Der jüngste Tag (1951)

Film von Rudolph Maté (1951) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der jüngste Tag (Originaltitel: When Worlds Collide) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1951. Der Film wurde vom Trickfilmspezialisten George Pal produziert. Das Drehbuch entstand nach einem 1933 erschienenen Roman When Worlds Collide von Philip Wylie und Edwin Balmer.

TitelDer jüngste Tag
OriginaltitelWhen Worlds Collide
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Der jüngste Tag
Originaltitel When Worlds Collide
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1951
Länge 81 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Rudolph Maté
Drehbuch Sydney Boehm
Produktion George Pal
Musik Leith Stevens
Kamera John F. Seitz,
W. Howard Greene
Schnitt Arthur Schmidt
Besetzung

sowie ungenannt

Synchronisation
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Handlung

Im Mt. Kenna Observatorium in Südafrika (dt. Fassung: Kepler-Observatorium in Süddeutschland) entdeckt der Astronom Bronson, dass sich zwei gigantische Himmelskörper auf die Erde zubewegen: der Stern Bellus und sein Trabant, der Planet Zyra. Beide sind sogenannte Irrläufer, die sich durch den interstellaren Raum bewegen. Bronson beauftragt den Piloten und Draufgänger Randall, seine Untersuchungsergebnisse sofort zu seinen Kollegen in den USA, an deren Spitze Dr. Hendron, zu bringen. Hendron überprüft den Bericht sofort und erkennt, dass Bronson recht hat.

Zuerst wird der kleinere Zyra an der Erde vorbeiziehen und durch seine Schwerkraft Verheerungen durch Erdbeben, Vulkanausbrüche und hunderte von Metern hohe Flutwellen anrichten, bevor Bellus mit der Erde kollidieren und diese völlig vernichten wird. Hendron und einige Kollegen informieren daraufhin die UNO. Die Vollversammlung reagiert mit Unglauben, da Bronsons Entdeckung von vielen Astronomen angezweifelt wird. Als jedoch schließlich feststeht, dass Bronson recht hat, bleiben der Menschheit nur noch 90 Tage, dann wird alles Leben auf der Erde vernichtet.

Hendron und seine Kollegen bauen daraufhin nach kurzer Planungszeit ein Raumschiff, eine Art Arche Noah, um eine kleine Gruppe Menschen zu retten und die Menschheit damit vor der völligen Auslöschung zu bewahren. Das Schiff soll kurz vor der Kollision mit Bellus gestartet werden und nach Zyra fliegen, wo man lebenstaugliche Bedingungen vorzufinden hofft. Der Milliardär Stanton, ein verkrüppelter und verbitterter Mann, finanziert das Projekt, um sein Leben zu retten. Das Raumschiff kann nur 50 Menschen fassen. Als Insassen stehen Hendron, Stanton, Randall als Pilot und einige andere unentbehrliche Wissenschaftler fest, der Rest wird unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Projektes ausgelost.

Zyra fliegt dicht an der Erde vorbei und richtet die erwarteten Verwüstungen an. Das Raumschiff wird gerade noch rechtzeitig fertig. Als es zum Start kommt, der Zusammenstoß mit Bellus steht in wenigen Minuten bevor, sollen Hendron und Stanton als letzte das Schiff besteigen, Hendron schiebt dabei Stantons Rollstuhl. Doch kurz vor der Tür bleibt Hendron stehen: Er opfert sein Leben und das des widerwilligen Stanton, um durch die Gewichtsersparnis wegen des knappen Kraftstoffes den anderen eine bessere Erfolgsaussicht zu gewähren. Das Schiff startet ohne die beiden, noch bevor einige der Zurückgebliebenen, die im Angesicht des Todes zu Waffen gegriffen haben, heranstürmen können, um sich einen Platz an Bord zu erkämpfen. Das Schiff hebt ab, die Erde wird in den nächsten Augenblicken vernichtet. Die Landung auf Zyra gelingt, und man findet auch eine lebenstaugliche Umwelt vor.

