Vierschanzentournee 1958/59

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Die 7. Vierschanzentournee 1958/59 begann in dieser Saison schon am 28. Dezember mit dem Springen in Oberstdorf. Am Neujahrstag folgte das Springen in Garmisch-Partenkirchen. Dann zog die Tourneekarawane nach Österreich, wo am 4. Januar das Springen in Innsbruck folgte. Das Abschlussspringen in Bischofshofen fand am 6. Januar statt. Die Tournee konnte erneut Helmut Recknagel aus der DDR gewinnen. Er war damit der erste Springer, dem das zum zweiten Male glückte. Geradezu tragisch endete die Tournee für die mitfavorisierten finnischen Springer. Der amtierende Skisprungweltmeister Juhani Kärkinen konnte verletzungsbedingt nicht starten und nach 2 Stürzen in Innsbruck fiel auch der bis dahin Drittplatzierte in der Gesamtwertung, Eino Kirjonen, hoffnungslos zurück. Am Ende konnte sich kein Finne unter den besten Zehn der Gesamtwertung platzieren.

Schnelle Fakten
7. Vierschanzentournee
Sieger
Tourneesieger Deutschland Demokratische Republik 1949 Helmut Recknagel
Garmisch-Partenkirchen Deutschland Demokratische Republik 1949 Helmut Recknagel
Oberstdorf Deutschland Demokratische Republik 1949 Helmut Recknagel
Innsbruck Deutschland Demokratische Republik 1949 Helmut Recknagel
Bischofshofen Osterreich Walter Habersatter
Teilnehmer
Nationen 8 (AUT, FIN, FRG, GDR,
ITA, NOR, TCH, URS)
Sportler 57
1957/58 1959/60
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Nominierte Athleten

Die Zwischensaison zwischen den Weltmeisterschaften von 1958 und den kommenden Olympischen Spielen in Squaw Valley war offensichtlich aus sportlicher Sicht nicht so interessant. Nach einer stetigen Zunahme an teilnehmenden Nationen gab es erstmals einen Rückgang. Darüber hinaus sandten mehrere Nationen nur zwei bis drei Springer. Mit insgesamt 40 Springern aus der Bundesrepublik, der DDR und Österreich wurde bei 57 Gesamtteilnehmern auf den 4 Schanzen hauptsächlich Deutsch gesprochen.

Oberstdorf

Bei regnerischem Wetter konnte Helmut Recknagel seiner Favoritenrolle auf der Schattenbergschanze gerecht werden. Er gewann vor dem Finnen Kirjonen und Nikolai Schamow aus der Sowjetunion. Die Finnen mit Platz 2 und 6 und auch die Norweger mit den Plätzen 4 und 9 zeigten nach der letztjährigen Abstinenz sofort, dass mit ihnen zu rechnen war. Aber auch die Springer aus Österreich zeigten mit den Platzierungen 5 und 10 ihre gewachsene Leistungsstärke.

Weitere Informationen Pos., Springer ...
Pos. Springer Land Punkte[2]
1.Helmut RecknagelDeutschland Demokratische Republik 1949 DDR226,5
2.Eino KirjonenFinnland Finnland222,0
3.Nikolai SchamowSowjetunion 1955 Sowjetunion221,0
4.Anders WoldsethNorwegen Norwegen219,5
5.Otto LeodolterOsterreich Österreich218,0
6.Pekka TirkkonenFinnland Finnland217,5
7.Nikolai KamenskiSowjetunion 1955 Sowjetunion216,5
8.Harry GlaßDeutschland Demokratische Republik 1949 DDR215,0
9.Arne HoelNorwegen Norwegen214,0
10.Willi EggerOsterreich Österreich212,5
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Garmisch-Partenkirchen

Auf der trotz der warmen Witterung gut präparierten Schanze entschied Helmut Recknagel auch das Neujahrsspringen vor 30.000 Zuschauern für sich. Seitenwind und strömender Regen erschwerten den Wettbewerb. Diesmal machten vor allem die sowjetischen Springer, allen voran Koba Zakadse, Recknagel den Sieg streitig. Unter den zehn besten Springern kamen allein 4 sowjetische Springer ein. Harry Glaß vergab durch einen Sturz im 2. Durchgang eine gute Platzierung im Vorderfeld. In der Gesamtwertung konnte Recknagel seinen Vorsprung gegenüber Schamow auf fast 15 Punkte ausbauen.

