Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa

5-Sterne-Hotel in denkmalgeschützten Hotelgebäuden in Interlaken im Kanton Bern, Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Schnelle Fakten
Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa
Logo
Hotelkette Aevis Victoria SA (mit 9 weiteren Luxushotels)[1]
Hotelallianz The Leading Hotels of the World
Stadt Interlaken
Adresse Höheweg 41, 3800 INTERLAKEN
Website victoria-jungfrau.ch
Hotelinformationen
Eröffnung 1865
Gebäude Victoria und Jungfrau mit Verbindungsbau
Besitzer Aevis Victoria seit 2014[2]
Leitung Nico Branuwalder (General Manager seit Juli 2024)
Klassifizierung 5 Sterne Superior
Auszeichnungen 2001 Hotel des Jahres Gault-Millau
Mitarbeiter zwischen 200 und 500
Umsatz 170.5 Mill. CHF (gesamte Aevis 2023)
Ausstattung
Zimmer 216
Restaurants 3
Bars 2
Foto des Hotels
Foto des Hotels
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Das Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa ist ein Fünfstern Superior Hotel in Interlaken, das zu den Leading Hotels of the World gehört. Es wurde 1865 eröffnet als «Hotel Victoria» und 1895 mit dem 1869 erbauten benachbarten «Hotel Jungfrau» vereint, beide Häuser wurden 1899 durch einen Mittelbau verbunden.

Eine Besonderheit dieses unter Denkmalschutz stehenden Hauses ist der Blick über den Höhematte-Park auf das Jungfraumassiv.

Unternehmen

Das Hotel verfügt über 216 Zimmer, davon 106 Suiten und Junior Suiten. Seit 2014 ist es im Besitz der Aevis Victoria SA Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Freiburg (Schweiz).

Neben mehreren Restaurants (Radius by Stefan Beer, 17 Gault-Millau-Punkte, 1 Michelin-Stern, ein Grüner Michelin-Stern für Nachhaltigkeit; italienisches Restaurant Sapori, Brasserie La Terrasse) und der Victoria-Bar (mit Terrasse und Fumoir) verfügt das Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa über einen 5500 Quadratmeter grossen Spa-Bereich, ausgestattet mit einem Fitnessstudio sowie einem Wellness-Bereich mit Schwimmbad.[3] Für Meetings und Konferenzen stehen 22 Räumlichkeiten unterschiedlicher Grösse, darunter 2 Ballsäle mit bis zu 400 Plätzen zur Verfügung.[4]

2001 gewann es die Auszeichnung Hotel des Jahres, verliehen von GaultMillau und IWC.[5] Der ehemalige Direktor, Emanuel Berger, gewann 2003 die Auszeichnung Bester Hotelier des Jahres.[6]

Geschichte

Der Unternehmer und Hotelier Eduard Ruchti erwarb 1856 die Pension «Victoria», ein ehemaliges Arzthaus am Höheweg. 1864 erteilte er den Architekten Jakob Friedrich Studer und Horace Edouard Davinet den Auftrag, einen Neubau zu errichten, der 1865 nach neunmonatiger Bauzeit eröffnet wurde. 1895 wandelte Ruchti sein Privatunternehmen in eine Aktiengesellschaft um. Diese erwarb im selben Jahr das benachbarte, 1869 von Davinet erbaut Hotel «Jungfrau», was in ähnlichem Baustil errichtet wurde. 1899 wurden beide Gebäude durch einen Mittelbau miteinander verbunden, der durch eine Kuppel gekrönt wird. Auf diese Weise entstand das Hotel «Victoria-Jungfrau».[7] Das ehemalige Hotel Victoria war der Westflügel (Höheweg 41), das Hotel Jungfrau der Ostflügel (Höheweg 47). Der Turm wurde nach einem Brand 1906 wiederaufgebaut.[8][9]

In den Jahren der Belle Époque erlebte Interlaken mit dem Bau mehrerer Bergbahnen einen touristischen Boom, der mit dem Ersten Weltkrieg ein jähes Ende fand, das Haus konnte aber seine Stellung in der Luxushotellerie behaupten. Am 1. September 1906 erschoss die russische Medizinstudentin Tatjana Leonteva,[10] eine Sozialrevolutionäre, im Speisesaal aus Verwechslung den französischen Geschäftsmann Charles Müller. Sie suchte Rache für den Petersburger Blutsonntag von 1905, den sie erlebt hatte, und hielt das Opfer für Innenminister Pjotr Nikolajewitsch Durnowo, Förderer der rechtsextremen, antisemitischen und polen- und ukrainefeindlichen Organisation Schwarze Hundert. Leonteva erhielt 1907 wegen verminderter Zurechnungsfähigkeit und mildernder Umstände die Strafe von nur vier Jahren Zuchthaus.[10]

Die Schweizer Armee nutzte das Hotel während des Zweiten Weltkriegs als Quartier des Generalstabs, verbunden mit regelmässigen Aufenthalten von General Henri Guisan. Veränderte Komfortansprüche machten in den 1950er Jahren umfassende Renovationen notwendig. Zu den Neuerungen gehörte eine Schwimmhalle. Ein weiterer Ausbau erfolgte in den 1970er Jahren mit dem Bau einer Tennishalle und der Neugestaltung der Gartenanlage.[7]

1990 feierte das Hotel sein 125-jähriges Bestehen. Ein Jahr später wurde ein über 5'500 Quadratmeter grosser Wellness-Bereich in Betrieb genommen. Im Verlaufe der 1990er Jahre folgten weitere Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten. Von 2002 bis 2004 wurden alle 212 Gästezimmer renoviert und 2003 wurde der Wellness-Bereich erweitert.[7] Zum 1. November 2020 stellte das Hotel wegen der Corona-Krise bis 26. Januar 2021 den Betrieb ein und der grösste Teil der Angestellten wurde auf Kurzarbeit gestellt und die Zeit für Renovationen genutzt.[11]

Siehe auch

Einzelnachweise

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