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Wimex Gruppe

international tätige Unternehmensgruppe der Fleisch- und Agrarindustrie From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Wimex Gruppe ist eine international tätige Unternehmensgruppe der Agrar- und Energiebranche mit Sitz in Baasdorf bei Köthen (Sachsen-Anhalt). Ihre Geschäftsbereiche unterteilen sich in Geflügel, Gemüse & Obst sowie Energie. Größter Anteilseigner ist die Wagner Familien-Stiftung mit 49,25 %.

Schnelle Fakten
WIMEX Agrarprodukte Import und Export GmbH (WIMEX-Gruppe)
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1985
Sitz
Leitung Ulrich Wagner, Leopold Graf von Drechsel, Ralph Weickert[1]
Mitarbeiterzahl 1164 (Durchschnitt, Juli 2022 bis Juni 2023)[1]
Umsatz 314,1 Mio. Euro (Durchschnitt, Juli 2022 bis Juni 2023)[1]
Branche Fleisch- und Agrarindustrie
Website wimex-group.com
Stand: 30. Juni 2023
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Im Geschäftsfeld Geflügel zählt die Wimex Gruppe zu den größten Produzenten von Eintagsküken und Bruteiern in Europa. Zudem ist das Unternehmen spezialisiert auf die Aufzucht und Vermehrung von Elterntieren sowie genetisch besonders wertvollen Großelterntieren. Unter der Marke Bördegarten produziert und vertreibt die Wimex Gruppe Gemüse und Obst für den Lebensmitteleinzelhandel in Mittel- und Norddeutschland. Der Anbau erfolgt auf ca. 1.000 Hektar Freiflächen sowie in einem 63.000 Quadratmeter großen Gewächshaus in Osterweddingen bei Magdeburg.

Geschichte

Gerhard Wagner (* 1938) gründete 1985 die Wimex Agrarprodukte Import und Export GmbH in Regenstauf zur Erzeugung von Bruteiern. Gerhard Wagner war zuvor Geschäftsführer der Brüterei Süd, ebenfalls mit Sitz in Regenstauf.[2]

Mit anfangs vier Elterntierbetrieben mit insgesamt 260.000 Tieren produzierte das Unternehmen insbesondere Bruteier für den Export in den Mittleren Osten.[3] In den 1990er-Jahren expandierte Wimex im Zuge der Privatisierung ehemaliger Volkseigener Betriebe in die neuen Bundesländer. Zunächst übernahm Wimex 1990 einen Betrieb in Sachsen und 1991 in Sachsen-Anhalt, in den folgenden Jahren wurde eine Reihe weiterer Betriebe gekauft. 2002 wurde erstmals ein Tierhaltungsbetrieb in Ostdeutschland neu gebaut.[3]

Zur standortnahen Produktion des Tierfutters baute Wimex 1994 ein Mischfutterwerk in Baasdorf sowie im Jahr 2000 ein weiteres Mischfutterwerk in Wulfen.[4] Für die Nutzung der Nährstoffe des anfallenden Hühnermists und zur Sicherung der Futtermittelproduktion investierte Wimex umfassend in Agrarflächen.[3] Das Unternehmen zählt zu den größeren Investoren auf dem landwirtschaftlichen Bodenmarkt in den neuen Ländern: Unter anderem übernahm Wimex die ehemalige LPG Wulfen.[5] Im Jahr 1998 übernahm Wimex als Franchisenehmer des internationalen Hühner-Zuchtunternehmens Cobb-Vantress (Teil von Tyson Foods) den Vertrieb der Zuchtlinie Cobb unter dem Namen Cobb Germany.[6] Anfangs belieferte das Unternehmen mit vier Großelternbetrieben die DACH-Länder,[7] später Zentral- und Osteuropa.[3]

2001 wurde die 1998 gegründete „Taufrisch Bördegarten“ von der Wimex Gruppe gekauft und in „Bördegarten“ umbenannt. Der Bereich Gemüse & Obst entwickelte sich in der Folge zum zweiten Standbein der Gruppe.[8] Seit 2007 gehört zur Wimex Gruppe eine mit Hühnermist und nachwachsenden Rohstoffen betriebene Biogasanlage in Köthen.[9]

