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Urban Weiß

Stückgießer und Glockengießer From Wikipedia, the free encyclopedia

Urban Weiß († 1561 in Wien) war ein Stückgießer und Glockengießer.

Leben

Urban Weiß hatte seine Werkstätte in der Vorstadt Sankt Ulrich. Er heiratete 1548 am 11. Sonntag nach Pfingsten eine Katharina, Tochter des Feldherrnmeisters Michael Schilling. Er wurde auch als Büchsenmeister vor dem Kärntnertor genannt.

Zeitweise arbeitete Weiß um 1546 mit dem Gießer Peter Plank bzw. Planckh zusammen, aus dieser Schaffensperiode stammen die beiden einzigen erhaltenen Glocken.

Gegen Ende seines Lebens geriet Urban Weiß in Geldnot, woraufhin ihm die Stadt Wien Geschütze abkaufte. Laut Dompfarramt starb er im Jahr 1561 und wurde Kalendis Januarii begraben.

Werk

Halbpummerin, 1925

Weiß goss Glocken in vollendeter gotischen Rippe mit mittlerer bis schwerer Rippenstärke in sehr sauberer Gussausführung. Die äußere Gestaltung ist dem Zeitgeist der Renaissance nach eher einfach gehalten, glatte Henkel, Inschrift am Hals in lateinischen Kapitalen, manchmal ein Relief am Mantel. Auch der Klang der Glocken ist sehr schön, oft reiner Oktavtyp mit weicher Tongebung.

Weiß zählt zu den besten Gießern seiner Zeit in Österreich, ebenbürtig mit Löffler in Innsbruck und Hilger in Graz.

Glocken

  • 1546 Pfarrkirche Mautern an der Donau, erstklassige reine Oktavglocke (Dm 120 cm), erhalten.
  • 1546 Pfarrkirche Hollenburg, Septimtyp (Dm 119,5 cm), erhalten.
  • 1547 Stiftskirche Vorau, unsigniert, prächtigste und größte spätgotische Glocke (Dm 151 cm), wurde Weiß bzw. Plank zugeschrieben, zumal dieselben Henkel und ähnliche Rippen wie in Mautern an der Donau und Hollenburg. Inschrift in gotischen Minuskeln.
  • 1552 Umguss der Gnandt (= Kantnerin) des Stephansdoms, damals ca. 2800 kg, 1772 nochmals umgegossen.
  • 1558 Seine größte Glocke: Halbpummerin für den Stephansdom (Dm 257 cm, 11676 kg), mit reinem Oktavcharakter und sehr guter Klangqualität. Sie übertraf damals an Größe alle anderen vorhandenen Glocken des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. 1579 hing man die Riesenglocke in den unausgebauten Turm des Stephansdomes und blieb dort bis 1945, wo sie beim Dombrand zugrunde ging.

Literatur

  • Wiener Gießer der Renaissance (1530–1600). Urban Weiß (ca. 1546–1561). In: Jörg Wernisch: Glockenkunde von Österreich. Journal Verlag, Lienz in Osttirol 2006, ISBN 3-902128-10-0, S. 221–222.

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