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IFA-Kombinat Personenkraftwagen

Kombinat im Industrieverband Fahrzeugbau (IFA) in der Deutschen Demokratischen Republik From Wikipedia, the free encyclopedia

Der VEB IFA-Kombinat Personenkraftwagen Karl-Marx-Stadt war ein Kombinat im Industrieverband Fahrzeugbau (IFA) in der Deutschen Demokratischen Republik.

Schnelle Fakten VEB IFA-Kombinat Personenkraftwagen Karl-Marx-Stadt ...
VEB IFA-Kombinat Personenkraftwagen Karl-Marx-Stadt
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Rechtsform VEB
Gründung 1978
Auflösung 1990
Auflösungsgrund Privatisierung
Sitz Karl-Marx-Stadt,
Deutschland Demokratische Republik 1949 Deutsche Demokratische Republik
Leitung Günter Salzmann (1978–1980)
Werner Seidel (1980–1981)
Günter Salzmann (1981–1982)
Dieter Voigt (1982–1990)
(Generaldirektor)[1]
Mitarbeiterzahl 63.231[2]
Branche Fahrzeugbau
Stand: 30. Juni 1990
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Zu den Produkten des Kombinats gehörten hauptsächlich kleine bis mittlere Pkw sowie Kleintransporter, die in den Sachsenring Automobilwerken Zwickau, dem Automobilwerk Eisenach und den Barkas-Werken Karl-Marx-Stadt (Fertigung am Standort Frankenberg-Hainichen) gefertigt wurden.

Geschichte

Gründung

Die VVB Automobilbau Karl-Marx-Stadt als Vorgänger des IFA-Kombinat Personenkraftwagen sowie der IFA-Kombinate Nutzkraftwagen und Zweiradfahrzeuge wurde 1958 gegründet. Die VVB war wirtschaftsleitendes Organ und unterstand zuerst der Staatlichen Plankommission, ab 1965 dem Volkswirtschaftsrat, ab 1971 dem Ministerium für Verarbeitungsmaschinen- und Fahrzeugbau und ab 1974 dem Ministerium für Allgemeinen Maschinen-, Landmaschinen- und Fahrzeugbau.[3]

Im Zuge der allgemeinen Kombinatsgründung wurde die VVB 1978 aufgelöst und in ihrer Leitungstätigkeit durch die Kombinate des Fahrzeugbaus ersetzt.[3] Die Kombinate Personenkraftwagen und Nutzkraftwagen wurden hierbei neugegründet, während das Kombinat Zweiradfahrzeuge und das Kombinat Spezialaufbauten und Anhänger bereits seit 1970 innerhalb der VVB existierten.[1] Die Kombinate waren im Industrieverband Fahrzeugbau zusammengeschlossen und unterstanden dem Ministerium für Allgemeinen Maschinen-, Landmaschinen- und Fahrzeugbau. Weitere zentral geleitete Kombinate im Zuständigkeitsbereich dieses Ministeriums sind in der Liste von Kombinaten der DDR aufgeführt.

Das IFA-Kombinat Spezialaufbauten und Anhänger Werdau wurde 1983 aufgelöst und dem Kombinat Nutzkraftwagen angegliedert. Im Folgejahr wurde der ehemalige Stammbetrieb VEB Kraftfahrzeugwerk „Ernst Grube“ Werdau an das IFA-Kombinat Pkw angegliedert. Neben Anhängern wurden in der Folgezeit auch Baugruppen für die Trabant-Herstellung produziert.[1]

Auflösung

Im Zuge der Wende und der anschließenden Wiedervereinigung wurde das Kombinat 1990 aufgelöst und in die IFA-Personenkraftwagen Aktiengesellschaft überführt, die den Hauptteil der ehemaligen Kombinatsbetriebe umfasste. Eine große Zahl weiterer Betriebe wurde allerdings eigenständig privatisiert beziehungsweise abgewickelt.[1] Das Automobilwerk Eisenach beteiligte sich nicht an der IFA-Pkw AG und wurde bis zum Jahresende 1991 abgewickelt. Auf ehemaligen Grundstücken des Automobilwerks nahm zeitgleich zu dessen Abwicklung Opel Eisenach die Montage des Opel Vectra A auf.[4]

Die Sachsenring Automobilwerke Zwickau und die Barkas-Motorenwerke Chemnitz wurden aus der IFA-Pkw AG heraus durch Volkswagen übernommen und wurden zum Volkswagenwerk Zwickau, das zunächst mit der Fertigung von VW Polo II und VW Golf II begann, und zum Motorenwerk Chemnitz, das den Montagestandort mit Motoren belieferte.[4] Eine Produktion von Viertaktmotoren der Baureihe VW EA111 begann am Standort Karl-Marx-Stadt schon 1984 auf Fertigungslinien, die durch die Volkswagen AG gestellt wurden. Deren Gegenwert wurde durch Motoren-Lieferungen in den Westen abgegolten.[1]

Ausgegliederte Betriebsteile der übernommenen Betriebe sowie in der IFA-Pkw AG verbliebene Zulieferbetriebe wurden einzeln privatisiert und zu großen Teilen abgewickelt. Die IFA-Pkw AG wurde 1993 abgewickelt.[4]

Produkte

Zum Kombinat gehörten diverse Zulieferbetriebe, die die Automobilwerke mit Teilen, Komponenten und Maschinen belieferten. Die vertikale Integration wurde mit der Zeit weiter ausgebaut, indem beispielsweise ab 1987 Gießereibetriebe des aufgelösten Kombinats Gießereianlagenbau und Gußerzeugnisse (GISAG) übernommen wurden. Auch andere IFA-Kombinate wurden mit Komponenten beliefert.

Während des Bestehens des IFA-Kombinats Personenkraftwagen wurden die Fahrzeugmodelle Trabant 601, kurzzeitig Trabant 1.1, Wartburg 353, Wartburg 1.3 und Barkas B 1000 beziehungsweise B 1000-1 produziert.

Die Jahresproduktion des Kombinats lag zuletzt bei 145.000 Trabant, 71.400 Wartburg, 7.400 Barkas sowie 7.600 Wohnzeltanhängern und 1.900 Wohnwagen.[1]

Zugehörige Betriebe

Zum Kombinat gehörten zuletzt die folgenden Betriebe:[5]

Der VEB Traktorenwerk Gotha – ein Zulieferbetrieb und früherer Komponentenlieferant für das Traktorenwerk Schönebeck – war zum Zeitpunkt der Kombinatsgründung ein Betrieb des IFA-Kombinats Personenkraftwagen und firmierte ab 1984 als VEB Fahrzeugachsen Gotha. Damit wurde der Betrieb dem IFA-Kombinat Nutzkraftwagen unterstellt.[6]

Commons: VEB IFA-Kombinat Personenkraftwagen Karl-Marx-Stadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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