2013 expandierte die Wimex Gruppe auch in die Niederlande und führte dort ab 2013 erstmals das Konzept des „Early Feeding“ ein, bei dem die Küken nach dem Schlüpfen sofort Nahrung, Wasser und Licht erhalten.[10] 2018 kaufte die Wimex Gruppe ein fast fertiggestelltes, rund 63.000 Quadratmeter großes Gewächshaus in Osterweddingen bei Magdeburg.[11] Angebaut werden dort vor allem Gurken und Kräuter.[12]

Am 8. Februar 2021 war die Unternehmensgruppe von einem Cyberangriff betroffen. Die Angreifer schleusten Schadsoftware in die internen Systeme ein, die IT-Abteilung konnte den Schaden aber in Grenzen halten.[13] Im März 2021 brach die in Deutschland grassierende Vogelgrippe H5N8 auch in einem Wimex-Tierhaltungsbetrieb im bayrischen Nittenau aus.[14][15] Um eine Ausbreitung des hoch ansteckenden Virus’ zu verhindern, wurden rund 50.000 Tiere auf amtlichen Erlass gekeult.[15] Es konnte auch im Nachgang nicht geklärt werden, wie das Virus H5N8 in den Stall gelangt war.[16]

Der Umsatz der Unternehmensgruppe fiel 2021 erstmals seit 2014 unter die Marke von 300 Mio. Euro. 2021 erhielt die WIMEX-Muttergesellschaft 337.297,97 Euro EU-Agrarsubventionen,[17] die Tochterfirma Agrargesellschaft Wulfen mbH 752.155,76 Euro,[18] und die Bördegarten Gemüse GmbH & Co KG 356.010,29 Euro.[19] 65 % der Umsätze generierte die Unternehmensgruppe in Deutschland, 20 % in anderen EU-Mitgliedsstaaten sowie 15 % in der restlichen Welt.

Im Juli 2022 gab es ein Leck an der Biogasanlage. Schadstoffe traten aus; die Ausbreitung konnte jedoch durch einen Einsatz von Feuerwehr, Spezialeinsatzkräften für chemische Dienste, Polizei und Rettungsdienst[20] eingedämmt werden.

Gesellschafter

Größter Anteilseigner an der Wimex Gruppe ist die Wagner Familien-Stiftung mit Sitz in Regenstauf: Sie hält 49,25 %.[21] Die Rewes Beteiligungs GmbH ist mit einer Beteiligung von 48,75 % zweitgrößter Anteilseigner.[22][21] Die weiteren Anteile gehören der WIMEX Agrarprodukte Import und Export GmbH selbst sowie dem Gründer Gerhard Wagner (0,5 %).[21]

Der Unternehmensgründer Gerhard Wagner stand der operativen Geschäftsführung von 1985 bis 2019 vor und wechselte zum 1. Juli 2019 in den neu eingerichteten Beirat.[23] Seitdem wird die Unternehmensgruppe von drei Geschäftsführern geleitet: Ulrich Wagner, Sohn von Gerhard Wagner; Leopold Graf von Drechsel, der seit 2001 für den Geschäftsbereich Geflügel verantwortlich gewesen war;[3] und Ralph Weickert, bis dahin Prokurist und Leiter der kaufmännischen Verwaltung.

Geschäftsbereiche

Die Wimex Gruppe unterteilt sich selbst in drei Geschäftsbereiche. Der größte Bereich ist Geflügel, er machte 2022/23 mit 232,773 Mio. Euro Umsatz 75,58 % des Gesamtumsatzes aus. Der Geschäftsbereich Gemüse und Obst (inklusive Ackerbau) trägt mit 74,066 Mio. Euro (beziehungsweise 24,05 %) zum Gesamtumsatz bei. Energie ist der dritte Geschäftsbereich der Wimex Gruppe.[1] Zudem arbeitet das Unternehmen an Projekten im Bereich Smart Farming, darunter der Einsatz von Robotik beim Ackerbau.[24]

Geflügel

Logo von Cobb Germany

Geflügel ist das Kerngeschäft und vertikal integriert: Die Unternehmensgruppe hält und vermehrt Großeltern- sowie Elterntiere, betreibt Brütereien, vertreibt Eintagsküken und mästet selbst Geflügel, verwertet Hühnermist in Biogasanlagen und bringt diesen auf eigenen Äckern aus, erzeugt Futtermittel und verarbeitet diese in eigenen Futtermittelwerken.[3]

