Johann Wenzel Peter
österreichischer Tiermaler
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Johann Wenzel Peter, tschechisch Jan Václav Peter, meist Wenzel Peter, (* 8. September 1745 in Karlsbad,[1] Böhmen; † 28. Dezember 1829 in Rom) war ein in Rom tätiger österreichischer Tiermaler.

Leben und Werk



Er war der Sohn des aus Berlin stammenden Karlsbader Büchsenmachermeisters Johann Georg Peter und dessen Ehefrau Juliana Veronika, geb. Zißler[2] und erlernte das Büchsenmacherhandwerk. Auf seiner Wanderschaft kam er nach Brünn, wo er sein Meisterstück, eine Pistole, anfertigte. Anschließend ging er nach Wien, wo er als Münzgraveur arbeitete.
Dank der Förderung des Grafen Joseph von Kaunitz, kaiserlich-österreichischer Botschafter am päpstlichen Hofe, kam er 1774 nach Rom, um Bildhauerei zu studieren. Er zeigte aber unter dem Einfluss von Anton Raphael Mengs etwa ab 1781 mehr Interesse für Malerei und spezialisierte sich in der Tiermalerei.
Für den Fürsten Borghese malte er 1784/85 die Eingangshalle des Casinos der Villa Borghese mit 162 Tierdarstellungen aus sowie weitere Bilder für die Sammlung des Casinos. Weiter malte er Tierdarstellungen für den Palazzo Chigi und den Palazzo Altieri sowie Werke für den Bankier Alessandro Torlonia und Lord Bristol. Johann Wenzel Peter wurde 1812 zum Professor an der Accademia di San Luca berufen. Papst Gregor XVI. kaufte 1831 zwanzig seiner Gemälde für die Ausstattung der Sala del Concistoro im Päpstlichen Palast, heute in der Vatikanischen Pinakothek, darunter „Adam und Eva im Garten Eden“ mit der Darstellung von über zweihundert Tieren und den Kampf eines Löwen mit einem Tiger. Diese Gemälde bilden die größte zusammenhängende Sammlung von Peters Werken.[3]
Seine Werke fanden lobende Erwähnung in der zeitgenössischen Kunstkritik, beispielsweise durch den mit Johann Wolfgang Goethe befreundeten Johann Heinrich Meyer:
„Peters, ein Böhme, trefflicher Tiermaler, vereint in seinen Darstellungen mit reinem Natursinn noch die lockenden Eigenschaften einer schönen markigen Behandlung und glänzender Farbe. Wiewohl die Tiere als das Hauptfach unsers Künstlers zu betrachten sind, so hat er doch nebenher auch nicht ohne Lob historische Darstellungen und Bildnisse verfertigt.“
Literatur
- Constantin von Wurzbach: Peter, Wenzel. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 22. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1870, S. 69 f. (Digitalisat).
- Rudolf Müller: Peter, Joanes Wenceslaus. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 25, Duncker & Humblot, Leipzig 1887, S. 479 f.
- Peter, Wenzel. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 26: Olivier–Pieris. E. A. Seemann, Leipzig 1932, S. 477 (biblos.pk.edu.pl).
- Peter, Johann Wenzel. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 7, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1978, ISBN 3-7001-0187-2, S. 440–35.
- Josef Weinmann: Wenzel Peter, in: Egerländer Biografisches Lexikon mit ausgewählten Personen aus dem ehemaligen Regierungs-Bezirk Eger. Band 2, Männedorf/ZH 1987, ISBN 3-922808-12-3, S. 47–48 (Digitalisat).