Wajdi al-Ahdal
jemenitischer Schriftsteller
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Wajdi Muhammad Abduh al-Ahdal (arabisch وجدي الأهدل; * 1973 in Hodeida) ist ein jemenitischer Schriftsteller.[1] Seine Arbeiten lösten im Jemen wiederholt Kontroversen aus; nach der Beschlagnahme des Romans Qawārib Dschabaliyya (‚Bergboote‘) verließ er 2002 das Land und kehrte nach einer Intervention von Günter Grass zurück.[2][3] 2009 wurde er in die Beirut39-Liste des Hay Festival aufgenommen.[4] Seine auf Englisch erschienene Romanübersetzung A Land Without Jasmine (Übersetzung durch William M. Hutchins) erhielt 2013 den Saif Ghobash–Banipal Prize.[5] 2024 veröffentlichte er den Roman as-samāʾ tudachchinu as-sadschāʾir (‚Der Himmel raucht Zigaretten‘).[6]
Leben
Al-Ahdal wurde 1973 in Hodeida geboren, besuchte die Grund- und Mittelschule in Bajil und legte sein Abitur in Sanaa ab.[7] Im Jahr 1996 schloss er an der Universität Sanaa ein Geografiestudium mit dem Bachelor ab.[7] Er arbeitete bei der Yemen General Book Authority, leitete das Kulturhaus in Sanaa, verantwortete später die Abteilung für Ausbildung und Qualifizierung im Kulturministerium, war geschäftsführender Redakteur der Kulturzeitschrift al-Thaqafiya und Mitglied der Generalsekretariats des jemenitischen Schriftstellerverbands.[7] Im Zuge der Auseinandersetzungen um Qawārib Dschabaliyya verließ er 2002/2003 nach Drohungen das Land und kehrte nach Fürsprache, darunter von Literaturnobelpreisträger Günter Grass, noch im selben Jahr zurück.[2][3] Später leitete er Schreibwerkstätten und beteiligte sich an kulturellen Projekten im In- und Ausland.[2]
Wirken
Sein Roman Qawārib Dschabaliyya (‚Bergboote‘) wurde 2002 vom jemenitischen Kulturministerium beschlagnahmt; der Verlag wurde geschlossen und ein Verfahren gegen Schriftsteller und Verleger eingeleitet.[3] Mit Faylasūf al-karantīna (2007; ‚Der Philosoph der Quarantäne‘) erreichte er 2008 die Longlist des International Prize for Arabic Fiction.[1] 2010 zählte ihn das Projekt Beirut39 zu den 39 bedeutendsten arabischen Autorinnen und Autoren unter 40 Jahren.[4] Die englische Ausgabe von A Land Without Jasmine (Garnet, 2012) brachte dem Übersetzer William M. Hutchins 2013 den Saif Ghobash–Banipal Prize ein.[5] 2018 stand sein Roman Arḍ al-muʾāmarāt as-saʿīda (‚Land der glücklichen Verschwörungen‘) auf der Longlist des Sheikh-Zayed-Buchpreises.[8] 2019 adaptierte das Kollektiv Sarha A Land Without Jasmine fürs Theater; die Inszenierung wurde im Battersea Arts Centre in London gezeigt.[1] Zu seinen jüngeren Veröffentlichungen zählt der 2024 bei Hachette Antoine/Naufal erschienene Roman as-samāʾ tudachchinu as-sadschāʾir (‚Der Himmel raucht Zigaretten‘).[6]