen die Tzutuhil ausnutzte.
Literatur
- Otto Stoll: Die ethnische Stellung der Tz'utujil-Indianer von Guatemala, in: Jahresberichte der Geographisch-Ethnographischen Gesellschaft in Zürich, Band 2 (1900–1901), S. 27–60 (Digitalisat)
- Sandra L. Orellana: Ethnohistorical and archaeological boundaries of the Tzutujil Maya. Ethnohistory, 1973, S. 125–142. (englisch)