Vinko Škrobo
Ustascha-Soldat, Freischärler und Guerillaführer
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Vinko Škrobo (* 25. Dezember 1925 in Dužice; † 13. April 1948 in (Šarića) Dubrava[1]) war ein Ustascha-Soldat und Kommandeur (zapovjednik) einer Guerillatruppe, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Gebiet um Široki Brijeg bewaffneten Widerstand gegen das kommunistische Regime unter Josip Broz Tito im wiedergegründeten Jugoslawien leistete. Er ist einer der bekanntesten kroatischen antikommunistischen Freischärler (sogenannter škripar) in der Region Herzegowina, neben Božo Mandić (1921–1947) und Benko Penavić (1926–1947).[2]

Leben
Škrobo wurde am 25. Dezember 1925 als Sohn von Martin (1900–1956) und Anica Škrobo (1901–1992, geborene Čerkez) im Dorf Dužice bei Široki Brijeg in der Herzegowina geboren. Weitere Kindes des Paares waren Nikola (1927–1946), Žarko (1929–1930), Rajko (* 1935) und Grgo (1938–2003).[3]
Nach der Errichtung des faschistischen Unabhängigen Staates Kroatien, dem kroatischen Vasallenstaat der Achsenmächte im Zweiten Weltkrieg, schloss sich Škrobo 1943 der Ustascha-Miliz an.[4]
Anfang Mai 1945 versuchten die geschlagenen Verbände des Unabhängigen Staates Kroatien, dass von alliierten Truppen besetzte Österreich zu erreichen. Im österreichischen Bleiburg kapitulierte die Führung der kroatischen Verbände vor britischen Truppen bedingungslos und musste die Auslieferung der kroatischen Truppen an die jugoslawische Volksarmee hinnehmen. Škrobo gelang es, sich am 15. Mai 1945 zusammen mit einigen Kameraden auf den Weg in seine Heimatregion abzusetzen und dadurch dem sogenannten Massaker von Bleiburg zu entgehen.[5]
Nach Ende des Krieges, der Eroberung seiner Heimatregion durch Tito-Partisanen und der Errichtung eines kommunistischen Jugoslawien, setzte Škrobo den bewaffneten Kampf in der West-Herzegowina mit Gleichgesinnten als Guerillakrieg fort. Diese Freischärler waren in der Regel ehemalige Angehörige der Kroatischen Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg. Sie wurden in der Herzegowina als škripari bezeichnet, weil sie sich in Karsthöhlen (regional: škripine, Sg. škrape) versteckten, sind aber auch unter dem allgemeineren Begriff križari (Kreuzfahrer) bekannt.
Škrobo und seine Männer griffen im Juni 1945 die in Crnač (zu Široki Brijeg) eingerichtete kommunistische „Kommunale Volksverteidigung“ (Mjesni narodni odbor) an. Bei der Schießerei wurde ein Tito-Partisan getötet und drei weitere verletzt. Obwohl Škrobo die jugoslawischen Behörden wissen ließ, dass keine Einwohner an dem Angriff beteiligt gewesen seien, verhaftete der jugoslawische Militär-Geheimdienst OZNA 16 Einwohner und den Pfarrer des Ortes. Dieser und fünf weitere Einwohner wurden später vor Gericht verurteilt.[6]
Im Jahr 1947 äußerte die örtliche Parteizelle der Kommunistischen Partei Jugoslawiens von Klobuk (zu Ljubuški) die Bedenken, dass die Vinko Škrobo-Gruppe bei einem Eindringen auf ihr Gebiet Unterstützung in der örtlichen Bevölkerung finden könnte.[7]
Im gleichen Jahr wurde Škrobo schwer verwundet. Anica Ćavar wurde am 27. Dezember 1947[8] vom jugoslawischen Geheimdienst UDBA getötet, weil sie dem verletzten Škrobo geholfen hatte, zu entkommen.[9]
Škrobo wurde 1948 im Weiler Šarića Dubrava, in der Nähe des Flusses Ugrovača (einem Nebenfluss der Lištica) im Gebiet des Berges Visoka Glavica getötet.[8] Er soll durch Verrat in einen Hinterhalt geraten sein und starb bei einer Schießerei mit jugoslawischer Miliz und Geheimdienst.[10][11] Seine Leiche soll von der UDBA an der Brücke über die Lištica öffentlich zur Schau gestellt worden sein.[8] Der Verbleib seiner sterblichen Überreste ist nicht bekannt. Die letzte Guerilla-Gruppe auf dem Gebiet von Široki Brijeg wurde 1951 zerschlagen.[12]
Škrobos Familie war nach seinem Tod Repressalien durch das jugoslawische Regime ausgesetzt, woraufhin die Familie nach Tovarnik übersiedelte.[13]
Nachleben
Vor allem in seiner Heimatregion wird Škrobo von Teilen der Bevölkerung glorifiziert und gilt diesen als Freiheitskämpfer.