Synchronisation

Weitere Informationen Rolle, Darsteller ...
Rolle Darsteller Synchronsprecher[1]
David Randall Richard Derr Wolfgang Lukschy
Joyce Hendron Barbara Rush Tilly Lauenstein
Sydney Stanton John Hoyt Walther Suessenguth
Dr. Cole Hendron Larry Keating Siegfried Schürenberg
Dr. George Frye Stephen Chase Erich Fiedler
Harold Ferris Frank Cady Walter Bluhm
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Astronomische Inkonsistenzen

Im Roman von 1933 ist von zwei Objekten planetarer Masse namens 'Bronson Alpha' und 'Bronson Beta' die Rede. In der englischen Originalfassung und in der deutschen Fassung des Films wird Bellus als Stern bezeichnet, auf den Teleskopbildern sehr groß dargestellt und Zyra als sein Planet. Der Film endet mit einer Landung auf Zyra, der sich als sehr erdähnlicher Planet mit geradezu idyllischer Vegetation, einer straßenähnlichen Struktur in der Bildmitte und einem architektonischen Objekt von der Größe eines Staudamms am Bildrand erweist. Die Frage, wie sich auf einem Planeten, der durch die Sonnensysteme vagabundiert, ohne eine Sonne Leben erhalten kann, bleibt ungestellt. Da aber die Masse der Erde im Vergleich zu einem Stern vernachlässigbar ist (der kleinste bekannte Stern ist ca. 30.000 mal, unsere Sonne ca. 330.00 mal schwerer), sollte eine Kollision Stern-Erde keine gravierenden Auswirkungen auf den Stern haben.

Kritiken

Im Fokus der Filmbewertung steht meist die Tricktechnik.

Das Handbuch V der katholischen Filmkritik für die Jahre 1945 bis 1958 schreibt, als „technische Spielerei“ sei der Film „interessant“[2] und das Lexikon des internationalen Films erwähnt „gute technische Spezialeffekte“.[3] Nach Christian Hellmanns Einschätzung in Der Science Fiction Film waren diese für die Tricktechniker zur Entstehungszeit eine „Herausforderung“.[4] Das Lexikon des Science Fiction Films von Ronald M. Hahn und Volker Jansen verweist auf „äußerst dramatische Szenen, von denen die bekannteste jene ist, in der New York von einer Flutwelle überrollt wird, bis schließlich nur noch die Spitze des Empire State Building aus dem Wasser ragt und einige gekenterte Ozeandampfer auf den Wellenbergen treiben“. Die „Abteilung Spezialeffekte der Paramount“ habe „für ihren Einfallsreichtum einen Oscar“ erhalten.[5] Die Filmzeitschrift Cinema meinte dagegen, die Überschwemmungs-Effekte würden „doch eher nostalgisch-amüsant“ wirken.[6] In seinem Filmbuch Science Fiction fügte Jürgen Menningen einem Zitat über „Bastler“ exemplarisch Fotos von Modell-Sets aus When Worlds Collide bei.[7]

Inhaltlich wird der Film überwiegend kritisch gesehen. Die Katholische Filmkritik meint, er sei „[o]hne solides Fundament“.[2] Das Lexikon des internationalen Films hält die „Darstellung der menschlichen Konfliktsituationen“ für schlechter herausgearbeitet als den „dramaturgisch klug vorbereiteten Katastrophenhöhepunkt“.[3] Während Hahn und Jansen in ihrem Buch nicht explizit auf die Plot-Schwächen eingehen,[5] klingt es bei Hellmann nach einem Verriss, denn es liege ein „durch die Farben von Technicolor noch zusätzlich verkitschte[s] Melodram über eine gottgewollte Bestrafung der Menschheit“ vor.[4] Demgegenüber hält Cinema die Story für eine „[i]ntelligente Utopie“.[6] Rolf Giesen nahm den Film in seine Auswahl der 50 Science-Fiction-Klassiker auf.[8]

Auszeichnungen

Sonstiges

  • In dem Eröffnungssong Science Fiction/Double Feature der Rocky Horror Show wird unter anderem auch When Worlds Collide besungen. „But when worlds collide, said George Pal to his bride, I'm gonna give you some terrible thrills, like a:“
  • Die Story des Films wurde mehrfach preisgekrönt.
  • In der kleinen Nebenrolle eines Arbeiters tritt zum ersten Mal Stuart Whitman vor die Filmkameras.
  • In der deutschen Fassung ist vom Kepler-Observatorium im Süden Deutschlands die Rede; die Mitarbeiter werden vom Leiter Dr. Michael Bronson als Paul und Richard angesprochen, alle Vornamen in deutscher Aussprache. Entsprechend läuft die Reiseroute von Randall nicht über Lissabon, sondern über Frankfurt nach New York.
  • Uraufführungen:
  • USA: 22. November 1951[9]
  • Deutschland: 16. Mai 1952
  • Österreich: Dezember 1952[10]

Einzelnachweise

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