Großeltern- und Elterntierhaltung

Zur Großelterntierhaltung verfügt Wimex rund 35 Betriebe in Deutschland, in denen jährlich etwa 10 Millionen Hühner der Zuchtrasse Cobb erzeugt werden.[3] Zur Elterntierhaltung verfügt die Unternehmensgruppe über zahlreiche Betriebe.[3] Circa 60 % der für die Mast erzeugten Hybridhühner entfallen auf die Rasse Cobb, des Weiteren ein Bruchteil auf die Rasse Hubbard und der Rest auf die Rasse Ross (beide Aviagen / EW Group).[25]

Brütereien

Zum Ausbrüten der Bruteier verfügt die Unternehmensgruppe über eine Reihe von Brütereien. Im Schnitt dauert es 21 Tage und acht Stunden, bis aus den Bruteiern Küken schlüpfen. Anschließend werden die Küken auf Fließbänder gesetzt und schwache Küken aussortiert, betäubt und gehäckselt. Die Küken, die den Anforderungen genügen, werden verladen und zu den Mastbetrieben transportiert.[26] Die Eintagsküken werden international vermarktet. Wichtige Abnehmer sind die PHW-Gruppe, Plukon und die Sprehe-Gruppe.[3][27] Ein Teil der Eintagsküken wird in eigenen Mastanlagen gemästet.[13]

In Deutschland betreibt die Wimex Gruppe Brütereien unter anderem im sächsischen Wiedemar-Wiesenena (Cobb Germany AVIMEX GmbH, Elterntiere),[3] in Mockrehna,[28] im sachsen-anhaltischen Rosefeld,[29] Dessau-Mosigkau,[28] Elsnigk und im nordrhein-westfälischen Vreden. Die insgesamte wöchentliche Brutkapazität beträgt vier Millionen Küken, die neugebauten Brütereien in Elsnigk und Vreden erhöhten die wöchentliche Kapazität dabei deutlich.[3]

In den Niederlanden betrug die wöchentliche Brutkapazität im Jahr 2017 rund 5,7 Millionen Küken.[3] Dort betreibt Wimex Brütereien unter anderem in Lunteren (Lagerwey),[3] Groenlo, Meppel und Langenboom.[30]

Mast

Die Wimex Gruppe betreibt Hühnermast mit der Mecklenburger Broiler-Farm GmbH mit Sitz in Neubukow, Mecklenburg-Vorpommern. Geschäftsführer und Mitgesellschafter des Unternehmens ist Karl Johannes Heinemann.[31] Die sechs Mastanlagen verfügten Stand 2016 über 830.790 Tierplätze[32] und produzieren jährlich 8 Millionen Masthühner.[3] Vor dem Zusammenbruch der DDR waren die Mastanlagen Teil eines Kombinats Industrielle Mast.[33]

Futtermittel

Die Wimex Gruppe bewirtschaftet nach Angaben von 2016 rund 8.000 Hektar Ackerfläche für den Futtermittelanbau mit konventionellen Anbaumethoden.[3] Die Bewirtschaftung erfolgt größtenteils über das Tochterunternehmen Agrargesellschaft Wulfen mbH.[13][34] Die Erzeugnisse, vor allem Getreide und Mais, dienen der Unternehmensgruppen-internen Futterversorgung. Zur Verarbeitung betreibt Wimex mehrere Mischfutterwerke, unter anderem in Baasdorf und in Wulfen.[35]

Auslandsbeteiligungen

Wimex ist mit 40,83 % beteiligt an Cobb Espanola SA und mit 50 % an Cobb Russia (ehemaliger Name Broiler Budeshego).[1] Cobb Russia beliefert unter anderem den größten Geflügelfleischproduzenten Russlands, Cherkizovo.[36]

