Metrô de Fortaleza
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Die Metrô de Fortaleza ist das seit 2012 bestehende gemischte U-Bahn-VLT-System der nordostbrasilianischen Millionenstadt Fortaleza und ihren angrenzenden Gemeinden Caucaia, Maracanaú und Pacatuba. Auf derzeit vier Linien mit insgesamt 59,3 Kilometern Streckenlänge werden 43 Stationen angefahren und täglich im Mittel gut 41.800 Fahrgäste befördert.
| _ Metrô de Fortaleza | |
|---|---|
| Ein ETR 200 auf der Linha Sul (2012) | |
| Basisdaten | |
| Ortslage | Fortaleza, |
| Betreiber | Companhia Cearense de Transportes Metropolitanos (CCTM) „Metrofor“ |
| Eröffnung | 15. Juni 2012 |
| Netz | |
| Linien | 4 |
| Streckenlänge | 59,3 km |
| Stationen | 43 |
| Tunnelstationen | 4 |
| Einzugsbereich | 3,295 Mio. Ew. (Schätzung 2025)[1] |
| Fahrgastzahl | 15,264 Mio. (2025)[2] 1,1 % |
| Technik | |
| Fahrzeugtypen | 20 AnsaldoBreda ETR 200 20 Bom Sinal Mobile 4 |
| Spurweite | 1000 mm |
| Stromsystem | 3 kV |
| Liniennetzplan mit der im Bau befindlichen Linha Leste (blau) | |
Geschichte
Der Vorlaufbetrieb für das städtische Schnellbahnnetz begann 1977, als für die Vorortzüge von Fortaleza nach Caucaia sowie nach Maracanaú ein Stundentakt eingeführt wurde. Vor allem auf der Westlinie, der heutigen Linha Oeste, entstanden neben den ursprünglichen Bahnhöfen João Felipe (seit 1873), Álvaro Weyna (seit 1926), Antônio Bezerra und Caucaia (beide seit 1917) zusätzliche Stationen: 1982 kamen Jurema, Conjunto Ceará und São Miguel hinzu, 1985 folgten Araturi und Parque Albano. Im Januar 1999 begannen die Bauarbeiten für die Trennung von Güter- und Personenverkehr auf dieser Bahnstrecke. Bis dahin verkehrten beide Transportarten auf demselben Gleis der Companhia Ferroviária do Nordeste, jetzt entstand auf längeren Abschnitten ein zweites Gleis oder zumindest ein Ausweichgleis an Stationen.
Der Bau der ersten meterspurigen U-Bahn-Linie, der Linha Sul (Südlinie), begann im selben Jahr. Ursprünglich gab es 1987 ein Projekt zur Elektrifizierung der seit 1873 bestehenden Strecke von João Felipe nach Maracanaú[3], dieses wurde aber zugunsten einer neuen innerstädtischen Tunnelstrecke sowie eines Hochbahnabschnittes im Stadtteil Parangaba aufgegeben. Ein Konsortium aus Queiróz Galvão, Camargo Corrêa, ABB Daimler Transportation, CMW Equipamentos, GEC Alsthom Transport und Siemens sollte für 333,3 Millionen R$, umgerechnet rund 165 Millionen Euro, die Strecke errichten.[4] Der Tunnelbau begann im August des Jahres und ursprünglich sollte die Eröffnung 2006 erfolgen. Nach Fertigstellung der ersten U-Bahn-Station São Benedito Ende 2000 kam es aber bereits im Oktober 2002 zum ersten Baustopp, kurz nachdem die CCTM (Metrofor) am 1. Juli den Betrieb der Strecken von der CBTU übernommen hatte. Im März 2004 wurden die Arbeiten nach der Freigabe von 10,9 Millionen R$ durch die Bundesregierung wieder aufgenommen. 2005 kam es zu einer erneuten Bauverzögerung, woraufhin die Bundesregierung 22 Millionen R$ der veranschlagten 61,5 Millionen R$ freigab.
Im Jahr 2006 wurde die spanische Firma Eptisa durch die Landesregierung des Bundesstaates damit beauftragt, eine Studie für den Bau einer weiteren Linie zu erstellen, welche die kommende U-Bahn-Station Parangaba mit dem Stadtteil Mucuripe im Nordosten über eine Station Borges de Melo verbinden sollte.
Seit November 2020 wurde eine Zweigstrecke dieser Linie von der Station Expedicionários zum Flughafen, die ebenfalls dieselbetriebene Linha Laranja, Liniennummer 5, gebaut. Am 6. Februar 2026 ging dieser erste Abschnitt in Betrieb.[5] Ein zweiter Abschnitt, die gut fünf Kilometer Verlängerung dieser Zweigstrecke mit zwei Stationen bis zur Arena Castelão befindet sich seit Sommer 2025 im Bau.[6] Ursprünglich gab es dieses Projekt bereits 2011 und sollte zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 fertig gestellt sein. Jetzt ist eine Eröffnung zur Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2027 geplant, die Baukosten betragen rund 181 Millionen Real, umgerechnet gut 30 Millionen Euro.[7]
Linienübersicht
Die Metrô de Fortaleza hat derzeit vier aktive Linien, wovon eine elektrisch betrieben wird und drei dieselhydraulisch. Eine weitere elektrische Linie, die Linha Leste, Liniennummer 4, ist im Bau und soll 2028 fertig gestellt sein.
