Wülfte
Stadtteil von Brilon
From Wikipedia, the free encyclopedia
Wülfte ist ein nördlicher Ortsteil der Stadt Brilon im Hochsauerlandkreis, Deutschland. Die bis 1974 selbstständige Gemeinde hat 409 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2024)[2].
Wülfte Stadt Brilon | |
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 26′ N, 8° 35′ O |
| Höhe: | 449 m ü. NN |
| Fläche: | 2,59 km² |
| Einwohner: | 409 (31. Dez. 2024)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 158 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1975 |
| Eingemeindet nach: | Stadt Brilon |
| Postleitzahl: | 59929 |
| Vorwahl: | 02961 |
Lage der Ortschaft Wülfte innerhalb des Stadtgebiets von Brilon
| |
Luftbild (2013) | |

Geographie
Wüflte liegt etwa 4,5 km nördlich des Briloner Stadtzentrums am nordwestlichen Rande der Briloner Hochfläche. Nordwestlich des Ortes geht diese in die bewaldeten östlichen Ausläufer des Haarstranges über. Im Südwesten trennt die Möhne und ihre Quellbäche den Haarstrang von den östlichen Ausläufern des Arnsberger Waldes. Östlich liegt der Geschützte Landschaftsbestandteil In der Halle. Im Nordosten fällt das Gelände ins Tal der oberen Alme ab. Die Ortschaft hat eine Höhenlage von 430 bis 470 m ü. NN. Höchste Erhebung in unmittelbarer Nähe ist der Bulstern (482,3 m).[3]
Die nächsten Orte in der Umgebung sind die Briloner Stadtteile Alme im Nordosten, Nehden im Osten, Thülen im Südosten, Brilons Kernstadt im Süden und Scharfenberg im Westen. Etwa elf Kilometer nordwestlich liegt die Stadt Rüthen.[3]
Geschichte
Wülfte ist als Besitz des Klosters Neuenheerse seit 1248 nachweisbar. In der Folgezeit wurde es jedoch zunehmend zu einem Briloner Stadtdorf. Das im 15. und 17. Jahrhundert vorübergehend verlassene Dorf wurde erst 1837 eine eigenständige Gemeinde im Amt Thülen.
Am 22. August 1998 feierten die Wülfter ihr 750-jähriges Dorfjubiläum.[4]
1933 musste der seit 1914 amtierende Gemeindevorsteher Gottfried Kraft (Zentrum) auf Druck der Nationalsozialisten zurücktreten.
Während des Zweiten Weltkriegs stürzte am Wülfter Steinbruch ein brennendes Feindflugzeug ab. Vom 26. bis 29. März 1945 war das Dorf von einer Transporteinheit der Wehrmacht belegt. Ab dem 29. März konnten die Bewohner Wülftes Verbände der US-Army auf den Straßen ums Dorf beobachten. Am Ostersonntag dem 2. April 1945 rückten US-Truppen ins Dorf ein, die nach zehn Tagen weiterzogen. In der folgenden Zeit kam es zu Überfällen und Plünderungen von ehemaligen Gefangenen aus der Sowjetunion.[5]
31 Wülfter fielen im Zweiten Weltkrieg als Soldaten, davon die meisten an der Ostfront, oder starben in Gefangenschaft.[6]
Mit der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen wurde Wülfte am 1. Januar 1975 ein Ortsteil der Stadt Brilon.[7] 410 Einwohner leben heute im ländlich geprägten Dorf vor den Toren der Stadt.[8]
Politik
Vertretung in Parlamenten
Der Briloner Ortsteil Wülfte gehört zum Bundestagswahlkreis Hochsauerlandkreis sowie zum Landtagswahlkreis Hochsauerlandkreis II.
Direkt gewählter Bundestagsabgeordneter ist Friedrich Merz[9], während Matthias Kerkhoff[10] den Wahlkreis im Landtag von Nordrhein-Westfalen direkt vertritt.
Ortsvorsteher des Ortsteils Wülfte
- Albert Martini (1975–1979)
- Josef Kraft (1979–2004)
- Günter Schmidt (2004–2009)
- Erich Canisius (2009–2025)
- Sigrid Bork (2025–)
Mitglieder im Rat der Stadt Brilon
Der Ort Wülfte gehört zum Wahlbezirk 1(Altenbrilon/Wülfte/Alme2)
- Albert Martini (CDU) (1975–1984)
- Franz Kraft (CDU) (1984–1989)
- Siegfried Kraft (CDU) (1989–2004)
- Horst Weidtkamp (SPD) (2004–2014)
- Stefan Kraft (CDU) (2014–2020)
- Erich Canisius (SPD) (2020–2025)
- Stefan Kraft (CDU) (2025–)
Wappen
|
In Grün ein silberner Wolfskopf mit roter Zunge. Beschreibung: Der Wolfskopf als Schildfigur ist ein sogenanntes „redendes Wappen“, das den Namen des Ortes wiedergibt. Die amtliche Genehmigung erfolgte am 11. November 1954.[11] |
Sehenswürdigkeiten
Sehenswert ist die denkmalgeschützte St.-Anna-Kapelle und der Wanderweg W1 rund um Wüfte mit dem Aussichtspunkt Bulsterkopf.
Die St.-Anna-Kapelle wurde im Jahre 1690 auf Veranlassung von Bartholomäus Gerwins, Priester des Deutschen Ordens aus Wülfte erbaut.[12]

