Frente de Todos

Wahlbündnis in Argentinien From Wikipedia, the free encyclopedia

Frente de Todos (spanisch „Front eines Jeden“) ist ein Wahlbündnis in Argentinien, welches vor allem durch den peronistischen Partido Justicialista für die Präsidentschaftswahlen 2019 gegründet wurde und mit Alberto Fernández von 2019 bis 2023 den argentinischen Präsidenten stellte. Für die Präsidentschaftswahlen 2023 änderte das Bündnis seinen Namen in Unión por la Patria.[1] Für die Parlamentswahlen 2025 benannte sich das Bündnis in einigen Provinzen Argentiniens in Fuerza Patria um.

Schnelle Fakten Fuerza Patria ...
Fuerza Patria
Partei­vorsitzende Cristina Fernández
Axel Kicillof
Sergio Massa
Gründung 2023
Gründungsort Buenos Aires
Hauptsitz San José 181, Buenos Aires
Ausrichtung Mitte-links
Linkspopulismus
Peronismus
Sozialdemokratie
Sozial-ökologische Politik
Interventionismus
Antiimperialismus
Antifaschismus
Farbe(n) blau, weiß
Sitze Cámara de Diputados
93 / 257 (36,2 %)
Sitze Senado
25 / 72 (34,7 %)
Website www.fuerzapatria.org
Schließen
Logo der Wahlallianz Frente de Todos
Logo der Wahlallianz Unión por la Patria

Politische Einordnung

Das Wahlbündnis wird politisch zumeist als links der Mitte eingeschätzt.[2] Die Allianz verbindet mehrere dem Peronismus bzw. dem Partido Justicialista nahestehende Strömungen und Gruppierungen, die wichtigsten sind der so genannte Kirchnerismo, der zuvor in der Frente para la Victoria organisiert war, und der Frente Renovador um Sergio Massa.[3][4] Der Frente de Todos wird auch vom Gewerkschaftsverbund CGT unterstützt.[5]

Präsidentschaftswahlen 2019

Bei den Vorwahlen im August 2019 erlangte die Präsidentschaftskoalition von Frente de Todos unter der Führung von Präsidentschaftskandidat Alberto Ángel Fernández und Vizepräsidentschaftskandidatin Cristina Fernández de Kirchner 47 % der Stimmen. Sie traten im Oktober 2019 bei den allgemeinen Wahlen unter anderem gegen den amtierenden Präsidenten Mauricio Macri (Juntos por el Cambio) an und setzten sich mit 48,10 % der Stimmen gegen Amtsinhaber Macri (40,37 %) durch.[6] Ab dem 10. Dezember 2019 war Alberto Fernández Präsident Argentiniens.

Ab 2023

Für die Präsidentschaftswahlen 2023 bildete sich das Bündnis Unión por la Patria, welches inhaltlich und personell dem Frente de Todos nachfolgt. Präsident Alberto Fernández erklärte seinen Verzicht einer neuen Kandidatur. Als Kandidat für dieses Bündnis setzte sich in den Vorwahlen im August 2023 Sergio Massa, zu diesem Zeitpunkt Wirtschaftsminister im Kabinett Fernández, durch. Er kandidierte mit Agustín Rossi. Im ersten Wahlgang erreichte Massa die meisten Stimmen und einen Anteil von knapp 37 %.[7] In der Stichwahl unterlag die Wahlformel mit 44 % gegen Javier Milei (56 %) von La Libertad Avanza.[8]

Für die Parlamentswahlen 2025 benannte sich das Bündnis in einigen Provinzen Argentiniens in Fuerza Patria um.[9] Bei den Wahlen verzeichnete das Bündnis leichte Verluste und büßte vier seiner 101 Abgeordneten in der Abgeordnetenkammer und vier der 48 bestehenden Sitze im Senat ein.[10]

Sonstiges

Gleichnamige Allianzen unterschiedlicher politischer Ausrichtung wurden in den Provinzen Chaco und Corrientes bereits in der Mitte der 1990er-Jahre gegründet.[11]

Im Logo zeigt der Frente de Todos die Sonne (in Anlehnung an die Sonne auf der argentinischen Flagge) anstelle des zweiten „o“. Dadurch wird ein generisches Maskulinum vermieden.[12]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI