Wassili Alexejewitsch Perowski
russischer General und Staatsmann
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Graf Wassili Alexejewitsch Perowski (russisch Василий Алексеевич Перовский; 9. Februarjul. / 20. Februar 1795greg. in Potschep; † 8. Dezemberjul. / 20. Dezember 1857greg. in Alupka) war ein russischer General der Kavallerie und Staatsmann.


Leben
Wassili Perowski war der uneheliche Sohn des Grafen Alexej Rasumowski, des russischen Bildungsministers. Seine Schwester Anna war die Mutter von Alexei Konstantinowitsch Tolstoi. Wassili Alexejewitsch Perowski studierte an der Moskauer Universität und trat 1811 in die Kaiserlich Russische Armee ein.
Er kämpfte im Russlandfeldzug von 1812. Nach der Schlacht bei Borodino geriet er in französische Gefangenschaft und blieb in dieser bis zum Fall von Paris 1814. Im selben Jahr wurde er dem Leibgarde-Jägerregiment zugeteilt. Anschließend diente er im Ismailowski Leibgarde-Regiment. 1818 wurde er zum Adjutanten des Großfürsten Konstantin Pawlowitsch Romanow. Perowski kämpfte im Russisch-Türkischen Krieg (1828–1829) und wurde dabei schwer verwundet.
1833 wurde er zum Militärgouverneur von Orenburg an der südöstlichen Grenze des Russischen Reiches ernannt. Orenburg diente Russland als Basis, von der aus es die Steppen im Osten und Süden beobachtete und zu beherrschen versuchte. In dieser Zeit war Perowski der Vorgesetzte von Leutnant Jan Wiktorowitsch Witkewitsch. Dessen Reise 1837 zu Dost Mohammed, dem Herrscher von Afghanistan, war Auslöser des Ersten Anglo-Afghanischen Krieges.
1839 führte Perowski die Chiwa-Expedition von 1839–1840, einen Feldzug gegen das Khanat Chiwa um russische Sklaven zu befreien, aber auch, um Russlands Grenzen in Richtung Zentralasien auszudehnen. Perowskis Expeditionsstreitmacht bestand aus 5200 Infanteristen und 10.000 Kamelen. Er hatte den Feldzug bewusst in den Winter gelegt, um weniger unter der Trockenheit der Region zu leiden. Er erlebte nun aber einen der kältesten Winter in dieser Region. Die Versorgungsschiffe auf dem Kaspischen Meer hatten sich durch ungünstige Winde verspätet und waren im Eis eingeschlossen worden, nur zwei erreichten Astrachan. Die Männer litten an Skorbut, und die kasachischen Kameltreiber meuterten. Angesichts der hohen Verluste an Männern und Kamelen war klar, dass die Armee, sollte sie Chiwa erreichen, nicht kampffähig sein würde. Am 13. Februar beschloss Perowski deshalb den Rückzug.[1]
1842 trat er vom Kommando über die Region Orenburg zurück und wurde ein Jahr darauf zum General der Kavallerie befördert. 1845 wurde er Mitglied des Staatsrats und 1847 Mitglied des Admiralitätsrats.
1851 kehrte er nach Orenburg zurück und wurde Generalgouverneur der Gouvernements Orenburg und Samara. In dieser Zeit wurden seine zuvor geplanten Maßnahmen umgesetzt: Zahlreiche Befestigungsanlagen wurden in der Steppe errichtet, der Aralsee erforscht und ein Dampfschiffverkehr sowie die Aralflottille eingerichtet. Diesmal verliefen seine Feldzüge in Zentralasien gegen die Khanate Chiwa und Kokand deutlich erfolgreicher. Am 28. Juli 1853 eroberte er mit 2300 russische Soldaten die Festung Ak-Mechet (Qysylorda). Die Russen errichteten eine neue Festung und benannten sie, ihm zu Ehren, Fort Perowski (Форт Перовский).[2] Seine militärischen Erfolge zwangen das Khanat Chiwa zu Zugeständnissen im Vertrag von 1854 mit dem Russischen Reich.
Für seine Leistungen wurde Perovsky im Jahr 1855 zum Grafen ernannt. Am 7. April 1857 trat Perowski aus gesundheitlichen Gründen zurück und starb am 8. Dezember desselben Jahres im Woronzow-Palast (Alupka), unverheiratet und kinderlos. Er wurde im St.-Georgs-Kloster in Balaklawa beigesetzt.