Annemarie Weighardt
deutsche Vorstandssekretärin und Vorsitzende im Deutschen Sekretärinnen-Verband
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Annemarie Auguste Weighardt (* 17. Juli 1930 in Neukirchen; † 31. August 2017 in Hamburg) war eine deutsche Vorstandssekretärin und Vorsitzende im Deutschen Sekretärinnen-Verband.
Leben
Annemarie Weighardt wurde in Neukirchen im Saarland geboren und hatte zwei ältere Brüder. Während des Zweiten Weltkriegs musste sie ihre Schulausbildung abbrechen und nahm eine Lehrstelle im Einzelhandel an. Sie besuchte die Handelsschule und schloss eine Ausbildung zur Sekretärin und Fremdsprachensekretärin ab. Zunächst arbeitete sie als Stenotypistin und Sekretärin in einem kleineren mittelständischen Unternehmen, bald als Vorstandssekretärin in einem großen Unternehmen und war ab 1969 Mitglied im Vorstand des Deutschen Sekretärinnen-Verbandes (DSV). Die 1. Vorsitzende des Verbandes war sie von 1977 bis 1993 und prägte die Verbandsarbeit des DSV. Dabei wirkte sie bei der Gestaltung von Rechtsvorschriften mit, die später zur Anerkennung des Berufsbildes ‚Sekretärin/Fremdsprachensekretärin/Sekretär‘ führten. Nachdem sie 1993 ihre aktive Tätigkeit im Vorstand des DSV beendet hatte, wurde sie zur Ehrenvorsitzenden gewählt und wurde 1997 nach dem von ihr mit vorbereiteten Zusammenschluss des DSV mit dem Bund Deutscher Sekretärinnen zum Bundesverband Sekretariat und Büromanagement (BSB) dessen Ehrenvorsitzende.[1]
Weighardt setzte sich auch in Europa für die deutsche Sektion der European Secretary-Association (heute: European Management Assistants) ein. Dabei versuchte sie das Berufsbild auch auf den Bereich Frauen im Management auszuweiten. Sie stand dem Expertinnen-Beratungsnetz der Universität Hamburg für viele Jahre als sachkundige Beraterin und Mentorin zur Verfügung und war auch nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben eine gefragte Rednerin auf Kongressen. Sie schrieb Fachartikel und arbeitete als Autorin an zahlreichen Fachbüchern mit.[1]
Als 2008 der Verein ‚Ankerland e.V.‘ gegründet wurde, der sich für traumatisierte Kinder und Jugendliche einsetzt, bot Annemarie Weighardt ihre Mitarbeit an. Sie organisierte das Vereinsbüro und war über mehrere Jahre „die Organisationszentrale“, die „gute Seele“ und die „Ratgeberin“, deren „Rat und Meinung immer eine wichtige Orientierung“ war.[1]
Annemarie Weighardt starb am 31. August 2017 in Hamburg. Sie wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf im Garten der Frauen bestattet. Weighardt zählte zu den Mitgründerinnen des Gartens der Frauen.
Ehrungen
Für ihr ehrenamtliches Wirken für die Rolle der Frau im Beruf und in der Gesellschaft wurde Annemarie Weighardt 1996 mit dem Verdienstkreuz des Bundes am Bande gewürdigt.[1] In Hamburg wurde sie mit einem Frauenort geehrt.[1]