| Linie | Nr. | Typ | Strecke | Eröffnung | Länge (km) | Stationen | Fahrzeit (min) | Betriebszeiten |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Linha Sur | U-Bahn | Central–Chico da Silva ↔ Carlito Benevides |
15. Juni 2012 | 24,1 | 20 | 41 | Mo–Sa 05:30–23:00[8] | |
| Linha Oeste | VLT | Moura Brasil ↔ Caucaia | 13. Juni 2011[9] | 19,5 | 10 | 41 | Mo–Sa 05:30–20:00[8] | |
| Linha Nordeste | VLT | Parangaba ↔ Iate | 25. Juli 2017 | 13,2 | 11 | 37 | Mo–Sa 05:30–23:00[8] | |
| Linha Leste | U-Bahn | Central–Chico da Silva ↔ Papicu |
2028 geplant | 7,3 | 7 | |||
| Linha Laranja | VLT | Expedicionários ↔ Aeroporto | 6. Februar 2026 | 2,5 | 2 | täglich 7:00–17:00[6] | ||
| Aeroporto ↔ Castelão | Juni 2027 geplant[7] | 5,1 | 2 | 12[7] |
Darüber hinaus ist folgende Linienerweiterung in der Planung:
Fahrzeuge
Auf der elektrifizierten Südlinie werden 20 dreiteilige Fahrzeuge des Typs ETR 200 "Metrostar" vom italienischen Hersteller AnsaldoBreda eingesetzt. Die 12-achsigen Zweirichtungs-Gelenktriebwagen sind erstmals ab 2006 mit 950 Millimetern Spurweite und für 1,5 Kilovolt Gleichstrom ausgelegt auf der Circumvesuviana bei Neapel zum Einsatz gekommen und hier als Meterspurversion für 3 Kilovolt Gleichstrom ab 2010 angeliefert worden. Sie sind 40,00 Meter lang, 2,65 Meter breit und 3,97 Meter hoch. Sie sind durchgängig begehbar, voll klimatisiert und bieten 445 Passagieren Platz, davon 48 auf Sitzen. Die sechs Motoren leisten zusammen 1020 Kilowatt, was die 70,0 Tonnen schweren Fahrzeuge auf eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometer pro Stunde beschleunigt. Mittels Scharfenbergkupplungen können maximal drei ETR 200 in Mehrfachtraktion zu Einheiten für insgesamt 1335 Fahrgäste zusammengestellt werden.[10]

Für die dieselbetriebenen Linien Oeste, Nordeste und Laranja stehen sechs plus 14 vierteilige Fahrzeuge des Typs Mobile 4 vom einheimischen Hersteller Bom Sinal zur Verfügung. Die 16-achsigen Zweirichtungs-Gelenktriebwagen sind 74,72 Meter lang, 2,86 Meter breit und 3,74 Meter hoch. Sie sind durchgängig begehbar, voll klimatisiert und bieten 766 Passagieren Platz. Die beiden Motoren leisten zusammen 676 Kilowatt, was die 112,0 Tonnen schweren Fahrzeuge auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometer pro Stunde beschleunigt.
Der erste von sechs Mobile 4 für die Westlinie wurde im Oktober 2010 ausgeliefert[11], die 14 Fahrzeuge für die Nordostlinie kamen ab September 2014 nach Fortaleza.
Betrieb
Die Metrô de Fortaleza wird durch das Verkehrsunternehmen Companhia Cearense de Transportes Metropolitanos unter deren Markennamen Metrofor verwaltet und ersetzte 2002 die bisherige Superintendência de Trens Urbanos de Fortaleza, die in Zusammenarbeit mit der Companhia Brasileira de Trens Urbanos (CBTU) verantwortlich war.
Alle Linien verkehren derzeit sonn- und feiertags zu vorab angekündigten individuellen Betriebszeiten.
Die Linha Sul verkehrt aktuell von Montag bis Samstag von 5:30 bis 23 Uhr. Eine Einzelfahrt kostet 3,60 Real, umgerechnet rund 0,58 Euro.[12] Die Linie 1 fährt in der Hauptverkehrszeit morgens und abends im 18-Minuten-Takt, tagsüber alle 22 Minuten und an Samstagen durchgehend im 22-Minuten-Takt. Die Fahrzeit für die Gesamtstrecke beträgt 41 Minuten.[13]
Die Linha Oeste fährt derzeit von Montag bis Samstag von 5:30 bis 20 Uhr. Eine Einzelfahrt kostet 1,00 Real, umgerechnet rund 0,16 Euro.[14] Die Linie 2 fährt in der Hauptverkehrszeit morgens und abends im 45-Minuten-Takt sowie tagsüber stündlich, ebenso an Samstagen. Die Fahrzeit für die Gesamtstrecke beträgt 41 Minuten.[15]
Die Linha Nordeste verkehrt aktuell von Montag bis Samstag von 5:30 bis 23 Uhr. Die Nutzung der Linie ist kostenlos.[16] Die Linie 3 fährt immer alle 40 Minuten, die Fahrzeit für die Gesamtstrecke beträgt 37 Minuten.[17]
Die Linha Laranja ist derzeit täglich von 7 bis 17 Uhr in Betrieb, dort verkehrt ein Shuttlezug.[18]
Weblinks
- Offizielle Website von Metrofor (portugiesisch)
- Metrô de Fortaleza auf urbanrail.net (englisch)