Weitere Informationen Zwischenstand nach 2 Springen, Pos. ...
Zwischenstand nach 2 Springen
Pos. Springer Punkte
01.Recknagel452,2
02.Schamow437,5
03.Kirjonen434,6
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Weitere Informationen Pos., Springer ...
Pos. Springer Land Punkte[4]
1.Helmut RecknagelDeutschland Demokratische Republik 1949 DDR225,7
2.Koba ZakadseSowjetunion 1955 Sowjetunion223,0
3.Nikolai SchamowSowjetunion 1955 Sowjetunion216,5
4.Juri SamsonowSowjetunion 1955 Sowjetunion215,7
5.Veikko KankkonenFinnland Finnland215,3
6.Kjell KopstadNorwegen Norwegen213,7
7.Nikolai KamenskiSowjetunion 1955 Sowjetunion213,1
8.Arne HoelNorwegen Norwegen212,2
9.Eino KirjonenFinnland Finnland212,1
10.Walter HabersatterOsterreich Österreich211,8
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Innsbruck

Wie vor drei Jahren, gab es wieder wenig Schnee. Mit 20 großen Transportfahrzeugen und unter Mithilfe von mehr als hundert Arbeitskräften wurden schon am Neujahrstag etwa 650 Kubikmeter Schnee aus Reith bei Seefeld zur Bergisel-Schanze gebracht, um die Anlage vorzubereiten. Die Schanze wurde erst einen Tag vor dem Bewerb für das Training freigegeben. Um ein Wegschwemmen des Schnees durch Regen vorzubeugen, wurde eine neuartige Methode angewendet und eine riesige Plastikfolie über Anlauf- und Aufsprungbahn gelegt und an ihren Rändern mit Häringen am Boden verankert.[5]

Schon vor Beginn des Wettbewerbs hatte das Springen seine ersten Aufreger. Der Tageszweite von Garmisch, Koba Zakadse, stürzte im Training und musste aufgeben. Zudem hatte Helmut Recknagel am Vortage einen Sieg am Bergisel angekündigt. Dies gelang ihm dann auch vor 20.000 begeisterten Zuschauern. Er verwies den Finnen Kankkonen und den Norweger Woldseth auf die Plätze. Damit war Recknagel der 2 Springer, dem 3 Tagessiege in Folge gelangen. Harry Glaß, in Garmisch noch gestürzt, belegte einen guten 4. Platz. Auch in die Gesamtwertung kam Bewegung. Der bis dahin Drittplatzierte Finne Kirjonen stürzte in beiden Durchgängen und musste seine Hoffnungen auf einen Podiumsplatz mit Rang 38 und über 60 Punkten Rückstand auf den Sieger in der Tageswertung begraben. Auch Nikolai Schamow verlor weiter an Boden. Dafür schob sich der beständige Norweger Hoel auf den dritten Platz der Gesamtwertung. Dahinter lag aber schon der Österreicher Walter Habersatter.

Weitere Informationen Zwischenstand nach 3 Springen, Pos. ...
Zwischenstand nach 3 Springen
Pos. Springer Punkte
01.Recknagel682,2
02.Schamow650,0
03.Hoel640,2
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Weitere Informationen Pos., Springer ...
Pos. Springer Land Punkte[7]
1.Helmut RecknagelDeutschland Demokratische Republik 1949 DDR230,0
2.Veikko KankkonenFinnland Finnland222,5
3.Anders WoldsethNorwegen Norwegen219,5
4.Harry GlaßDeutschland Demokratische Republik 1949 DDR217,0
5.Walter HabersatterOsterreich Österreich214,5
6.Arne HoelNorwegen Norwegen214,0
7.Nikolai SchamowSowjetunion 1955 Sowjetunion212,5
8.Pekka TirkkonenFinnland Finnland212,0
8.Willi EggerOsterreich Österreich212,0
10.Otto LeodolterOsterreich Österreich211,5
10.Juri SamsonowSowjetunion 1955 Sowjetunion211,5
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Bischofshofen

Der 4. Tagessieg für Recknagel war nach Meinung der Experten im Vorfeld nur noch reine Formsache. Doch, auch zur Überraschung dieser Experten, am Ende stand ein einheimischer Österreicher vor 6.000 Zuschauern auf dem obersten Treppchen. Walter Habersatter entschied das Springen vor dem Finnen Kirjonen und Nikolai Kamenski aus der Sowjetunion für sich. Helmut Recknagel stürzte im ersten Durchgang nach gestandenem Schanzenrekord von 96,5 m noch im tiefen Schnee des Auslaufs. Trotz einer schmerzhaften Rippenprellung sprang er im 2. Durchgang Bestweite und kam in der Tageswertung auf den 15. Platz. Der bis dahin Gesamtzweite Schamow stürzte im 2. Durchgang und belegte Platz 21. Max Bolkart konnte für die enttäuschenden Springer aus der Bundesrepublik mit dem 8. Platz zumindest einen Achtungserfolg verzeichnen.