Die Leichenhalle auf dem Friedhof in Wülfte wurde von dem Briloner Künstler Franz Kornemann künstlerisch ausgestaltet. Sie zeigt ein Sgraffito mit dem Erzengel Michael sowie einem Buntglasfenster mit der Darstellung der Auferweckung des Lazarus.[13]
Vereine
Die Ortschaft Wülfte zeichnet sich durch ein reges Vereinsleben aus, etablierte Vereine im Ort sind:[14]
- Schützenbruderschaft St. Anna Wülfte 1828 e. V.
- Spielmannszug Wülfte 1975 e.V.
- Dorfverein Wülfte e.V.
- Frauentreff Wülfte e.V.
- Freiwillige Feuerwehr Brilon – Löschgruppe Wülfte
- Radsportgruppe Wülfte
- Kath. Ortsausschuss St. Anna Wülfte
- Messdienergemeinschaft Wülfte

Buntglasfenster in der Friedhofskapelle Die Auferweckung des Lazarus von Franz Kornemann
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
- Geistl. Rat Wilhelm Hellmanns († 10. Juni 1958); 1943–1956 Seelsorger in Wülfte[15]
Söhne und Töchter des Dorfes
- Bartholomäus Gerwins; Priester des Deutschen Ordens, 1690 Erbauer der Kapelle St. Anna[16]
- Schwester Maria Libya (Elisabeth) Lange MSC (* 16. März 1892 in Wülfte, † 7. August 1967 im Bernardshof bei Mayen in der Eifel); Missionsschwester im Heimatland[17]
- Pater Wigbert (Johann) Lange OFM (* 2. April 1930 in Wülfte, † 25. April 2013); Missionar in Südafrika[18]
- Pater Meinolf (Hermann) Kraft OSB (* 1934 in Wülfte, † 17. Februar 2019 in Ndanda, Tansania); Missionar in Tansania[19]
- Josef Kraft (*24.08.1945 in Brilon, †17.01.2017 in Paderborn); 1979–2004 Ortsvorsteher von Wülfte, 1975 Begründer des Spielmannszug Wülfte e.V.[20][21]
Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben
- Josef Schmidt-Diemel (* 19. März 1898 in Bochum; † 11. September 1960); Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen, 1951–1956 Gemeindebürgermeister von Wülfte[22][23]
Literatur
- Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939–1945 – Erlebnisberichte vieler Mitarbeiter aus dem ganzen Kreisgebiet. Josefs-Druckerei, Bigge 1955.
- Theodor Tochtrop: 150 Jahre 1828–1978 St. Anna Schützenbruderschaft Wülfte. Hrsg.: St. Anna Schützenbruderschaft Wülfte 1828 e.V. Brilon 1978.
- Gerhard Brökel: 300 Jahre Sankt-Anna-Kapelle in Wülfte 1690–1990. Hrsg.: Propsteipfarrgemeinde St.Petrus und Andreas Brilon. Brilon-Wülfte 26. Mai 1990.
- Gerhard Brökel: 750 Jahre Wülfte – Festrede von Gerhard Brökel. Hrsg.: Dorfgemeinschaft Wülfte mit Unterstützung des Landrats des Hochsauerlandkreises Franz-Josef Leikop. Brilon 1998.
- Werner Vogt: Zeittafel Wülfte. Hrsg.: Dorfgemeinschaft Wülfte. Brilon-Wülfte 1999.



