Kleine Weser und Werdersee
teils künstliches Nebengewässer der Weser als Überlaufrinne zum Weserwehr in Hastedt bei Flusshochwasser, z.B. nach der Schneeschmelze
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Die Kleine Weser in Bremen ist ein 2,3 km langes Nebengewässer der Weser. Sie trennt den westlichen Teil des Stadtwerders samt Teerhof von der Neustadt samt Buntentorsvorstadt.
| Kleine Weser | ||
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Das Wehr der Kleinen Weser zur Weser mit Brücke zum Teerhof | ||
| Daten | ||
| Gewässerkennzahl | DE: 491932 | |
| Lage | Bremen, Deutschland | |
| Flusssystem | Weser | |
| Abfluss über | Weser → Nordsee | |
| Quelle | In Bremen Höhe Deichschartweg | |
| Mündung | bei Bremen-Altstadt in die Weser
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| Länge | 2,3 km[1] | |
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| Werdersee | ||
|---|---|---|
| Blick von der Neustadt auf das Gewässer | ||
| Geographische Lage | Bremen | |
| Zuflüsse | Werderseezuleiter | |
| Abfluss | Kleine Weser zur Weser | |
| Orte am Ufer | Bremen | |
| Daten | ||
| Koordinaten | 53° 3′ 24″ N, 8° 49′ 55″ O | |
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| Fläche | 56 ha[1] | |
| Länge | 3,7 km[1] | |
| Breite | 308 m | |
| Maximale Tiefe | 3 m | |

Der Werdersee ist ein 1953 bis 1960 angelegter und zwischen 1981 und 1987 vergrößerter See in der Flutrinne weseraufwärts der Kleinen Weser.
Geschichte
Vom Mittelalter bis zum Bau des Wehrs um 1970 am Teerhof war die Kleine Weser (im 17. Jahrhundert noch dreieinhalb Kilometer lang, bis nach Huckelriede) ein flussaufwärts blind endendes Tide-Gewässer, das nur bei Flusshochwasser durch eine Flutrinne Wasser aus Richtung Mittelweser erhielt. Genaugenommen war die Kleine Weser eine schmale, langgezogene Bucht in einem alten Flussbett. Sie wurde auch „Ohle Weser“ („Alte Weser“ im Sinne von Altwasser) genannt. In den 1930er Jahren plante Bremens Baudirektor Gerd Offenberg in "Die große Planung" einen weitläufigen See mit einer Regattastrecke.
Die Anlage des Sees zwischen dem Deichschart und Habenhausen erfolgte Mitte der 1950er Jahre als Teil der Flutrinne, die Hochwasser aus dem oberen Lauf der Weser ableiten sollte. Auf diesem Weg wurde die Ochtumniederung, die vorher als Hochwasserabführung diente, von jeglicher Überschwemmung freige-halten. Der Werdersee wurde 1950 als Erholungsgebiet unter dem Schlagwort "vom Kern in die Landschaft" mit Erholungswiesen, Kleingärten, Badestrand, Rodelberg und Baumgruppen nach Plänen des Landschafts- architekten Wilhelm Hübotter konzipiert.
Mit dem Aushubboden des künstlich geschaffenen Werdersees wurde zugleich die Grundlage geschaffen für ein zweites gesamtstädtisches Projekt: die Neuanlage eines Großfriedhofs auf der linken Weserseite. Der als "Hainfriedhof mit parkartigem Charakter" angelegte neue Huckelrieder Friedhof am Südufer des Sees konnte mit dem Aushub um sechs Meter aufgehöht werden. Das Strandbad wurde 1961 fertiggestellt. Die parkgestalterische Landschaftsplanung der das Wasser begleitenden Flächen mit großzügig gestalteten Wiesenflächen und Baumgruppen entsprach den Vorstellungen der "neuen" Grünplanung nach 1945.
War die Flutrinne vorher gegenüber dem Peterswerder zum Flussbett der Unterweser verzweigt, also unterhalb des 1911–1913 gebauten Hastedter Weserwehrs, so zweigt sie seither zwei Flusskilometer oberhalb dieses Wehrs von der Mittelweser ab. Dadurch entstand neu die Möglichkeit, das Weserwehr bei Flusshochwasser zu entlasten. Außerdem konnte die bestehende teilweise parallele Flutrinne durch den Peterswerder eingedeicht werden.