Gemüse und Obst

Logo der Marke Bördegarten Gemüse

Das Tochterunternehmen Bördegarten baut auf Freiflächen um Arensdorf am Rande der Magdeburger Börde sowie in einem Gewächshaus in Osterweddingen Gemüse und Obst an.[37] Die Produkte vermarktet Wimex unter der Marke Bördegarten Gemüse an große Lebensmitteleinzelhändler.[3] Das Gewächshaus in Osterweddingen wurde 2019 eingeweiht. Dort werden insbesondere empfindlichere Kulturen angebaut, darunter Gemüse und Kräuter.[12]

Energie

Auf dem ehemaligen Militärflugplatz von Köthen befindet sich seit 2007 die Biogasanlage der Wimex Gruppe. In den unternehmenseigenen Blockheizkraftwerken wird das erzeugte Biogas in Strom und Wärme umgewandelt, die u. a. für Elterntierfarmen, Verwaltungen und Wohngebäude genutzt wird. Der Gärrest wird als Dünger auf die Felder gebracht.[38]

2020 gründete die Wimex Gruppe mit der Freitag-Gruppe das Joint Venture Wimex & Friends Energy GmbH und Co. KG zum Bau von Photovoltaikanlagen auf Frei- und Dachflächen.[39] Zudem verpachtet die Wimex Gruppe auch Freiflächen für die Produktion von Windenergie.[40]

Sonstige Aktivitäten

Geschäftsführer Gerhard Wagner war von 2001 bis 2011 Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG).[41] Von 2011 bis 2016 war Geschäftsführer Leopold Graf von Drechsel Präsident der ZDG[42] und im Präsidium der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tierzüchter.[43][44]

Im Bundestagswahljahr 2013 spendete Wimex unter anderem 12.000,00 Euro an die CSU.[45]

Kontroversen

Umweltschäden

Der Wimex Gruppe wurde vorgeworfen, durch hohe Ammoniakemissionen für Umweltschäden verantwortlich zu sein. So zählte die Wimex Gruppe laut Fleischatlas der Heinrich-Böll-Stiftung von 2016 zu den größten Emittenten von Ammoniak in Mecklenburg-Vorpommern. Sie trage damit zur Versauerung von Böden, zur Überdüngung des Grundwassers und zur Bildung von gesundheitsschädlichem Feinstaub bei.[46]

Im Jahr 2017 veröffentlichte die Rechercheorganisation Correctiv eine Datenauswertung, wonach der Nitratgehalt des Grundwassers rund um die Wimex-Betriebe in und um Baasdorf den Grenzwert um fast das Doppelte überschreite.[47][48]

Tierquälerei

Im Jahr 2010 strahlte Report Mainz von der Tierrechtsorganisation PETA veröffentlichte Aufnahmen aus einem Elterntierbetrieb im niedersächsischen Natenstedt aus,[49][50] die unter anderem zeigten, wie Hühner getreten, geschlagen und mehrere Meter weit gegen Wände geworfen wurden.[51] Bei dem Elterntierbetrieb handelte es sich um einen Wimex-Vertragsproduzent, Abnehmer der dort produzierten Bruteier war das Tochterunternehmen Wiesenhof der PHW-Gruppe.[52] Peta kritisierte die Zustände als massive Tierschutzverstöße.[51][53] Die PHW-Gruppe räumte ein, dass die Aufnahmen tierquälerisches Verhalten zeigten,[51] die Zustände seien unentschuldbar und nicht vereinbar mit den Tierschutz-Leitlinien für Elterntierfarmen.[54] Laut PHW-Gruppe handelte es sich um Einzelfälle,[54] das Unternehmen habe personelle Konsequenzen gezogen.[55]

Im Jahr 2016 strahlte das Fernsehmagazin Panorama von der Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch (ARIWA) veröffentlichte Aufnahmen aus Tierhaltungsbetrieben von führenden Funktionären deutscher Landwirtschaftsverbände aus.[56][57] Darunter waren auch Elterntierbetriebe von Wimex, deren Geschäftsführer Graf von Drechsel zu dem Zeitpunkt Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft war. ARIWA sprach von massiven Verletzungen des Tierschutzes.[58] Von Drechsel bestätigte, dass die Aufnahmen aus Wimex-Betrieben stammten und Rücken- und Schulterverletzungen mangelhaft versorgt worden seien.[58]

