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Kleiner Baldrian

Art der Gattung Baldriane (Valeriana) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Kleine Baldrian[1] (Valeriana dioica), auch Sumpf-Baldrian oder Zweihäusiger Baldrian genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Baldriane (Valeriana) in der Unterfamilie der Baldriangewächse (Valerianoideae) innerhalb der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). eine auch in Mitteleuropa heimische Pflanzenart aus der Unterfamilie der Baldriangewächse (Valerianoideae).

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Kleiner Baldrian

Männlicher Kleiner Baldrian (Valeriana dioica)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Unterfamilie: Baldriangewächse (Valerianoideae)
Gattung: Baldriane (Valeriana)
Art: Kleiner Baldrian
Wissenschaftlicher Name
Valeriana dioica
L.
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Beschreibung

Illustration aus Sturm
Habitus
Weibliches Exemplar
Weibliche Blüte

Vegetative Merkmale

Der Kleine Baldrian ist eine ausdauernde Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 35 Zentimetern. Sie bildet ein Rhizom und oft auch langsamwachsende Ausläufer; durch diese vegetative Ausbreitung kann stellenweise der falsche Eindruck entstehen, Exemplare eines bestimmten Geschlechts hätten bei dieser Art die Vorherrschaft. So können an einer Stelle bis zu fünfzig weibliche Blütenstängel beieinander stehen; sie sind aber unterirdisch miteinander verbunden, bilden also einen Klon und müssen deshalb gleichen Geschlechts sein. Die Stängel sind aufrecht und im oberen Bereich schwach verzweigt. Die Hauptachse ist dabei verlängert.

Die Grundblätter sind gestielt und ihre einfache Blattspreite ist eiförmig. Die mittleren und oberen gegenständigen Stängelblätter sind gefiedert mit einer großen Endfieder.

Generative Merkmale

Die Blüten befinden sich in dreiteiligen, schirmförmigen trugdoldigen Blütenständen. Der Kleine Baldrian ist unvollkommen zweihäusig (Diözie), das heißt im Regelfall gibt es rein männliche und rein weibliche Pflanzenexemplare, es kommen aber (selten) auch Zwitter vor. Die weiblichen Blüten (der rein-weiblichen Pflanzen) sind nur 1,5 Millimeter groß und weißlich bis hell-rosafarben, die männlichen Blüten (der rein-männlichen Pflanzen) sind etwa 3 Millimeter groß und rosafarben.

Die Frucht ist ein einfächeriges, eiförmiges Nüsschen, dessen sterile Fächer reduziert sind. Auf dem Nüsschen befinden sich etwa 5 Millimeter lange, federige Pappusborsten.[2]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.

Ökologie und Phänologie

Beim Kleinen Baldrian handelt es sich um einen Hemikryptophyten.[1]

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni.[1]

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten.

Der Kleine Baldrian ist Futterpflanze für den gefährdeten Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina).

Vorkommen

Der Kleine Baldrian von in Europa bis Westasien verbreitet. Weitere Vorkommen gibt es in Zentralasien und im nordamerikanischen Kanada sowie in den nordwestlichen USA[3]. In Deutschland kommt der Kleine Baldrian in allen Bundesländern vor, in einigen nördlichen ist sie gefährdet. In Österreich ist der Kleine Baldrian zerstreut bis selten, kommt in allen Bundesländern vor, ist aber in den flachen Regionen gefährdet.

Der Kleine Baldrian kommt in der collinen bis subalpinen Höhenstufe vor und besiedelt nasse Wiesen, (eher kalkreiche) Niedermoore, Sümpfe und Bruchwälder. In den Allgäuer Alpen steigt er beispielsweise im Ziebelmoos nahe dem Piesenkopf bis zu einer Höhenlage von 1340 Metern auf.[4] Pflanzensoziologisch ist sie eine schwache Kennart der Ordnung Molinietalia caeruleae W.Koch 1926 und hat ihre Schwerpunktvorkommen in den Verbänden Molinion caeruleae W.Koch 1926 und Calthion Tx. 1937.[5] Der Kleine Baldrian gedeiht auf staunassen, sickernassen oder wechselnassen, mehr oder weniger nährstoffreichen und basenreichen, mäßig sauren bis milden Sumpfhumusböden.[5]

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w+ (nass aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).[2]

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Valeriana dioica erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 31.[6] Weitere Synonyme für Valeriana dioica L. sind: Valeriana septentrionalis Rydb., Valeriana sylvatica Banks ex Richardson, Valeriana dioica subsp. sylvatica (S.Watson) F.G.Mey.[7][3]

Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten unterscheiden:[8]

  • Valeriana dioica L. subsp. dioica: Sie kommt in Spanien, Portugal, Frankreich, Großbritannien, Italien, Deutschland, Belgien, in den Niederlanden, Dänemark, Norwegen, Schweden, in der Schweiz, Österreich, Tschechien, Polen, Ungarn, Slowenien, Bulgarien, Rumänien und in der europäischen Türkei vor.[8]
  • Valeriana dioica subsp. simplicifolia (Rchb.) Nyman: Sie kommt in Tschechien, in der Slowakei, in Österreich, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Kaliningrad, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, in der europäischen Türkei und in der Ukraine vor.[8]
  • Die in Nordamerika heimische Sippe wird manchmal auch als eigene Varietät Valeriana dioica var. sylvatica S.Watson geführt.

Quellen

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