Im März 1981 führte eine Schneeschmelze im Harz in Verbindung mit starken Regenfällen zu großen Wassermassen, die das zum Teil defekte Weserwehr nicht bewältigte. Die in den 1950er Jahren angelegte Flutrinne erwies sich für den Hochwasserabfluss als unzulänglich. Der Sommerdeich brach, das Wasser riss sich ein neues Bett – die "Neue Weser". Innerhalb weniger Tage waren 800 000 Kubikmeter Boden weggespült. 130 Kleingärten und 44 Hektar landwirtschaftliche Fläche wurden vernichtet. Schlick und Schlamm legten sich über Landschaft.
Nach dem Sichern der Flusspfeiler und dem Schließen der bei dem Hochwasser entstandenen Deichlücken erfolgten in den Jahren 1981 bis 1987 wesentliche Umgestaltungen, damit bei zukünftigen ähnlichen Hochwassern, die aber bisher nicht eingetreten sind, das Wasser eine hinreichende Führung haben sollte: Der östlichste Teil der Flutrinne wurde erhöht, um die Strömungsgeschwindigkeit übertretenden Wassers vor dem Schutzdeich zu verlangsamen. Gleichzeitig wurde der Sommerdeich an der Abzweigung der Rinne aus der Mittelweser entfernt. Nun begrenzt ein neuer Sommerdeich die Flutrinne querab der Unterweser nach Norden. Im Bereich der Brückenrampe der Karl-Carstens-Brücke wurde die Flutrinne vertieft, um durchströmendes Wasser von den Brückenfundamenten fernzuhalten. Der Werdersee wurde um einen Kilometer bis an die Wehrstraße verlängert. Nördlich der Flutrinne wurde der Werderseezuleiter angelegt, der an beiden Deichpassagen mit Schiebern versehen ist. Er wurde als Ausgleichsmaßnahme für Baumaßnahmen im Hafengebiet naturähnlich gestaltet.
Mit der Verlängerung und der Verbreiterung des Werdersees konnte die seit den 1940er Jahren verfolgte Regattastrecke von 1500 Metern eingerichtet werden. Rad und Fußwege wurden wieder hergestellt und ergänzt. Neu entstand auch die Deichschartbrücke (auch Murphy-Brücke genannt) als unmittelbare Verbindung der Neustadt mit den Grün- und Sportflächen und den Kleingärten auf dem Werder.
Die "Neue Weser" wurde durch Bodenaufschüttungen von der Weser getrennt und ist heute ein See mit Inseln. Der neue See erhielt den Status eines Naturschutzgebietes. Die Neuplanung und Realisierung des Werdersees wurde 1989 mit dem Deutschen Städtebaupreis ausgezeichnet.
Heutiger Zustand
- Blick vom Nordufer auf die Vogelinsel
- Blick von der Karl-Carstens-Brücke gen Westen auf den Werdersee
- Murphy-Brücke mit Werdersee
- Winter am Werdersee 2021
Ein Teil des 1981 „wild“ entstandenen Hochwasserbetts wurde belassen (siehe auch: Weserdurchbruch 1981). Hier befindet sich jetzt das Naturschutzgebiet Neue Weser mit einem buchtenreichen See. Der größere östliche Teil der Kleinen Weser bildet zusammen mit dem anschließenden Werdersee ein 5,22 km langes Stillgewässer. Die Uferlinie lässt die Grenze zwischen beiden nicht genau erkennen. Definitionsgemäß liegt sie im ehemaligen Verlauf des Deichschartweges. Durch die Schieber des Werderseezuleiters wird der Wasserdurchsatz bei 4 m³/s gehalten, also 1,2 % des durchschnittlichen Weserablaufs von 325 m³/s. Damit ist der Werderseezuleiter als Fischpass tauglich und ebenso die Fischtreppe am Wehr der kleinen Weser. Der Wasserspiegel des Werdersees liegt mit 3,8 m über NN 70 cm unter dem der Mittelweser (hier 4,5 m über NN).
