Velodrom (Berlin)
Sportarena mit Radrennbahn in Berlin, Deutschland
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Das Velodrom ist eine der größten Veranstaltungshallen Berlins und eine Radrennbahn. Es bietet Platz für 12.000 Personen und ist das Zentrum des Berliner Radsports. Seit 1997 findet hier jährlich das Berliner Sechstagerennen (heute: Six Day Berlin) statt.
| Velodrom | ||
|---|---|---|
| Dachansicht aus der Luft | ||
| Frühere Namen | ||
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BerlinArena (2000–2003) | ||
| Daten | ||
| Ort | Paul-Heyse-Straße 26 | |
| Koordinaten | 52° 31′ 50,7″ N, 13° 27′ 4″ O | |
| Betreiber | Velomax | |
| Baubeginn | Juni 1993 | |
| Eröffnung | 5. September 1997 | |
| Kosten | 290 Mio. DM (etwa 158 Mio. Euro) | |
| Architekt | Dominique Perrault | |
| Kapazität | 12.000 Plätze (gesamt) 5688 Plätze (festinstallierte Sitzplätze) 4904 Plätze (im Innenraum) | |
| Spielfläche | 45.372 m² | |
| Heimspielbetrieb | ||
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| Veranstaltungen | ||
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| Lage | ||
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Eigentümer der Halle ist das Land Berlin. Betreiber ist die Firma Velomax Berlin Hallenbetriebs GmbH, eine hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Apleona Group. Am 3. März 2023 hatte die Gegenbauer Unternehmensgruppe mit Sitz in Berlin eine Vereinbarung zum Zusammenschluss mit Apleona unterzeichnet.
Geschichte
Das Velodrom wurde im Rahmen der Berliner Bewerbung für die Olympischen Spiele 2000 von Dominique Perrault geplant. 1992 wurde der Entwurf vorgestellt, Der Baubeginn war im Juni 1993 – ein Vierteljahr vor der IOC-Entscheidung, die zugunsten von Sydney ausfiel. 1996 wurde das Bauwerk fertiggestellt. Als erste Veranstaltung fand ab dem 23. Januar 1997 das 86. Berliner Sechstagerennen statt. Die endgültige Fertigstellung und offizielle Übergabe erfolgte am 5. September 1997.[1]
Zuvor befand sich auf dem Gelände die Werner-Seelenbinder-Halle. Mit einem Fassungsvermögen von rund 10.000 Menschen war die 1950 eröffnete Mehrzweckhalle Austragungsort verschiedener Sportwettkämpfe, Tagungsort der ersten SED-Parteitage, aber auch Kulisse für Musikkonzerte. Die Halle wurde 1992 geschlossen und zugunsten der geplanten Neubebauung abgerissen.
Zwischenzeitlich hieß die Halle für drei Jahre BerlinArena. Nach einem Rechtsstreit mit dem Betreiber der Arena Berlin in Berlin-Alt-Treptow wurde im Dezember 2003 beschlossen, sie auf den ursprünglichen Namen Velodrom zurückzubenennen.[2]
Architektur

Das Velodrom und die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark liegen nebeneinander und sind fast vollständig in einen fünf Meter hohen aufgeschütteten Landschaftssockel versenkt, sodass Schauseiten und Fassaden völlig fehlen. Allein die mit Edelstahlgeflecht verkleideten Dachplattenkonstruktionen ragen als flache Scheiben einen Meter aus dem mit verschiedenen Sorten von Apfelbäumen bepflanzten, parkähnlichen Plateau heraus. Über dieses Gelände führen Freitreppen zu den Eingängen hinab.[1]
Die tatsächliche Größe der Halle und insbesondere der Dachkonstruktion stehen im Kontrast zu diesem unscheinbaren Äußeren: Das Velodrom ist kreisförmig und hat einen Durchmesser von 142 Metern. Die Spannweite beträgt 115 Meter und ist damit die größte freitragende Stahldachkonstruktion in Europa. Der Dachkörper selbst ist 13 Meter hoch, 16 Stahlbetonrundpfeiler tragen dabei 3500 Tonnen Stahl.[1] Die Gesamtkosten für die Anlage beliefen sich auf etwa 290 Millionen DM.[1]
Radrennbahn
Die Radrennbahn im Velodrom ist aus sibirischer Fichte und 250 Meter lang, damit entspricht sie den internationalen Normen des Weltradsportverbandes UCI. Vor den UEC-Bahn-Europameisterschaften 2017 wurde die 20 Jahre alte Bahn komplett ausgetauscht und dazu 200 Lattenringe aus sibirischer Fichte mit einer Gesamtlänge von 55 Kilometern neu verlegt. Unterkonstruktion und Geometrie blieben erhalten. Zudem wurde die Bahn an die neuesten Anforderungen in puncto Sicherheit und Technik angepasst.[3] Dafür stellte die Senatsverwaltung für Inneres und Sport bis zu 1,6 Millionen Euro bereit.[4]
Verkehrsanbindung
Das Velodrom befindet sich an der Landsberger Allee in direkter Nähe zum gleichnamigen S-Bahnhof in Prenzlauer Berg, dem im Nordosten Berlins gelegenen Bezirk Pankow.