Im Jahr 2017 berichteten das Fernsehmagazin Frontal 21 und Spiegel Online über neuerliche von ARIWA veröffentlichte Aufnahmen aus fünf Wimex-Elterntierbetrieben in Baasdorf, Rosefeld, Wettin-Löbejün, Wettin und Pilsenhöh. Die Aufnahmen zeigten federlose, mit eitrigen Wunden versehene sowie tot auf dem Boden liegende Hühner.[22][59][60] Die Aufnahmen zeigten außerdem, wie Tiere tierschutzwidrig getötet wurden, indem ihnen der Hals umgedreht wurde.[61] ARIWA kritisierte zudem, dass das Futterband nur eine Stunde am Tag eingeschaltet und auch Wasser nicht durchgehend verfügbar sei, was angesichts der auf schnelle Gewichtszunahme gezüchteten Tiere zu Hunger führte.[61][22] Michaela Dämmrich, Amtstierärztin und Tierschutzbeauftragte des Landes Niedersachsen, stufte Teile der aufgenommenen Zustände als Tierschutzverstöße ein und bezeichnete die Haltungsform als „nicht tiergerecht“.[22] Wimex teilte mit, man nehme die Vorwürfe sehr ernst, könne aber keine detaillierte Bewertung abgeben.[22]

Subventionen

Im Jahr 2017 veröffentlichte Correctiv eine Recherche, wie viele Subventionen die Wimex Gruppe über die verschiedene Tochterunternehmen erhält und führte die Erkenntnisse anschließend übereinander mit Daten zu Schadstoffausstößen der Betriebe. Correctiv kritisierte, dass Wimex öffentliche Förderungen in großer Höhe erhalte, aber gleichzeitig in Form von Massentierhaltung sowie Umweltbelastungen dem Gemeinwohl schade.[48][62][47] 2018 berichtete Der Spiegel, dass die Wimex Gruppe im vergangenen Jahr rund 275.000 Euro EU-Agrarsubventionen erhalten hatte und kritisierte, dass die Zahlung der Gelder nicht an Umwelt- oder Tierschutzauflagen gekoppelt sei und Wimex trotz dokumentierter Verfehlungen nichts zurückzahlen müsse.[63]

Proteste

Tierrechts- und Umweltaktivisten haben wiederholt gegen Neubau-Projekte von Wimex protestiert, unter anderem in Aschersleben[64][65] und in Cochstedt.[66] Hinsichtlich eines geplanten Neubaus in Cochstedt mit einer Kapazität von 80.000 Tieren gab Wimex im Juni 2016 bekannt, aufgrund des anhaltenden Protest aus der Bevölkerung, insbesondere der Organisation Tierfabriken Widerstand, das Vorhaben nicht weiterzuverfolgen.[67]

Lebensmittelverschwendung

Anwohner warfen Wimex im Jahr 2016 Lebensmittelverschwendung im Gemüsebau vor. LKW-Ladungen frischen Gemüses würden weggekippt und auf den Äckern untergepflügt, anstatt sie zu vermarkten oder an Bedürftige abzugeben. Wimex verteidigte das Vorgehen damit, dass in der Landwirtschaft auch mal Gemüse in großen Mengen weggeworfen würde, wenn es aufgrund hoher Ansprüche der abnehmenden Handelsketten nicht vermarktet werden könne.[68][69] Die Wimex Gruppe wies darauf hin, dass die Gemüsereste zum großen Teil aus Abschnitten und Blättern bestehen, die nicht handelsfähig sind. Dennoch wurde ab November 2016 damit begonnen, Teile des aussortierten Gemüses zum Köthener Tierpark als Tierfutter zu liefern.[70]

Landgrabbing

Laut Johann Heinrich von Thünen-Institut zählt die Wimex Gruppe zu den großen Investoren auf dem landwirtschaftlichen Bodenmarkt in den neuen Ländern.[5][71] Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft kritisierte das Vorgehen von Wimex und anderen Investoren als „ostdeutsches Landgrabbing“.[72] Der Kritische Agrarbericht führte die Wimex Gruppe 2010 und 2013 in einer Liste agrarindustrielle Großgrundbesitzer, die ein Vielfaches an bäuerlichen Arbeitsplätzen vernichten[34] und Agrarstruktur gefährden würden.[73]

Commons: WIMEX – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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