Weitere Informationen Pos., Springer ...
Pos. Springer Land Punkte[9]
1.Walter HabersatterOsterreich Österreich222,5
2.Eino KirjonenFinnland Finnland220,2
3.Nikolai KamenskiSowjetunion 1955 Sowjetunion218,6
4.Anders WoldsethNorwegen Norwegen215,0
5.Harry GlaßDeutschland Demokratische Republik 1949 DDR214,5
6.Walter SteineggerOsterreich Österreich211,7
7.Juri SamsonowSowjetunion 1955 Sowjetunion210,4
8.Max BolkartDeutschland Bundesrepublik BR Deutschland210,3
9.Arne HoelNorwegen Norwegen210,2
10.Rudolf BykowSowjetunion 1955 Sowjetunion206,9
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Gesamtwertung

Helmut Recknagel aus der DDR war der souveräne Gesamtsieger. Mit 3 Tagessiegen drückte er der Tournee seinen Stempel auf. Trotz des Sturzes in Bischofshofen gewann er mit über 20 Punkten Vorsprung. Dahinter wurde die Wertung nach dem letzten Springen aber noch einmal durcheinandergewirbelt. Walter Habersatter gelang durch seinen Tagessieg noch der silberne Rang in der Endabrechnung. Gleichzeitig rutschte Nikolai Schamow noch auf den vierten Platz hinter den beständig springenden Norweger Hoel. Die Sowjetunion stellte aber mit 4 Springern unter den ersten Zehn die beste Mannschaft. Harry Glaß wurde der Sturz beim Springen in Garmisch zum Verhängnis. Eine einstellige Platzierung in der Tageswertung des Neujahrsspringens hätte am Ende für einen Podiumsplatz in der Gesamtwertung gereicht. So reichte es nur für Platz 10.

Weitere Informationen Rang, Name ...
Rang
Name Nation Gesamt-
wertung
[10]
Oberst-
dorf
Garmisch-
Partenk.-
Inns-
bruck
Bischofs-
hofen
01Helmut RecknagelDeutschland Demokratische Republik 1949 DDR883,0226,5 / 01.225,7 / 01.230,0 / 01.201,0 / 15.
02Walter HabersatterOsterreich Österreich860,8212,0 / 11.211,8 / 10.214,5 / 05.222,5 / 01.
03Arne HoelNorwegen Norwegen850,4214,0 / 09.212,2 / 08.214,0 / 06.210,2 / 09.
04Nikolai SchamowSowjetunion 1955 Sowjetunion839,7221,0 / 03.216,5 / 03.212,5 / 07.189,7 / 22.
05Nikolai KamenskiSowjetunion 1955 Sowjetunion838,2216,5 / 07.213,1 / 07.190,0 / 31.218,6 / 03.
06Otto LeodolterOsterreich Österreich837,6218,0 / 05.204,5 / 18.211,5 / 10.203,7 / 13.
07Anders WoldsethNorwegen Norwegen835,2219,5 / 04.181,2 / 34.219,5 / 03.215,0 / 04.
08Juri SamsonowSowjetunion 1955 Sowjetunion835,1197,5 / 21.215,7 / 04.211,5 / 10.210,4 / 07.
09Rudolf BykowSowjetunion 1955 Sowjetunion833,9211,5 / 11.209,5 / 11.206,0 / 15.206,9 / 10.
10Harry GlaßDeutschland Demokratische Republik 1949 DDR831,0215,0 / 08.184,5 / 31.217,0 / 04.214,5 / 05.
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Literatur

  • Robert Kauer, Raymund Stolze, Klaus Taglauer: 50+1 Jahre Internationale Vierschanzentournee Fliegen & Siegen. 3. Auflage. wero press, Pfaffenweiler 2002, ISBN 3-9808049-0-9.

Einzelnachweise

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