Hermann Leiser (Verlag)
deutscher Verlag für Ansichtkarten
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Der Verlag Hermann Leiser, auch Verlag Herm. Leiser genannt, war ein Ansichtskarten-Verlag, dessen Schwerpunkt „auf der Porträtfotografie von Personen des kulturellen Lebens“ lag.[1] Der Namensgeber hatte 1909 den Verlag Louis Blumenthal übernommen und wirkte von Berlin-Wilmersdorf (Berlin W. 15) aus.
Verlagsprofil
Während der vormalige Verlag Louis Blumenthal vor seiner Übernahme durch Leiser noch im Dezember 1905 mit mehr als „1500 Portraits“ für sich werben konnte,[2] bewarb die Firma „Hermann Leiser, vorm. Louis Blumenthal“ im Herbst 1909 unter der Adresse Olivaerplatz 4 bereits „3000 Portraitkarten von Schauspielern, Opernsängern, Musikern, Schriftstellern, sowie Scenenkarten“ aus zeitgenössischen Theateraufführungen. Monatlich Neuerscheinungen waren Aufnahme-Vervielfältigungen im Format einer Postkarte im Bromsilberdruck, für die das Unternehmen regelmäßig aktualisierte Verzeichnisse „gratis und franco“ herausgab.[3]
In Werbeanzeigen offerierte Leiser für Gastspiele und Konzerte auch sein Kommissionsgeschäft, das sich an Veranstalter wie auch die abgebildeten Künstler wendete.[3]
1913 wurde das Unternehmen an den Rüdesheimer Platz 3 verlegt. Nach Leisers Tod 1932 führte Ludwig Urbach den Verlag bis etwa 1937 weiter.[4]
Seit etwa 2021 versucht das Hermann Leiser Projekt „alle veröffentlichten Karten zu dokumentieren und Angaben zu einer zeitlichen Einordnung der Publikationen zu sammeln“.[5]
Leben
Der Kaufmann Hermann Leiser stammte aus einer jüdischen Familie, er wurde 1854/55 in Culmsee, Provinz Westpreußen geboren und starb am 31. März 1932 in Berlin.[6] Ab 1896 war er Geschäftspartner von Blumenthal.[7]
1883 heiratete Leiser in Hohensalza, Provinz Posen Franziska Leszczynski (* 1862 in Hohensalza; † 1940 in Berlin-Friedenau).[8] Das Paar hatte die Töchter Martha (verheiratete Wolff, * 1885 in Culm; † 1915 in Berlin) und Käthe (* 1901 in Berlin). Käthe arbeitete als Sprechstundenhilfe und wurde im November 1941 aus Berlin-Friedenau in das Ghetto Litzmannstadt (Lodz) deportiert, wo sie am 1. März 1942 starb.[9]
- Bernd Aldor in der Hauptrolle des von Richard Oswald (RO-Film) produzierten Stummfilms Das Bildnis des Dorian Gray nach Oscar Wilde; um 1917, Nummer 3152
- Die finnische Opernsängerin Aino Ackté als Tosca in einer Aufnahme von Emil Bieber von 1906, Nummer 4054
- Die schwedische Opernsängerin Göta Ljungberg als Salome; von der Künstlerin 1928 signiert; Nummer 6423
- Der Tänzer Alexander Sacharoff in Golliwogg's Cake-walk; 1913; Nummer 8654
Weblinks
- Hermann Leiser, Germany bei Flickr (ca. 560 Fotos, Stand Juni 2026)
- The Hermann Leiser Project im Internet Archive.