Der See hat heute eine Fläche von etwa 37 Hektar und ist damit Bremens größter Badesee. Seine maximale Tiefe beträgt drei Meter, seine maximale Breite 308 Meter. Westlich der Karl-Carstens-Brücke liegt am Nordufer eine für die Öffentlichkeit gesperrte Vogelinsel, östlich dieser Brücke und am Südufer befinden sich zwei kleine Inseln und eine Halbinsel, am Nordufer eine kleinere Halbinsel.
Genutzt wird der See für vielfältige Sport- und Freizeitaktivitäten, so befinden sich an seinen Ufern mehrere Wassersportvereine, große Liegewiesen und ein künstlich angelegter Strand mit Nichtschwimmerbereich. Alljährlich findet auf dem Werdersee die Große Bremer Ruderregatta statt.
Das 1968 gebaute Wehr an der Kleinen Weser regelt die Durchflussmenge über den Werdersee und die Kleine Weser. Es wurde nach dem Hochwasser 1962 zur Stauhaltung des Sees geplant. Die Stauhaltung dient zur Entlastung der Mittelweser bei Hochwasser.
Brücken

Die Kleine Weser hat vier Brücken oder Übergänge:
- Die Bürgermeister-Smidt-Brücke (Vorgängerbau 1872) überquert Weser und den tidenabhängigen Teil der Kleinen Weser an der Spitze des Teerhofs.
- Das Wehr der kleinen Weser, Fußgängern und Radfahrern vorbehalten, befindet sich etwas nordwestlich der Stelle der historischen Brautbrücke, die bis 1872 der einzige Übergang über die kleine Weser war. Dieser Übergang wird deshalb öfter auch als Brautbrücke bezeichnet.
- Die Wilhelm-Kaisen-Brücke (südlicher Teil) ist Nachfolger der 1895 gebauten südlichen Fortsetzung der Großen Weserbrücke. Die Wilhelm-Kaisen-Brücke besteht also eigentlich aus zwei Brücken und den sie verbindenden 100 Metern normaler Straße.
- Die Murphy-Brücke für Fußgänger und Radfahrer am Buntentorsdeichschart wurde gebaut im Rahmen der Umgestaltung seit 1981 und befindet sich einige Meter westlich der früheren Landbrücke zwischen Werdersee und Kleiner Weser (mit dem Deichschartweg). Die Brücke wird als idyllisches Motiv von Bremer Filmschaffenden auch gerne für Dreharbeiten genutzt.
Den Werdersee überspannt seit seiner Verlängerung eine Brücke:
- Die 1966 bis 1971 gebaute Werderbrücke erstreckt sich auf Pfeilern vom Peterswerder (Vorland des Osterdeichs) bis über den Habenhauser Deich. 1999 wurde sie in Karl-Carstens-Brücke umbenannt. Umgangssprachlich ist die Verbindung in Bremen auch unter der Bezeichnung „Erdbeerbrücke“ bekannt. Dies erinnert an die großen Erdbeerplantagen, die es früher in Habenhausen gab. Noch heute wird sie von vielen Bremern so genannt.
- Murphy-Brücke am Buntentorsdeichschart (Blickrichtung Wilhelm-Kaisen-Brücke)
- Erdbeerbrücke über den Werdersee
Quellen
- Topografische Karte 1:50 000, Blatt L 2918, Bremen, LGN Niedersachsen, Hannover 1980 und 1999
- Amtlicher Stadtplan von Bremen 1:20 000, Katasteramt Bremen (jetzt Geoinformation Bremen), 1980 und 1992
- Bremer Stadtpläne von 1882 und 1931, einzusehen im Staatsarchiv Bremen, verkleinert in Das Bremer Haus. Die Sparkasse in Bremen, 1982.
- Bremen und seine Stadtteile. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-685-9, S. 263. (Karte der schwedischen Belagerung Bremens 1666) (Tippfehler in der Bildunterschrift).
Siehe auch
Weblinks
- Senator für Bau und Umwelt, Bremen, Oberflächengewässer (Die Kleine Weser ist unter den Stillgewässern deswegen nicht aufgeführt, weil es dort keine Messstelle gibt.)
- Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands der TU Cottbus, Teil 4: Bremen und Niedersachsen (PDF; 513 kB)
- bremen.de: Die Weser, die Kleine Weser und der Werdersee