Im Fußball
Am 9. September 2020 besuchten Mitglieder der Škripari, des Fanclubs bzw. der Ultras des NK Široki Brijeg, anlässlich ihres 24. Gründungsjubiläums Škrobos Bruder Rajko in Tovarnik. Am dortigen Familiengrab, dessen Grabstein eine Gedenkinschrift für Vinko Škrobo enthält, hinterließen sie Grabschmuck.[14]
Im Militär
Im Bosnienkrieg (1992–1995) wurde eine Militäreinheit des Kroatischen Verteidigungsrates (HVO) nach ihm benannt, nämlich das ATG „Vinko Škrobo“ des Kažnjenička bojna aus Mostar.[15]
In der Musik
In seinem Heimatort Dužice und Umgebung ist die Ganga-Zeile Tko no piva niz Smokinje ravne [Alternativ z.B.: Tko to gazi niz Dužice ravne], Vinko Škrobo, Bog mu dao zdravlje (Wer singt dort in der Ebene von Smokinje [Ortsteil von Dužice], Vinko Škrobo, Gott schenke ihm Gesundheit) bekannt.[8]
Der Guslar Vlado Kutle widmete Škrobo einige Zeilen in dem Gusle-Lied „Pogibja Benke Penavića i ostalih vitezova“ (Der Untergang des Benko Penavič und anderer Ritter).[16] Der Guslar Mario Knezović (Text: Ivan Soldo – Duksić) widmete ihm das Gusle-Lied „Vitez Vinko Škrobo“ (Ritter Vinko Škrobo).[17]
Siehe auch
Literatur
- Ivo Lučić: Škripari : Hrvatski pokret otpora u Bosni i Hercegovini od 1945. do 1951. Hrsg.: Hrvatski institut za povijest. Zagreb 2026, ISBN 978-953-8335-49-5.
- Hrvoje Mandić: Kaznene ekspedicije komunističkih vlasti protiv širokibriješke protukomunističke gerile 1945.–1948. godine. In: Hum : časopis Filozofskog fakulteta Sveučilišta u Mostaru. Band XV, Nr. 23, Juli 2020, ISSN 1840-233X, S. 109–135 (kroatisch, srce.hr).
- Hrvoje Sopta: Društveno-politička situacija na području zapadne Hercegovine u poratnom razdoblju nakon 1945. Hrsg.: Sveučilište J. J. Strossmayera u Osijeku : Filozofski fakultet Osijek (= Dvopredmetni diplomski sveučilišni studij Pedagogije i Povijesti). Osijek 2019, S. 89 (kroatisch, ffos.hr [PDF] Diplomarbeit).
- Ivica Lučić: Hrvatska protukomunistička gerila u Bosni i Hercegovini od 1945. do 1951. In: Hrvatski institut za povijest (Hrsg.): Časopis za suvremenu povijest. 42. Jg, Nr. 3. Zagreb 2010 (kroatisch, srce.hr).
- Karlo Rotim: Žrtvoslov Širokog Brijega u drugom svjetskom ratu i poraću [Opferverzeichnis von Široki Brijeg im Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit]. Široki Brijeg 2000 (kroatisch).
- Hrvatsko društvo političkih zatvorenika (Hrsg.): Politički zatvorenik. Jg. IX, Nr. 84, März 1999, S. 35 (kroatisch).