Bahnrekorde
(Stand 30. Juli 2019)
Frauen
| Disziplin | Name | Zeit | Datum |
|---|---|---|---|
| 200 Meter, fliegender Start | 10,484 s | 1. Dezember 2018 | |
| 500 Meter, stehender Start | 33,210 s | 2. Dezember 2018 | |
| 500 m Teamsprint | Darja Schmeljowa Anastassija Woinowa |
33,210 s | 2. Dezember 2018 |
| 3000 m Einerverfolgung | 3:28,004 min | 20. Oktober 2017 | |
| 4000 m Mannschaftsverfolgung | Katie Archibald Emily Kay Laura Kenny Emily Nelson |
4:16,153 min | 30. November 2018 |
Männer
| Disziplin | Name | Zeit | Datum |
|---|---|---|---|
| 200 Meter, fliegender Start | 9,584 s | 2. Dezember 2018 | |
| 1000 Meter, stehender Start | 1:00,560 min | 21. Oktober 2017 | |
| 750 m Teamsprint | Nils van ’t Hoenderdaal Harrie Lavreysen Jeffrey Hoogland |
42,467 s | 30. November 2017 |
| 4000 m Einerverfolgung | 4:14,570 min | 21. Oktober 2017 | |
| 4000 m Mannschaftsverfolgung | Sam Welsford Alexander Porter Kelland O’Brien Leigh Howard |
3:51,210 min | 30. November 2018 |
Veranstaltungen


Konzerte (Auswahl)
- 1998 Ace of Base • Janet Jackson • Genesis
- 1999 Joe Cocker • Metallica • Cher • Beastie Boys • Kiss • Backstreet Boys
- 2001 A-ha • Britney Spears • AC/DC • Sting
- 2002 Bryan Adams • Bruce Springsteen • Kylie Minogue • Destiny’s Child
- 2003 Justin Timberlake • Marilyn Manson • Radiohead • Peaches • Tom Jones • Christina Aguilera • Peter Gabriel • Nena • Red Hot Chili Peppers
- 2004 Rammstein • Anastacia • Joe Cocker • Usher • Nelly Furtado • Kylie Minogue • Peter Gabriel • Enrique Iglesias
- 2005 Robbie Williams • The Chemical Brothers • Lenny Kravitz • Bryan Adams • Mariah Carey • R.E.M. • Michael Bublé
- 2006 George Michael • Xavier Naidoo • Depeche Mode
- 2007 Take That • Gwen Stefani • Daft Punk • Tokio Hotel
- 2008 The Offspring • Kiss • The Cure • City
- 2009 Rammstein • Deichkind • Billy Talent
- 2010 De La Soul • Gorillaz • Little Dragon • Justin Bieber • Stromae
- 2011 Incubus
- 2012 Gossip • DJ BoBo
- 2013 Hurts • Lana Del Rey • Mumford & Sons
- 2014 Helene Fischer • Pennywise • Rise Against
- 2015 Florence and the Machine • The Prodigy • A-ha
- 2016 Sunrise Avenue • Scooter • Moderat • Trailerpark
- 2017 Korn • Jamiroquai • Queens of the Stone Age • Papa Roach • Heaven Shall Burn • London Grammar • Marilyn Manson • Rise Against
- 2018 Jason Derulo • Trailerpark • Scooter • GOT7
- 2019 Trettmann • Amon Amarth • Boris Brejcha • Robyn • Snow Patrol
- 2020 Editors • Sum 41
- 2022 Evanescence • Rosalía • Fred Again • Bicep • Parcels • Monolink • Biffy Clyro • Ufo361
- 2023 The Prodigy • Hozier • Moderat • James Blake • Ghost • Badmómzjay • The Blaze • Yungblud
- 2024 Bilderbuch • London Grammar • Powerwolf • Chappell Roan • Moby • Aurora • Troye Sivan • Tom Odell • Underworld • Electric Callboy
- 2025 Turnstile • Disturbed • Loyle Carner • Little Simz • Herbert Grönemeyer • Babymetal • Kaytranada • Teddy Swims • Gracie Abrams • Caribou
Für Konzerte mit bis zu 5.000 Zuschauern werden seit 2016 die Oberränge schwarz abgehängt; der Veranstaltungsort wird in diesem Fall als „UFO“ bezeichnet.[6]
Siehe auch
Literatur
- Werner Lorenz, Roland May, Hubert Staroste, unter Mitwirkung von Ines Prokop: Ingenieurbauführer Berlin. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2020, ISBN 978-3-7319-1029-9, S. 138–139.
- Velodrom Landsberger Allee Berlin. Die Neuen Architekturführer. Stadtwandel Verlag, Berlin 2000.
